Kann man überhaupt noch irgendetwas glauben?

Nachrichten über Ereignisse, die man nicht selbst miterlebt hat, sollte man eigentlich erst einmal glauben. Was im Klartext bedeutet: der Nachrichtenüberbringer ist als vertrauenswürdig bekannt und wird schon nicht schummeln. Dass es immer weniger vertrauenswürdige Nachrichtenüberbringen gibt, ist dem Ausdruck „Lügenpresse“ zu entnehmen.

An die Seite des vertrauenswürdigen Überbringers der Nachricht tritt als zweites Glaubenskriterium die innere Logik. Passt die Nachricht in den allgemein bekannten Kontext? Passt sie nicht, ist Misstrauen angesagt. Aber auch wenn sie passt, muss sie nicht stimmen und kann gefälscht sein. Allerdings weiß der Volksmund auch „Lügen haben kurze Beine“, was nichts anderes bedeutet als dass es für einen Fälscher immer komplizierter wird, die Logik im Kontext aufrecht zu erhalten, je mehr Fälschungen er hinzu fügt – und das muss er zwangsweise, denn in echten Nachrichten fällt ein Fake mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit auf.

Noch schwieriger wird eine Fälschung durchzuhalten sein, wenn es um das geschriebene Wort (oder ein Video) geht, so dass man auf eine wackelige Erinnerung nicht angewiesen ist. In den letzten Jahren hat sich die offizielle Berichterstattung auf diese Weise in so viele Widersprüche verwickelt, dass es für mich inzwischen zweifelhaft ist, ob ich irgendeiner Nachricht überhaupt noch glauben schenken soll. Eigentümlicherweise steht man mit einer kritischen Rezeptionshaltung aber inzwischen auch ziemlich einsam in der Gegend: mindestens 80% der Bevölkerung nimmt alle Nachrichten unkritisch als Wahrheit auf, selbst wenn eine Information vom heutigen Tag einer aus der letzten Woche komplett widerspricht.

Und nicht nur das! Es wird inzwischen auch akzeptiert, dass eine Nachricht komplett der Logik widerspricht. So kann man heute nicht nur erfolgreich verkaufen, dass das warme Sommerwetter 2018 ein eindeutiger Beweis für eine globale Erwärmung ist, was für sich alleine eigentlich nur intelligenzmäßig dürftig ausgestattete Zeitgenossen ernst nehmen sollten, also besagte 80%. Man kann auch mit dem gleichen Erfolg verkaufen, dass das ausgesprochen kalte Frühlingswetter des Jahres 2019 ein eindeutiger Beweis für eine globale Erwärmung ist, ohne dass den besagten 80% auffällt, dass kalt und warm irgendwie Gegensätze sind.

Was stimmt heute überhaupt noch? Da gibt es die Behauptung der globalen Erwärmung, die nun stimmen mag oder nicht (das weiß man erst in 30-40 Jahren, wenn sich genügend Wetter für den Begriff Klima angesammelt hat), aber das dazu gelieferte CO2-Modell weist bei Herausgreifen eines beliebigen Details so viele logische Fehler und Manipulationen auf, dass es beim besten Willen vom wissenschaftlichen Standpunkt aus nicht als seriöses Modell durchgeht. Bei den besagten 80% stösst man mit Fakten aber auf Granit.

Da gibt es die Energiewende, die von Legionen von Ingenieuren und Wirtschaftsingenieuren als Chimäre vorgerechnet wurde, horrende Kosten verursacht und die mit der Energielieferung befassten Ingenieure täglich an den Rand des Zusammenbruchs bringt. Bei den 80% ergibt allerdings 2+2 den Wert 27, und wenn die Zeitung morgen verkündet, es sei eigentlich 45, dann eben 45.

Da rettet mit seiner Umweltpolitik Deutschland die Welt, obwohl alle anderen etwas anderes machen und der deutsche Anteil so marginal ist, dass er gar nicht auffällt. Gleichzeitig führen aber die meisten Maßnahmen zum Gegenteil: statt weniger wird mehr CO2 produziert, statt weniger Umweltschäden mehr. Kein Problem: für die 80% gelten in diesem Fall eben 2+2=93. Was soll’s?

Da wird mit Sorge zur Kenntnis genommen, dass immer mehr Juden auf offener Straße verprügelt werden, wenn sie sich als Juden zu erkennen geben. Natürlich offiziell ausschließlich von Rechtsradikalen, die es zwar auch gibt, aber immer weniger werden, und nicht von Moslems, die in immer größerer Anzahl ins Land kommen, ihre eigenen Hassprediger mitbringen und für mehr als 95% der Angriffe verantwortlich sind. 2+2 können eben auch 36 sein.

Da wird das hohe Lied der Freiheiten des Grundgesetzes gesungen, insbesondere der freien Meinungsäußerung in Wort und Schrift, während gleichzeitig in der Presse überschwänglich gefeiert wird, wenn es wieder gelungen ist, Andersdenkende an der Ausübung ihres Grundrechtes zu hindern. Selbst wenn dies mit Hilfe eines Knüppels erfolgt, verfassen Schreiberlinge noch große Oratorien über die Wahrung der Meinungsfreiheit. In der Realität zeigen Umfragen, dass inzwischen mehr 80% der Leute ihre Meinung nicht mehr frei äußern. 2+2=Salztöpfchen.

Da werden Nachrichten aus aller Welt gebracht, die aber komischerweise ganz anders aussehen, wenn man in Medien anderer Länder schaut. Das fängt bereits bei der EU an, wo man sich medial krampfhaft weigert, einzusehen, dass der Grüne Weg Deutschland mehr und mehr isoliert. Und das geht nicht nur bei der Berichterstattung über den Russland/Ukraine-Konflikt weiter, bei der sich auch wieder innere Widersprüche häufen: beim Zwischenfall in der Straße von Kertsch wurde beispielsweise die ukrainische Position vertreten, dass es sich seitens Russland um einen kriegerischen Akt handelt, während nun gefeiert wird, dass Russland von UN-Seerechtstribunal verurteilt wurde, das aber nun ausdrücklich NICHT für kriegerische Akte zuständig ist. 2+2=63.

Eigentlich ist es inzwischen egal, was berichtet wird: ich gehe bei Meldungen der Qualitätspresse davon aus, dass der Begriff Qualitätslügenpresse mehr gerechtfertigt ist und die Meldung 0-10% Wahrheitsgehalt besitzt. Manchmal irrt man sich und es sind doch 15%, aber meistens liegt man mittlerweile damit richtig. Schöne blöde Welt! Warum gehört man nicht zu den 80%? Dann wäre es zwar in Summe nicht besser, aber man merkt wenigstens nichts.

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