Chimäre SUV

oder wie Grünes Gedankengut die Kacke erst richtig zum Dampfen bringt.

Der SUV, also die voluminösere Variante des PKW-Kombi, besonders beliebt bei Leuten, die sich als „grün“ bezeichnen, ist inzwischen zur Zielscheibe Nr. 1 mutiert, wenn es gilt, gegen das Auto Front zu machen. Lassen wir mal die Betrachtung, dass anscheinend viele hier Front gegen ihre eigene Lebensweise machen, fort. Grüne haben eben grundsätzlich eine dissoziative Identitätsstörung (auch Schizophrenie genannt), wie aus dem Weiteren ohnehin hervor geht.

Gewettert wird gegen die über 2 to schweren Ungetüme, die von der Straße oder zumindest extrem besteuert werden müssten. Die Biester sind zwar schwer im Vergleich zu kleineren Limosienen, die aufgrund der Materialoptimierung so um die 1.000 kg wiegen, +/- 200 je nach Typ. Allerdings bringt der Audi Q8, bei dem man erst ab einer Körpergröße von 1,80 m über das Dach schauen kann, es aufgrund selbiger Materialoptimierung auch „nur“ auf 1,8 to. Die elektrische Version des Q8, eine der E-Tron-Varianten, bringt es allerdings tatsächlich auf 2,7 to. Wenn das Gewicht eine Rolle bei der Kritik spielt, richtet sich die Kritik zu einem großen Teil an die E-Varianten der Fahrzeuge, die noch schwerer sind. Im Klartext: E-Fahrzeuge müssten nach dieser Logik deutlich höher besteuert werden als solche mit Verbrennungsmotor, wenn man der grünen Logik folgt.

Das Gewicht wird an der Stelle dann stets in Beziehung zum Verbrauch gesetzt. Der sei eben bei schwereren Fahrzeugen höher. Logischerweise dann bei E-Fahrzeugen am höchsten, und die bekommen ihre Energie beim derzeitigen Stand aus Kohlestrom, dessen Produktion ohnehin schon mehr CO2 produziert. Und genau das soll ja vermieden werden. Bei der Relation Gewicht/Verbrauch sind aber noch ein paar Nebenbemerkungen angebracht.

Wenn man nämlich auf den Verbrauch bei optimaler Nutzung schaut, unterscheiden sich die Fahrzeugtypen nur wenig. Optimale Nutzung bedeutet aber gleichbleibende Reisegeschwindigkeit, wobei das Optimum wohl etwa bei 70-80 km/h liegt, aber im Bereich bis ca. 120-130 km/h nun auch nicht dramatisch variiert. Erstaunlicherweise tut die Politik unter dem Gesichtspunkt der Minderung des Schadstoffausstoßes aber alles, um dieses Nutzungsoptimum auszuschließen.

  • In anderen Ländern gilt auf Landstraßen Tempo 90 km/h für alle, in Deutschland Tempo 100 km/h für PKW und Tempo 60 km/h für LKW. Statt gleichmäßig durchfahren zu können – 90 km/h wäre da einer der optimalen Werte – wird der Autofahrer zu Brems- und Beschleunigungsmanövern gezwungen, was natürlich den Verbrauch erhöht.
  • In anderen Ländern gelten innerorts und außerorts generelle Limits, die nur nach Bedarf (Unfallschwepunkte) heruntergeregelt werden, d.h. auf 30 km Fahrstrecke vielleicht ein Mal. In Deutschland wechseln die Limits zwischen 50 km/h und 100 km/h im Schnitt 2-3 Mal pro Kilometer, weil man den Fahrer offenbar nicht für fähig hält, sein Tempo entsprechend des Verkehrs anzupassen. Auch hier wieder ständiges Beschleunigen und Abbremsen.
  • Früher war es fast schon ein Sport bei den Ordnungsämtern der Städte, optimale „grüne Wellen“ für den Verkehr zu entwickeln. Der Verkehr sollte gleichmäßig durch die Städte fließen, was er auch tat. Heute ist es fast schon die Regel, im Rahmen der „Verkehrsberuhigung“ auf einer Hauptstraße an 10 Ampeln 7-8 Mal komplett zum Stehen kommen zu müssen. Wiederum unnötiges Beschleunigen und Bremsen.
  • Im Rahmen der Luftreinhaltung gehen zusätzlich viele Städte dazu über, das Limit von 50 km/h auf 30 km/h herabzusetzen. Größere Staus und längere Fahrzeiten sind die Folge. Außerdem verbrauchen die Fahrzeuge bei Tempo 30 km/h mehr Sprit als bei Tempo 50 km/h, was auch für E-Fahrzeuge gilt, die in dem Bereich mehr Strom benötigen. Über stärkere Lärmbelästigung und größere Umwege aufgrund von Fahrverboten muss gar nicht erst geredet werden.

