Abwärtsspirale

Deutschland geht es gut

heißt es. Doch zeigt das Beispiel VW, wie eine Kombination als konsequenter Realitätsverweigerung, abgrundtiefer Dummheit, pathologischer krimineller Energie und fachlicher Unfähigkeit eine Spirale in Gang gesetzt hat, deren Ende kaum abzusehen ist.

Realitätsverweigerung

Am Beginn der Causa VW steht nicht etwa VW, das fängt viel früher an, nämlich in den 1970er Jahren mit dem Aufkommen der Grünen, die sich ausschließlich von kruden Ideologien leiten lassen. Inzwischen hat sich dieser grüne Virus weit verbreitet und ist auch bei den anderen Parteien zu finden.

Letzten Endes auf die Grünen gehen die „Umweltstandards“ zurück, mit denen die VW-Angelegenheit beginnt. Da werden munter „gefährliche Konzentrationen von gesundheitsschädlichen Stoffen“ definiert, die mit der Realität wenig zu tun haben. Paracelsus wusste bereits Anfang des 16. Jahrhunderts

„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei.“

und auch er hat eigentlich nur ältere Erkenntnisse wiedergegeben. Die Grünen haben nur den ersten Halbsatz in ihre Ideologie übernommen. Als Chemiker war einem bereits in den 1980er Jahren klar (und das wurde auch so gelehrt, bis die Grünen an den Universitäten das Sagen übernahmen):

Die gesetzlich zulässigen Grenzwerte von Stoffen hängen nicht von ihrer Gefährlichkeit ab, sondern ausschließlich von den Möglichkeiten der instrumentellen Analytik

Und so jagte eine Schadstoffverordnung die nächste, mit roten, gelben, grünen und demnächst – die Farben gehen allmählich zu Ende – blauen Plaketten. Natürlich ist die Umweltqualität seit den 1980er Jahren besser geworden. Die ersten Vorgaben haben sich als sinnvoll erwiesen. Doch seit ca. 2005 tut sich bei verschiedenen Schadstoffen, wenn man den Grafiken der statistischen Landesämter glauben darf, NICHTS. Trotz ungebrochener Verordnungswut ist anscheinend bereits seit längerer Zeit eine mögliche Untergrenze erreicht.

Gesetzliche Vorgaben sind somit durchaus zielführend und notwendig, wenn – ja wenn sie die technischen Möglichkeiten berücksichtigen. Obwohl sich bei den Daten wenig ändert, kümmern sich die Ideologen aber zunehmend weniger um technische Möglichkeiten. Und da kommen wir allmählich zu VW.

Ein anderes Beispiel für die Ideologiesteuerung der Grünen: das Dosenpfand, eingeführt, um den Mehrweganteil an Getränkeverpackungen zu steigern. Die Schweden hatten das schon ca. 5 Jahre vorher ausprobiert, mit dem Ergebnis, dass der Einweganteil von 55% auf 63% stieg. Das war auch klar: die Pfandautomaten und der Verwaltungsaufwand drumherum müssen sich irgendwie rechnen, und das geht nur über die Masse. Obwohl das bekannt war, hat Trittin das Pfand als Umweltminister durchgesetzt. Zu anderen Zeiten hätte man solche Leute als vorsätzliche Volksschädlinge gebranntmarkt, heute werden sie (immer noch) hofiert.

Wenn man etwas sinnvolles tun will, sollte man die Grünen, deren Regeln sowieso nur für andere gelten (viele Grüne sind beispielsweise ausgesprochene Vielflieger), irgendwo mit ein paar Werkzeugen und ohne Strom auf einem kargen Stück Land internieren, damit sie sich auf natürlich Art selbst ernähren können, wie sie es ideologisch immer propagieren.

Abgrundtiefe Dummheit

Den Verstärker im Spiel darf man nicht außer Acht lassen: den Journalismus, der gedanken- und kritiklos die politischen Parolen nachbetet, ohne jemals eine kritische Frage zu stellen. Medienberichte prägen leider immer noch weite Kreise der Bevölkerung, und was die Medien nicht sagen oder aufgreifen, existiert nicht.

Die Medienarbeit beschränkt sich nicht nur auf Nachbeten, sie beinhaltet auch konsequentes Verschweigen kritischer Positionen. So kann beispielsweise jeder, der mit einem Taschenrechner umgehen kann (und das kann spätestens ab der 6. Klasse jeder), problemlos nachrechnen, dass mit so genannter grüner Energie das Land nicht zu versorgen ist. Trotzdem wird weiterhin in den Medien die Parole verbreitet, das gehe. Als Folge sind die deutschen Energiepreise die höchsten europaweit. Zahlte man hier vor einem Jahr schon (noch) ca. 24,5 ct/kWh, so bekamen die Niederländer ihren Strom für ca. 16 ct/kWh. Und die Schere geht noch weiter auf, die Landschaft wird weiter verbaut, inzwischen auch in Gegenden, in denen es sich definitiv wenig bis nicht lohnt.

Ähnliches kann man in den Bereichen Klima und eben auch Straßenverkehr – Schadstoffe beobachten. Nichts wird hinterfragt, dafür aber mit möglichst wichtigtuerischer Stimme jeder grüne Blödsinn verbreitet. Das ist einfach, weil man nicht nachdenken, sich schlau machen oder gar Position beziehen muss, was mich zum dem Schluss führt, dass viele Journalisten einfach nur abgrundtief dumm sind (in vielen Interviews dringt das auch deutlich an die Oberfläche). Wenn man ihnen einen Besen mit dem Auftrag, 20 m Straße zu fegen, in die Hand drücken würde – nicht wenige wüssten vermutlich nicht genau, was man von ihnen erwartet.

