Was ist „Klima“?

Einfache Frage, und obwohl anscheinend jeder genau weiß, was Klima ist, mit einer komplizierten Antwort. Gehen wir gruppenspezifisch vor:

Klimahysteriker

Also zunächst mal zu denen, die den Weltuntergang in den nächsten 10-12 Jahren prognostizieren. Was ist für die Klima? Erstaunlicherweise wissen sie das anscheinend selbst nicht. Abgesehen von der (schon rein mathematisch unsinnigen) Behauptung, eine „globale Erwärmung von 2°C“ würde die Temperaturen in Deutschland von ca. max. 35°C im Sommer auf über 50°C und die Wintertemperaturen von -10°C auf +10°C dauerhaft emporschnellen lassen, sprechen sie nie vom Klima, sondern – aufgepasst – stets nur von einem Klimawandel. Also das Klima wandelt sich – das wird von niemandem bestritten, weil das in der Erdgeschichte immer so war – und das darf nicht nur nicht sein, sondern muss auch irgendwie bewiesen werden, damit Panik eintritt.

Dazu gibt es zunächst einmal mehr als zweifelhafte Rechenmodelle, die eben zu dem Katastrophenschluss kommen. Die Rechenmodelle sind von ihrer Konstruktion her reine Scharlatanerie und weder in der Lage, die aktuellen Entwicklungen korrekt zu simulieren noch die nähere Vergangenheit mit ihren Eiszeiten, Warmzeiten und Zwischeneiszeiten. Zumindest das IPCC, auf das sich alle berufen, gibt auch unumwunden zu, dass eine Berechenbarkeit grundsätzlich nicht möglich ist. Diese Situation ist natürlich peinlich für die Beweislage, weshalb einer echten Diskussion mit allen Mitteln aus dem Weg gegangen wird. Da der Normalo die technischen Finessen ohnehin nicht versteht, funktioniert das halbwegs.

Bleibt die Beweispflicht gegenüber dem besagten Normalo, dass das Katastrophenszenario zutrifft. Das ist anscheinend derzeit sehr einfach und erfolgreich: Ein heißer Sommer? Das gab es noch nie, und so könne jeder direkt den Klimawandel sehen. Ein heftiger Sturm? Das gab es noch nie, und so könne jeder direkt den Klimawandel sehen. Eine Schneeschmelze im Norden? Das gab es noch nie, und so könne jeder direkt den Klimawandel sehen. …

Man kann stundenlang so weiter machen. Nur – bei all dem handelt es sich nicht im Klima, sondern um Wetter, das morgen, nächste Woche oder in einem Jahr ganz anders ausfällt. Trotzdem wirkt diese Argumentation. Das liegt zum Einen an der Selektivität des Gehirns. Aus gutem Grund merkt sich das nämlich nicht alles, sondern längerfristig eher positive Erlebnisse als negative. Und es ist leicht beeinflussbar: Psychologen haben längst eindeutig nachgewiesen, dass es sich gerne auch Sachen merkt, die gar nicht geschehen sind, d.h. Wunschprojektionen in Realität umwandelt. In einem Lehrbuch der Psychologie wird ein Fall erwähnt, in dem es aufgrund der Befragung durch einen Seelenklempner zu einem Gerichtsverfahren einer Frau gegen ihren Vater kam, der von ihr der wiederholten Vergewaltigung im Kindesalter angeklagt wurde. Ein medizinisches Gutachten ergab: die Dame war noch Jungfrau. Verurteilt wurde der Seelenklempner, die Familie war trotzdem kaputt.

Genau das läuft derzeit mit dem Klimawandel ab. Vermutlich kennt jeder jemanden, der Stein und Bein behauptet, früher hätte es in jedem Jahr mindestens 80cm Schnee gegeben, heute sei der Winter IMMER sehr warm. Insbesondere der 2018/2019, in dessen Wärme mir eigenartiger Weise reihenweise Pflanzen im Garten erfroren sind, die angeblich problemlos -10°C aushalten. Klar war der Winter anders als der vorher, aber das Gehirn produziert wunschgemäß einen Verstärkungsfaktor 10 in die klimahysterisch gewünschte Richtung.

