Orlando & Co.

Weitere Terror-Anschläge, bei denen sich Täter zum IS und der IS zum Anschlag bekennt. Echt oder Trittbrettfahrerei ? Oder genauer: sind das vom IS unterstützte Täter oder nutzt der IS nur die Option, die Taten für sich zu reklamieren? Schwer zu entscheiden.

Leichter zu bewerten sind allerdings die reflexartigen Reaktionen: der schon kanonartige Ruf nach schärferen Waffengesetzen. Würde das etwas nützen ?

Ich halte das für zweifelhaft. Orlando: über 50 Tote, lasche Waffengesetze; Paris: an die 100 Tote, scharfe Waffengesetze; Brüssel: an die 40 Opfer, scharfe Waffengesetze – und das sind jeweils nur die Toten, dazu kommt ein Vielfaches an physisch und psychisch Verletzten. Man kann die Statistik weiter treiben und andere Anschläge untersuchen und stellt fest, dass es keinen statistischen Zusammenhang zwischen der Schärfe der Waffengesetze und der Schwere der Anschläge gibt. In den USA kommt man leichter an automatische Waffen (leichter, aber nicht leicht! Was hier in den Medien behauptet wird, geht schlicht an der Wirklichkeit in den USA vorbei), hier theoretisch gar nicht, trotzdem werden sie hier wie dort eingesetzt. Es nützt nichts, den Bürger weiter zu entwaffnen, bis er den Sontagsbraten mit den Fingern zerreißen darf, weil inzwischen Besteckmesser verboten sind, und Schrauben nur noch von speziell ausgebildeten und überprüften Sicherheitsleuten fest- oder losgedreht werden dürfen, weil Schraubendreher auch als Stichwaffen eingesetzt werden könnten. Aber man kann so ohne jegliche produktive Idee zumindest Aktivismus vortäuschen.

Nebenbei: neueste Idee des Innenministers: man soll auffällige Personen, auch aus dem Familienkreis, der Polizei melden. Großartig! Angefangen damit, dass die Polizei mit solchen Meldungen gar nichts anfangen kann, da sie ohnehin schon überlastet ist, soll nun jeder Bürger nach Möglichkeit IM des MfS (neusprech: BMI) werden.

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