Die baltischen Zwerge haben es mit der Zerstörung sowjetischer Mahnmale des 2. Weltkrieges vorgemacht. Nun legt Israel nach: Der Knesset-Abgeordnete Zvi Sukkot hat ein palästinensischen Gefallenen gewidmetes Denkmal im Westjordanland mit dem Vorschlaghammer zerstört. Der Akt des Vandalismus geschah unter Aufsicht israelischer Soldaten.
Zvi Yedidia Sukkot ist ein israelischer Aktivist und Siedler, der für die religiös-zionistische, zum Regierungsbündnis Netanjahu gehörende Mafdal–HaTzionut HaDatit-Partei in der Knesset sitzt. Sukkot hatte sich zusammen mit Vertretern von HaKol HaYehudi („Die jüdische Stimme“, nicht zu verwechseln mit dem deutschen jüdischen Vereins ähnlichen Namens) in den vergangenen Wochen mehrfach an die israelische Armee gewandt und gebeten, „im Rahmen des Kampfes gegen den Terrorismus“ palästinensische Gedenkstätten in der Region (laut Sukkot Terror-Denkmäler) zu entfernen. Die Gedenkstätten können an Palästinenser erinnern, die bei Razzien der israelischen Armee getötet worden sind oder Opfer von Siedlergewalt wurden, aber auch Palästinenser, die Anschläge auf Israelis verübt haben und dabei ums Leben gekommen sind.
Die IDF kommt bei dem Vorgang nicht gut weg, wie schon verschiedentlich in den letzten Jahren. Die Demolierung des Palästinenser-Denkmals durch Sukkot habe man auf Anweisung von Zahal-Kommandeuren zwar gestoppt und Sukkot und seine Begleiter hätten dann das Dorf verlassen. Der Jüdischen Allgemeinen zufolge stellten die israelischen Streitkräfte klar, dass sie selbst gegen Ehrenmale vorgingen, die den Terrorismus verherrlichten. Solche Maßnahmen bedürften jedoch einer entsprechenden Genehmigung. Man plane aber bereits eine entsprechende Operation. Was wiederum bedeutet, dass die von verschiedener offizieller Seite geübte Empörung nur auf einem sehr dürftigen Laienniveau gespielt ist.
Nomen es Omen?
Das wird erst deutlich, wenn der Name am Ende einer Zeile zu Suk-
Kot getrennt werden muss.