Der zweite Trick besteht in der Berichterstattung über seltene Wetterereignisse. Hagel in Sachsen! Das gab es noch nie, und so könne jeder direkt den Klimawandel sehen. Doch, gab es, nur halt vor ein paar Jahren nicht in Sachsen, sondern in Thüringen oder Hessen. Nicht umsonst spricht die Meteorologie von Jahrzehnt- oder Jahrhundertereignissen, und statistisch spielt sich jedes Jahr irgendwo ein Wetterphänomen ab, das an der Stelle alle 30 Jahre eintritt. Längst vergessen und deshalb werbewirksam in Klimahysterie umsetzbar.

Fazit: die Rechenmodelle sind grober Unfug und Scharlatanerie und die „Beweise“ schlicht Wetterereignisse, die mit Klima nichts zu tun haben.

Die Klimaleugner

Der Widerpart der Hysteriker sind die Klimaleugner, was als Begriff nicht stimmt, sich aber gut zur Diffamierung eignet. Leugner sind ja Lügner, und Lügner sind immer was Schlechtes. Korrekterweise müsste man sagen, dass es sich um Leute handelt, die die Kernthese eines hauptsächlich vom Menschen verursachten Klimawandels anzweifeln. Das darf man aber so nicht sagen, denn mit Kritikern müsste man diskutieren, mit Leugnern aber nicht, weil die halt ihnen selbst bekannte unumstößliche Tatsachen als falsch darstellen. Klimaänderungen als solche leugnen die Leugner keineswegs, ebenso wenig einen grundsätzlichen Einfluss des Menschen.

Diese Gruppe weist zunächst einmal darauf hin, dass „Klima“ im Großen und Ganzen der mittlere Wetterjahresverlauf in einem Zeitraum von ca. 30 Jahren ist. Wichtig: Wetterjahresverlauf unter Einschluss der Extrema, d.h. eine Wetterkurve, die letztlich fast jeden Tag des Jahres umfasst und nicht eine mittlere Jahres-Temperatur, und die das Wetter insgesamt umfasst, also auch Niederschläge und einiges Andere und nicht nur die mittlere Jahrestemperatur. So weit so gut. Leider wird der Ansatz nicht konsequent weiter verfolgt.

Die weitere Strategie der Leugner, die aus gutem Grund kein quantitatives Modell präsentieren, besteht (leider oder dummerweise) darin, zu sehr auf die Argumentation der Klimahysteriker einzugehen. Die haben nämlich eine sehr offene Flanke: die gesamten Messdaten, auf die sie sich berufen, sind äußerst zweifelhaft, schon weil für die Zeiträume, um die es geht, keine einheitlichen Messverfahren vorliegen. Vieles wird einfach geschätzt, aber Schätzungen kann man diskutieren. Und einige Daten sind ganz offen gefälscht. in einem aktuellen Beispiel verlegt der so genannte Klimaforscher Rahmsdorf vom PIK den Jetstream, der für den ungewöhnlichen Winter 2019 verantwortlich gemacht wird, kurzerhand aus 11.000 m Höhe auf 5.000 m Höhe, weil dann seine Behauptungen besser passen. Im Volksmund nennt man das Betrug. Und da kann man sich dran abarbeiten.

Das Problem dabei: die Entlarvung der Klimahysteriker als Scharlatane ist zwar sehr eindeutig, spielt sich aber dummerweise auf einem höheren technischen Niveau ab, auf das der Normalo nicht folgt. Er vertraut eher der Medienpropaganda, die die Rahmsdorf-Aussagen „Das ist Quatsch!“ verbreitet, ohne weiter auf die technischen Details einzugehen. Zur Ehrenrettung muss man dazu sagen: das können Journalisten auch gar nicht, denn die Abschlussprüfung in Journalistik besteht im Nachweis, dass der Absolvent von wirklich nichts auch nur den blassen Schimmer einer Ahnung besitzt.