Kriminelle Energie

VW will ganz oben mitspielen, und der Begriff „Volkswagen“ ist schon seit langem eine Lüge. Es reicht den Managern nicht, mit Porsche die Spitzeklasse zu bedienen und mit Audi bereits eine Marke zu haben, die privat kaum noch gekauft wird (mehr als 80% aller Audi-Neuzulassungen sind Firmenfahrzeuge; in den privaten Bereich gelangt Audi fast nur noch als Gebrauchtfahrzeug). Auch die Kernmarke VW ist inzwischen im Vergleich zu anderen Marken aus meiner Sicht maßlos überteuert.

Die Strategie mag ja noch verständlich sein: man will den weltweiten Mittelstand mit einer gewissen Qualität bedienen. Zu einem nicht geringen Teil hat das ja auch funktioniert. Blöd aber nur, wenn die Qualität gar nicht vorhanden ist, wie bei den Abgaswerten oder dem Verbrauch. Vielleicht lässt sich der Grenzwertblödsinn wirklich nicht verwirklichen, wie viele Ingenieure behaupten (ich kann das nicht entscheiden, sondern nur zitieren), vielleicht hätten die Fahrzeuge aber auch nur ein paar PS weniger gehabt. Fest steht allerdings: VW hat vorsätzlich (und vermutlich ohne Not) betrogen, und das auch noch dort, wo bekanntlich die Folgen kaum abzuschätzen sind, nämlich den USA.

Nicht dass sich der Konzern nun irgendwie besonders reuig zeigt. Außer dort, wo man in gerichtlich zwingt, kommt ihm noch nicht einmal eine Entschuldigung über die Lippen. In Deutschland, wo man schon bei viel geringeren Anlässen eine Razzia durchführt, passiert überhaupt nichts (vermutlich auf politische Order). Im Gegenteil gewährt man dem kriminellen Vorstand auch noch Boni und die Entlastung.

Meiner Ansicht nach sollte man bei Schwerstkriminellen wie dem alten (und wohl auch Teilen des neuen) VW-Vorstands angesichts des volkswirtschaftlichen Schadens, den sie vorsätzlich angerichtet haben (und noch anrichten), einmal dringend darüber nachdenken, ob die Todesstrafe bei bestimmten Delikten nicht doch Sinn macht.

Unfähigkeit

Nach dem Schaden sollte es eigentlich Anliegen der Geschäftsführung sein, das Kundenvertrauen wieder aufzubauen und das Geschäftsmodell zu überdenken. In Bezug auf das Letztere vernimmt man: „VW will sich auf Elektromobilität konzentrieren“. Aus heutiger Sicht ein dummes Konzept. Wie man es auch dreht und wendet, Elektromobilität ist für den privaten Massenmarkt absolut uninteressant und kommt auch für den kommerziellen Bereich nur in bestimmten Nischen in Frage. Daran wird sich in absehbarer Zeit auch nichts ändern. Damit soll nicht gesagt werden, dass man sich als Konzern um diese Sparte nicht kümmern soll, aber sie bereits jetzt zur Richtschnur zu machen, trägt nicht dazu bei, weltweit mehr als 600.000 Mitarbeiter auch auslasten zu können.

Nun muss auch der Schaden, der sich bislang auf mehr als 25 Mrd. € beläuft, erst einmal bezahlt werden. Darin sind noch nicht eingerechnet die Absatzverluste, die sich ebenfalls in solchen Größenordnungen bewegen könnten. Bei ca. 210 Mrd. € Umsatz aber vermutlich verkraftbar. Dazu wäre aber der Aufbau neuen Kundenvertrauens notwendig. Zum Aufbau eines Kundenvertrauens gehört aber sicher nicht das, was VW mit seinen deutschen Kunden veranstaltet. Und sicher auch nicht, was derzeit mit den Zulieferern abläuft. Da spricht nämlich einiges dafür, dass VW die Probleme einschließlich des Produktionsstops vorsätzlich provoziert hat, vermutlich mit dem Hintergedanken, den Ausfall, der aufgrund mangelnden Absatzes ohnehin eingetreten wäre, von der Arbeitsagentur als Kurzarbeitergeld finanzieren zu lassen. Nach den Statuten für Kurzarbeitergeld stünde VW das mit hoher Wahrscheinlichkeit gar nicht zu, aber mit der gleichen Wahrscheinlichkeit wird das Geld auf politischen Befehl trotzdem gezahlt.

Statt in Deckung zu gehen und sich zu bemühen, mit positiven Meldungen aufzufallen, verprellt der VW-Vorstand im Interesse seiner Millionen-Boni weiterhin Kunden, Mitarbeiter und Arbeiter in den Zulieferbetrieben. Warum sollte man zukünftig einen VW kaufen? Um schlecht bedient zu werden? Gutes Geschäftsmodell!

Fazit

Wer sich aufmerksam umsieht, wird solche Abwärtspiralen leicht auch anderswo entdecken: politische Ideologie ohne jegliche Pragmatik, journalistisches Nachplappern ohne Sinn und Verstand und schwerkriminelle Wirschaftbosse, denen obendrein das Gefühl für Geschäfte abgeht. Aber Deutschland geht es ja gut!

 

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