Einbahnstraße

Deutschland ist gerade dabei, seine Wirtschaft gründlich zu ruinieren. Antreiber außer der AfD und Teilen der FDP alle anderen Parteien sowie die gesamte Qualitätspresse. „Dringend gegensteuern“ fordern manche äußerst wortreich. Wozu es allerdings oft zu spät sein dürfte.

„Gegensteuern“ läuft darauf hinaus, dass so in 2-5 Jahren, wenn die erste halbe Million Arbeitslose aus der aufgebenden Industrie doch mal in der Öffentlichkeit auffallen, halt ein paar unsinnige Sachen wie NOx-Grenzwerte, Feinstaub und CO2-Einsparvorschriften geändert werden und damit wieder mehr Möglichkeiten für die Wirtschaft geschaffen werden, die dann nur noch die halbe Million Leute + 2-5 Millionen Neger und Araber wieder einstellen muss. Das klingt logisch, selbst in den Ohren irgendwelcher renommierter studierter Nicht-Naturwissenschaftler. Leider haben sie dabei nur die ökonomische Seite im Blick, aber nicht deren Voraussetzung.

Voraussetzung für eine funktionierende Spitzentechnik ist technologisches Know-How, und das geht ebenfalls verloren, wenn eine Sparte eingestampft wird, oder wird bestenfalls auf irgendeinem Wert fixiert, während rund herum der Fortschritt weiter geht. Weg ist weg, und das lässt sich auch nicht mehr zurückholen. Ein paar Beispiele:

Deutsche Reaktorsicherheitstechnik war weltweit führend, und Sicherheitsingenieure wurden hier ausgebildet. Mit dem AUS für die Kernenergie war natürlich auch diese Technik nicht mehr notwendig. Derzeit laufen die letzten Lehrstühle wegen Pensionierung aus, dann ist das Know-How endgültig weg. Die Technik wird woanders gemacht, und der Vorsprung ist nicht mehr aufzuholen.

Ein Nebenschauplatz der Kernenergietechnik ist die Wiederaufbereitung, ein nach wie vor ungelöstes Problem im Rahmen des Rückbaus. Wenig öffentlich beachtet entwickelten bereits vor 20-30 Jahren einige Unternehmen innovative Wiederaufbereitungsverfahren beispielsweise für kontaminierte Stähle – und wurden von den Aufsichtsbehörden geschlossen bzw. in die Insolvenz gedrängt, weil in Deutschland die Beschäftigung mit solchen Themen tabu war.

Deutsche Bergbau- und Fördertechnik war gerade aufgrund der problematischen Förderbedingungen ebenfalls weltführend. Mit dem Einstampfen des Bergbaus verschwand auch diese Technik. Die Fördertechniksparte von O&K wurde an Hitachi verhökert, der Rest an Fiat verkauft, die Maschinen in den Förderstrecken abgebaut und irgendwohin verscheuert. Mal von Liebherr abgesehen gibt es seitdem keine deutschen Bagger mehr.

Mannesmann, ein großer deutscher Stahlhersteller und führender Röhrenproduzent nahtloser Rohre und 1999 noch mit 130.000 Mitarbeitern ausgestattet, wurde bereits ein Jahr später aufgelöst. Mannesmann hatte sich seit ca. 1990 ein weiteres Standbein in der IT-Branche aufgebaut, offenbar interessant genug für den Vodafone-Konzern, Mannesmann zu kaufen und postwendent zu zerschlagen. Die geschätzt ca. 100 Mrd DM Verlust spielten für Vodafone damals keine Rolle, der Wegfall kompletter Technologiesparten für den Standort Deutschland schon eher. Stahl weg, IT weg – und nicht wieder gekommen.