Fazit: Die Klimahysteriker verdrehen Fakten, bis sie in ihr Weltbild passen, die Klimaleugner stellen die Verdrehung dar, ohne sich wirklich von der Argumentation der Hysteriker zu trennen, der Normalo darf sich aussuchen, was er glaubt, und nach Murphy’s Law ist das grundsätzlich das Falsche.

Und das Klima?

Das Grundprinzip der Leugner stimmt schon mal: Klima ist eine langfristige Statistik, die viele Daten enthält, und da liegt das Problem: sie enthält zu viele Daten und überfordert das menschliche Gehirn bei einer Modellbildung. Zudem existiert ein „globales Klima“ genauso wenig wie eine „globale Temperatur“, ein „globaler Niederschlag“ oder eine „globale Nutella-Versorgung“. Klima ist regional. Leugner weisen zwar darauf hin, nehmen aber ziemlich vorschnell meist wieder die „globale Temperatur“ in den Mund und begeben sich damit auf das Glatteis der Hysteriker.

Klima ist regional. Vom Klima in Mittelhessen kann man nur bedingt auf das Klima in Meck-Pomm schließen und schon gar nicht auf das am Nordpol. Wenn es in Mittelhessen im Laufe der Jahre wärmer oder trockener wird, muss das nicht bedeuten, dass am Nordpol das Eis schmilzt. Und wenn die Eismenge in Grönland weniger wird, muss das nichts mit der Temperatur zu tun haben, denn es kann auch schlicht zu wenig geschneit haben. Die Verdichtung des Begriffs Klima auf den Begriff Temperatur ist schlicht Humbug, wenn natürlich auch höhere Temperaturen für Schmelzvorgänge recht hilfreich sind.

Man kann (und sollte das auch tun) sich an der Stelle einmal von den physikalischen Daten trennen und zu einem Klimabegriff kommen, der auch für den Normalo leichter einsehbar ist und sämtliche Parameter umfasst. Das Klima kann man recht einfach mit der Frage „Was wächst denn da?“ erfassen. Biologische Lebensgemeinschaften sind äußerst sensible Klimaanzeiger, wenn es auch heute etwas kompliziert ist, weil der Mensch Pflanzen und Tiere kultiviert, die ohne ihn schnell wieder verschwinden würden. Wenn sich das Klima ändert, ändern sich auch die Lebensgemeinschaften, und da die Biologie etwas langsam ist, sind wir wieder bei den 30 Jahren (eher 20-100), mit denen auch die mehr physikalisch orientierten Leute operieren. „Der und der Käfer kam im 14. Jahrhundert noch in Thüringen vor, heute aber nur ab Oberitalien südwärts“ oder „Der und der Singvogel flog vor 50 Jahren noch nach Westafrika, überwintert aber heute in Südengland“ ist für jeden Normalo leicht verständlich, während er mit „die mittlere Temperatur ist von 14,5°C auf 14,8°C gestiegen“ in der Realität nichts anfangen kann (die Fachleute übrigens auch nicht).

Damit haben wir einen fassbaren Klimabegriff, der obendrein nur regional gilt. Auch für den braucht es Fachleute, die beispielsweise Leitarten auswählen und untersuchen, und auch das kann man kontrovers diskutieren. Der Vorteil: den Käfer kann zur Not jeder anfassen, und für die Schlussfolgerung „der zurückweichende Gletscher hat Holzstämme frei gegeben, also muss es da schon mal klimatisch ganz anders ausgesehen haben“ ist ohne komplizierte Modelle für jeden durchschaubar.

Auch andere Daten sind so besser einzuordnen. „Dürrekatastrophe“ bezieht sich in der Regel auf die Ernährungsgrundlage, und dabei handelt es sich (abzüglich der kriegsbedingten Hungerkatastrophen) in der Regel um kultivierte Pflanzen, die nur bedingt an das Klima angepasst sind. So gerne einem das auch leid tut, aber Dürre- und Hungerkatastophen sind lokale Wettererscheinungen, und nur wenn sich längerfristig die Biosphäre grundsätzlich ändert, hat sich klimatisch etwas getan. Das passiert auch, aber eben nicht im 1-2-Jahresmaßstab.