Das künstliche produzierte diskontinuierliche Fahren führt natürlich zu höheren Verbrauchswerten bei zunehmendem Gewicht, wobei die E-Fahrzeuge an der Spitze liegen. Die Verbrauchsschere, auf die sich die Klima-Aktivisten immer beziehen, wird also erst durch die Klima-Maßnahmen erst geöffent. Würde auf KI-Lösungen zur Verkehrslenkung gesetzt, die ein gleichmäßiges Fahren ermöglichen, würde der Gesamtverbrauch trotz bleibendem SUV-Anteils stärker sinken als durch die Ausrottung der SUV bei Beibehaltung dieses Regelungsschrotts, der heute besteht. Kann man durchrechnen. Geht aber im dissoziativen Gehirn eines Grünen wieder verloren.

Die wollen mehr Kleinwagen statt SUV (oder besser gar keine Autos). Wenn man sich auf der Straße umschaut, stellt man aber fest, dass die großen SUV oft aus deutscher Produktion stammen, die Kleinwagen aber aus dem Ausland kommen. Das kommt nicht von ungefähr. Die Produktion in Deutschland ist bei den heutigen Energiepreisen und Lohnkosten die teuerste weltweit. Wenn man teuer produziert, muss man aber etwas besonderes anbieten. Kann man im Kleinwagenbereich allerdings nicht. Wenn ein kleiner Asiate um die 14.000 € kostet (all inclusive), ein vergleichbarer Deutscher aber um die 19.000 € (ohne Extras), hat der Produzent einen schweren Stand, zumal die Qualitätsunterschiede von früher heute nicht mehr vorhanden sind. Im Preisbereich um 50.000 € und höher spielen ein paar Tausend Euro für Leute, die solche Summen auf den Tisch legen, aber weniger eine Rolle. Die nehmen dann lieber den Benz, dessen Türen mit sattem „Plonk“ schließen statt mit billig klingendem „Peng“.

Mehr Kleinwagen bedeutet daher zwangsweise weniger Produktion in Deutschland und damit weniger Arbeitsplätze in der dazu gehörenden Industrie. Das kann man natürlich trotzdem als Ziel definieren, aber dann ist es auch nötig, sich Gedanken über die Leute zu machen, die dann keine Arbeit mehr haben. Und die Gedanken sollte man sich vorher machen und nicht „Boa, ey! So viele Arbeitslose!“ staunen, wenn der Schaden schon nicht mehr gut zu machen ist. Weder diese Reihenfolge noch irgendwie sinnvolle Vorschläge sind allerdings von Grünen zu erwarten.

Wobei sich die Frage stellt „wie kann man als Höchstkostenland überhaupt überleben?“. Kann man. Man muss nur besser sein als andere. Wenn der Inder einen Wert von 1.000 € produziert, muss der Deutsche in der gleichen Zeit eben einen Wert von 4.000 € oder mehr produzieren. Dazu muss man noch nicht mal mehr arbeiten, man muss nur technisch um einen Faktor >4 besser sein. Leider muss man feststellen: das war einmal. Die anderen sind besser geworden, während der Standard in D massiv gesunken ist. In internationalen Vergleichen belegt der deutsche Nachwuchs im technischen Bereich regelmäßig Plätze im letzten Fünftel der Rangfolge. Deshalb gibt es jetzt ja auch FFF mit der hart erstrittenen 4-Tage-Schulwoche. Das soll offenbar dafür sorgen, dass keiner mehr weiß, was „ein Fünftel“ eigentlich ist. Höchste Kosten mit den dümmsten Ingenieuren? Muss man noch spekulieren, wo das endet?

