Sehr geehrter Herr Bundespräsident Gauck,

ehrlich gesagt, Sie waren nie mein Präsident, und ich habe Sie auch nie als den Präsidenten der Deutschen empfunden. Damit müssen wir beide in einer Demokratie leben können. Aber immerhin haben Sie sich stets als Vorkämpfer der Demokratie und der Freiheit geriert, so dass ich eigentlich erwartet habe, dass Sie auch als solcher agieren.

Nun darf man im Moment in der Republik Zustände im Zusammenhang mit der AfD beobachten, die doch arg an die in der späten Weimarer Republik erinnern. Gegen diese Partei, die immerhin bis zu 25% der abgegebenen Stimmen auf sich vereinigt, wird derzeit ein Kesseltreiben veranstaltet, das mit politischer Auseinandersetzung nichts mehr zu tun hat. In Köln und anderswo versuchen Vertreter der anderen Parteien, Versammlungen nicht nur zu verhindern, indem sie Druck auf Vermieter ausüben, es wird auch im Verbund mit so genannten Gruppierungen „gegen Rechts“ ganz offen in den Medien zur Gewalt aufgerufen und selbst Gewalttaten in Form von Blockaden usw. angekündigt. Das ist nichts anderes als schwerer Landfriedensbruch und Nötigung.

Wo bleibt hier Ihre Mahnung zur Demokratie? Ich höre und lese nichts. Sehr geehrter Herr Gauck, Sie geben zwar in Kürze das Amt auf, aber Ihre Untätigkeit bei den sich zuspitzenden antidemokatischen Zuständen würde es auch rechtfertigen, Sie mit Schimpf und Schande aus einem Amt zu jagen, dass Sie offenbar nicht erfüllen können oder wollen. Sie haben noch ein paar Tage, aber danach waren Sie nicht nur nicht mein Präsident, Sie waren auch der erste Präsident der Republik, für den sich jeder Deutsch schämen sollte.

Viele Grüße

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