Desgleichen kann man die Festlandseisausdehnung betrachten, was ja heute für ein Steigen des Meeresspiegels so besonders wichtig ist (Meereis spielt keine Rolle). Die Gletscher in den Bergen gehen seit ca. 1800 zurück – ein eindeutiger Klimatrend. In Grönland aber zumindest in Bezug auf ein objektiv zu beobachtendes Steigen des Meeresspiegels bislang nicht. Derzeit wachsen dort und anderswo die Gletscher wieder. Einerseits wieder ein Beleg für die Lokalität des Klimas, andererseits ein Beleg für unsinnige Aussagen wie „Gletscher schmelzen seit 2014 immer schneller!„.

An der Stelle ein Wort zu den Eisbären, die gerne als Opfer des so genannten Klimawandels dargestellt werden, weil sie ihre Eisheimat verlieren. Ich weiß nicht, ob die Hysteriker irgendwann auf die Idee kommen, Eisbären hier Asyl zu bewähren, um mit ihrer Hilfe das Wolfsproblem anzugehen, aber derzeit nimmt die Population zu. Der Grund ist einfach: wenn die Meereisausdehnung zurückgeht, was zumindest über einige Jahre der Fall war, nimmt die Planktonmasse im Meer zu und damit auch die Fische und folgend die Robben, die Hauptnahrung der Eisbären, deren Population wächst. Nimmt das Meereis wieder zu, kehrt sich der Effekt um und ein paar Eisbären finden nicht mehr genug Nahrung. Natürliche Schwankungen, die mit einer grundsätzliche Klimaänderung nichts zu tun haben, weil sie zu kurzfristig sind.

Fazit: es lässt sich durchaus ein für jeden verständlichen Klimabegriff definieren, der diskutiert werden kann und dessen Diskussion auch jeder folgen kann. Die Hysterie der Hysteriker würde so sehr schnell entlarvt werden.

… und die Zukunft?

Ehrlich gesagt: die kennt keiner. Aufgrund irgendwelcher Modelle sagt der eine eine langfristige Erwärmung, der andere eine Abkühlung voraus. Was kommt, ist abzuwarten, was auch kein Problem ist, denn es handelt sich auf jeden Fall um Zeiträume, nach deren Verstreichen sich niemand mehr an die Jugendlichen erinnern kann, die heute mit der Parole „ihr zerstört unsere Zukunft“ auf die Straße gehen, weil selbst die Gräber ihrer Kinder bereits wieder eingeebnet sind.

Die Frage ist, wie man abwartet. Durch CO2-Hysterie? Wenn die ganzen Modelle der Hysteriker reine Scharlatanerie sind, dann schließt das die CO2-Hysterie ein. Ein Bioklimamodell weist sogar eindeutige Vorteile höherer CO2-Konzentrationen für die Menschheit aus, und ob Erdöl und Erdgas wirklich endlich und fossil sind, ist noch längst nicht ausgemacht.

Sehr viel sinnvoller als ein Schritt zurück in eine vorindustrielle Gesellschaft, wie er derzeit in D vollzogen wird, wäre ein Schritt vorwärts in eine superindustrieelle Gesellschaft weltweit. Industrialisierung scheint nämlich nach bisherigen begrenzend auf die Vermehrungsrate des Menschen zu wirken, und da liegt wohl das eigentliche Problem und nicht in einer CO2-Hysterie.

Eine konsequente technische Weiterentwicklung der Menschheit würde nebenbei auch das CO2-Problem lösen, vielleicht durch neue Kernkraftnutzungen, vielleicht auch durch Kernfusion. Energie ist der Hauptmotor der Weiterentwicklung. Vielleicht erst in 50 Jahren, aber das dürfte die Welt problemlos aushalten, denn der einzige, der seinen Einfluss maßlos überschätzt, ist der Mensch selbst. Und sollte dann eine klimatische Entwicklung eintreten, die Nachteile für die Menschheit beinhaltet, kann man der mit Technik begegnen. Dazu muss man sie aber entwickeln und nicht verteufeln. Mit Faustkeilen lassen sich keine Bewässerungsanlagen bauen, mit Baggern schon.

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