Fassen wir die grüne Schizophrenie zusammen: die vorgeblichen Ziele, hier CO2-Ausstoßreduzierung, werden durch die Maßnahmen nicht nur verfehlt, sondern der Abstand zum Ziel wird sogar noch vergrößert. Ersatzweise sucht man ein Opfer, hier den SUV, der bei einer tatsächlichen Annäherung an das Ziel (vorläufig) gar kein Opfer mehr zu sein brauchte und sich durch die weitere technische Entwicklung (möglicherweise) selbst erledigt. Das Erlegen des Opfers bedeutet aber auch ein Erlegen der eigenen Wirtschaft, was wiederum den Spielraum, tatsächlich irgendwo in Entwicklungen investieren zu können, stark vermindert. Für alles das wir demonstriert und protestiert, was zu Lasten des Bildungsniveaus geht und obendrein im Ausland den Eindruck erweckt, deutsche Produkte seien Schrott, was die Wirtschaft weiter beeinträchtigt. Wie immer kann man das meiste dieser Schlussfolgerungen durchrechnen oder durch bestehende Fakten beweisen, was als Input aufgrund der grünen dissoziativen Störung allerdings nur zum Output „das ist Nazi“ führt.

6 Gedanken zu „Chimäre SUV

  1. Wie kommt es denn dass ein E-Auto weniger Strom verbraucht mit 50 als mit 30 km/h? Bei Verbrennungsmotoren kann ich mir das noch irgendwie vorstellen, aber hier sollte dann doch eher die Autoindustrie sich an die Vorgaben orientieren und nicht umgekehrt.

    1. Auch bei Elektromotoren hängt die Effizienz von der Drehzahl ab. Im Internet findet man dazu Diagramme, wenn man die passenden Stichworte eingibt. Der ADAC hat dies außerdem vor ca. 1,5 Jahren in seiner Zeitschrift „Motorwelt“ in einem Artikel abgehandelt (Betriebsmessungen mit E-Fahrzeugen, keine Theorie), u.a. auch dass die Reichweite im Winter stark sinkt, weil (ebenfalls aus physikalischen Gründen) die Batteriekapazität bei Kälte geringer ist. Das hat somit nichts mit irgendwelchen Vorgaben zu tu, an die man sich nicht hält, sondern schlicht mit Physik, die auf politische Vorgaben pfeift, wie ich hier immer wieder (vergeblich) betone.

      1. Ich bezweifele ja nicht, dass das so ist. Aber dann liegt es doch an den Autoherstellern, die ihre Autos mit Motor/Getriebe auf die Geschwindigkeit von 50km/h auslegen.

  2. So lange Sie mir nichts zum Nachdenken geben, mach ich das nicht. Autos verbrauchen mit 30km/h auf längeren Strecken mehr. Das liegt aber dann daran, dass man dann 1-2 Gänge runterschaltet und den Motor mit einer nicht so effektiven Drehzahl betreibt. Aber da doch alle Autos über ein Getriebe verfügen, könnte man das Getriebe doch entsprechend auslegen, sodass der Motor auch ber 30km/h in einer geringeren Drehzahl fährt.

    Dazu kommt, dass man bei höheren Geschwindigkeiten einen größeren Luftwiderstand hat und man wohl im Stadtverkehr auch wieder mehr abbremsen oder beschleunigen muss. Wo ist also mein Denkfehler?

    1. Siehe Artikel https://gilbertbrands.de/blog/2019/09/23/autofahren-ist-nicht-neu/
      Da liegen die Hauptprobleme heute: nicht nachdenken und auch nicht nachschauen, was andere vorher festgestellt haben.

      Was will man mit einem Auto? Möglichst effektiv viele Leute individuell von A nach B befördern (lassen wir mal außen vor, dass sie viele in B fragen, warum sie nicht nach C gefahren oder lieber in A geblieben sind, wenn sie feststellen, was in B los ist). Genau diese Frage wurde zwischen 1960 und 1990 intensiv untersucht. Die damals realisierten Lösungen werden heute, von geregelten Autobahnstrecken einmal abgesehen, weitestgehend missachtet, was zudem bezüglich der angeblichen Ziele von volle Kanne nach hinten los geht (das erkläre ich aber nicht noch mal; wer nachdenken verweigert, muss halb ahnungslos sterben). Tempo 30 km/h macht unter dem Gesichtspunkt „was will ich mit dem Teil“ jedenfalls so viel Sinn wie der Vorschlag, die Schaltung eines Fahrrads auf Tempo 80 km/h zu optimieren.

      Auch bei Luftwiderstand (und dem Rollwiderstand der Reifen) sollte man mal die Physik konsultieren, bevor man seinem Vorurteil vertraut. Stichworte laminare/turbulente Strömung, Strömungsabriss u.a. Warum wohl sehen sich die meisten Fahrzeuge verschiedener Hersteller so ähnlich?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.