Im IT-Bereich hat Deutschland bekanntlich bislang abgesehen von SAP gar nichts auf die Beine bekommen. Siemens hat sämtliche Hardware-Sparten eingestampft und von Robotron ist nach der Wende auch nichts übrig geblieben. Bei der Software-Entwicklung wird selbst heute an vielen Hochschulen in den Lehrplänen großes Gewicht auf den Datenschutz gelegt, was beim Nachdenken über neue Anwendungen äußerst hinderlich ist. Datenschutz ist eine nachgeschaltete Angelegenheit, in Deutschland aber die Hauptsache. Geschützt wird auf Teufel komm ‚raus, nur weiß man meist nicht, wer vor wem geschützt wird. Derweil laufen die Innovationen in China, Russland und den USA über die Bühne.

Nun geht es an weitere Techniken: Kraftwerksbau? Iiigittt! Hier wird stillgelegt und nicht entwickelt! Siemens war sogar drauf und dran, die profitable Turbinenproduktion einzustellen. Gerade noch so gestoppt, aber vermutlich wird die Entwicklung allenfalls auf kleiner Flamme betrieben. Derweil geht der weltweite Kraftwerksbau – alleine derzeit 1.400 Kohlekraftwerke – mehr und mehr an Deutschland vorbei.

Automobile? Bislang ein weiteres Highlight der deutschen Technik, wird sie nun eingestampft und auf Nischenprodukte zurück gefahren. Wer Automobilmuseen besucht und sich anschaut, mit wieviel Sprit und Hubraum Modelle vergangener Jahre wieviel PS aus den Motoren holten und das mit heutigen Werte vergleicht, kann sehen, was erreicht worden ist. Was noch erreichbar ist, lässt sich sogar ausrechnen. Der Energieinhalt der Kraftstoffe ist bekannt, der Rest ist Thermodynamik, und die ist seit Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt. Der heute erreichte Wirkungsgrad bei Großmotoren liegt bei ca. 53%, was noch drin ist, kann ich leider nicht sagen, aber eine Reihe Verbesserungen dürften immer noch möglich sein – wenn man Material- und andere Forschungen fort führt – oder führen würde, denn Deutschlands Automobilkonzerne inklusive Bosch stellen das Meiste wohl ein.

Da zunehmend auch die elektrische Versorgungssicherheit gefährdet ist, wird auch die Maschinenbaubranche betroffen. Bestimmte Entwicklungslinien können nicht weiter verfolgt werden, wenn die Maschinen hier gar nicht einsetzbar sind, Anwender wandern möglicherweise verstärkt in andere Länder ab.

Das Problem, das von den Gegensteuerern übersehen wird: in anderen Ländern wird weiter entwickelt, und jeder Tag bedeutet im besten Fall einen Tag Rückstand, in der Realität aber wegen des Schwindens des Know-Hows, das auch an Menschen und Prozesse gebunden ist, wohl eher 10-20 Tage, die sich schnell zu Jahren aufaddieren. Das holt man nicht so einfach wieder auf, zumal in der Bildung ja mehr Wert auf Geschwätz als auf MINT gelegt wird und es abzusehen ist, dass Prozentrechnung bald zum Bereich höhere Mathematik gerechnet … nee, nicht gerechnet, das kann auch keiner mehr – also irgendwie dazu geschlagen wird. Und selbst wenn man es versucht, stößt man schnell auf Patente, die andere inzwischen haben, und das war es dann. China hat nicht ohne Grund ausgedehnte Einkaufstouren gerade durch Europa veranstaltet, um dahin zu kommen, wo es heute ist.

Einbahnstraße. Wenn man den gesamten Vorschriftenquatsch über Bord kippen und statt genderkorrekter Deklination sinnvolle Bildungsziele definieren würde, ließe sich vielleicht der Anschluss noch halten, aber das wird nicht passieren. Die EU benötigt zu viel Geld für ihre islamische Umvolkung, um hier noch eine liberale Gesellschaft hochkommen zu lassen. Bei allen gefeierten Wirtschaftserfolgen lebt Deutschland schon längst von der Substanz, wie ein kurzer Blick auf den Zustand der Infrastruktur zeigt. Eine Einbahnstraße in einen Drittweltstaat, von der zunehmend weniger Abzweigungen in eine andere Richtung existieren.

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