Studie: Bäume können das Klima retten

so der Titel einer Meldung in der WELT, die anscheinend auch in anderen Qualitätsmedien erschienen ist. Ersteller sind ein paar Schweizer Ricola-Männchen, die andernorts auch schon mal von sich gegeben haben, die Schweiz könnte mit ähnlichen Maßnahmen wie Deutschland die Welt retten (nicht die WELT, die ist nicht mehr zu retten).

Diese Studie ist besonders leicht als Schwachsinn zu entlarven, dazu muss man noch nicht einmal Fachmann sein. Sie gehört nämlich zu den Behauptungen, die zwar rechnerisch korrekt sind, aber nicht skalieren (besonders die Modelle des Professors für Scharlatanerie aus München, der ständig im Fernsehen auftritt, gehören in diese Kategorie).

Um die Skalierbarkeit einmal verständlich zu erläutern: was ein mittelgroßer Bagger an Erde bewegt, können alternativ auch 100 Arbeiter mit einer Schaufel machen. Rein rechnerisch kommt das hin, wenn man die Erde misst, die ein Bagger aufnimmt, und mit der vergleicht, die auf 100 Schaufeln liegt. Professor Scharlatan aus München würde uns also als Beschäftigungsmodell verkaufen, dass wir einfach 10 Bagger stilllegen und damit den 1000 arbeitslosen Bauarbeitern wieder eine Beschäftigung verschaffen.

Funktioniert aber nicht. Schafft man den Bagger weg, kann man vielleicht 20 Bauarbeiter an der Grube positionieren. Der 21. würde den anderen bereits im Weg stehen und könnte gar nicht schaufeln. Skalierfehler, weil der Platz für das Schaufeln nicht berücksichtigt wurde. Außerdem kann der Bagger die Erde 10 m weiter wieder von seiner Baggerschaufel abladen. Dazu benötigen die Arbeiter aber eine Schubkarre und müssten hin- und herrennen, was wesentlich länger dauert. Also ein weiterer Skalierfehler. Dass 100 Bauerarbeiter auf die Dauer mehr kosten als 1 Bagger, 1 Baggerführer und ein paar Liter Diesel, wäre noch ein weiterer Skalierfehler, den wir aber gar nicht mehr berücksichtigen wollen.

Skalierfehler kann man leicht erkennen, weil sich die Behauptung auf eine leicht überprüfbare und zunächst korrekte Bilanzierung bezieht. In dieser dämlichen Baumstudie ist das die Bilanz „Fläche * Baumgewicht = CO2“. Das ist zunächst eindrucksvoll und gut zu verstehen, wenn man in Bremen oder Berlin sein Abitur bekommen hat, selbst wenn man die mathematischen Zeichen * und = vielleicht nicht versteht.

Wenn man den Fehler finden will, muss man überlegen, wie man zu der Bilanz gelangen will. Hier: derzeit leere Fläche = 0 to CO2, danach volle Fläche = x to CO2, wobei „danach“ so locker flockig 80 Jahre oder mehr bedeutet. Wenn man nicht gerade Zaubereicheln aus dem Asterix-Heft besitzt, wachsen Bäume nun mal nicht schneller – was aber auch bedeutet, dass die Erde bis dahin nach dem Modell der Klimahysteriker die Oberflächentemperatur der Sonne übertroffen hat.

Das ist aber nicht der einzige Skalierfehler. Warum wachsen da heute keine Bäume? Bäume machen das nur, wenn genügend Wasser da ist, sonst wächst da nur Gras. Unberücksichtigt ist auch die Bodenqualität. Die muss auch stimmen. Wenn in Sibirien die Baumdichte laut WELT-Artikel nur bei 30-40% liegt (wobei sich keiner näher darüber auslässt, was eigentlich mit Baumdichte gemeint ist und wie die 100% aussehen sollen), wird das schon seinen Grund haben, zumal die sibirischen Wälder weitgehend Urwälder sind, die natürlich gewachsen sind.

Ein weiterer Skalierfehler ist die „Neu-Bepflanzung“ einer Fläche, die 1/3 der derzeitigen Welt-Gesamt-Waldfläche entspricht. Der Mensch soll das also absichtlich und vorsätzlich leisten. Wie das geht, verraten die schweizer Geistesgrößen nicht, auch nicht, um welche Baumarten es sich handeln soll und wo die Setzlinge herkommen.

Die Umsetzung in die Praxis skaliert somit nicht. Idioten bei der Arbeit, sekundiert von weiteren Idioten, die das medial breit treten. Die fehlende Skalierbarkeit trifft auf mindestens 60% der Meldungen in den Medien zu, weitere 35% sind von vornherein falsch, was die Fakten angeht. Für die 35% braucht man oft etwas Recherchearbeit, um den Fehler heraus zu bekommen, Skalierfehler benötigen aber in der Regel kein Spezialwissen; einfaches logisches Denken reicht aus, um den Betrug zu entlarven.

Übrigens braucht es die Ricola-Männchen auch gar nicht. Aufgrund des gestiegenen CO2-Angebots hat die Biosphäre längst von alleine zugelegt. Die Begrünung ist stellenweise um bis zu 20% gestiegen.¹⁾ Das hat mit schnellerem Wachstum oder besserer Nutzung anderer Ressourcen wie Wasser zu tun, wobei Bewuchs meist auch eine positive Rückkopplung besitzt und beispielsweise den Wasserhaushalt verbessert.

1) Die „Begrünung“ in Deutschland ist inzwischen über die CDU-Marke gestiegen, wobei hier der fallende IQ deutscher Schüler die Hauptressource darstellt.

Ein Gedanke zu „Studie: Bäume können das Klima retten

  1. Das ist Futter für die Klimagläubigen. Die Welt, Bild und Wirtschaftswoche haben diesen Artikel veröffentlicht, bis jetzt.
    Hoffentlich sind die FFF- Kids dann nicht mehr ganz so hysterisch, wenn sie nun endlich ihre Bäumchen pflanzen können.

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