Ein Lesch macht keinen Sinn

Eigentlich sind Natur- und Ingenieurwissenschaften sehr einfach gestrickt:

§ 1: Naturgesetze sind nicht verhandelbar

§ 2: Alles kann berechnet oder gemessen werden. Meinungen haben keinen Platz

Natürlich wird auch in Ingenieur- und Naturwissenschaften diskutiert, was von Geschwätzwissenschaften als Aufeinanderprallen von Meinungen missinterpretiert wird. Die Diskussionen drehen sich darum, ob in Bezug auf § 2 alle Randbedingungen korrekt erfasst sind oder Vermutungen durch Messungen bestätigt sind.

Eigentlich recht einfach, wenn sich alle dran halten würden. Immerhin würde den Grünen mit ihren spinnerten weil völlig undurchdachten Ideen und ihren geschwätzwissenschaftlichen Supportern die MINT-Phalanx gegenüberstehen und die Sache klarstellen. Leider gibt es aber auch MINT-Märchenonkel wie diesen hier:

100% EE? Kein Problem, wenn man sich auf den komm-ich-jetz-im-Fernsehn-Professor beziehen kann, der kein Problem in 100% EE sieht und noch nicht mal den hahnebüchenden physikalischen Unsinn korrigiert, mit dem grüne Tussis in den Medien hausieren gehen.

Was uns hier vorgelescht wird, hört sich im ersten Augenblick überzeugend an. Ist es aber nicht, wie ich an einem alten Witz verdeutlichen möchte:

Stehen zwei Arbeitslose am Rand einer Baugrube. „Was der Bagger da macht, könnten auch 100 Arbeiter mit Schaufeln erledigen.“ meint der eine. Der andere stimmt zu: „Oder 3.000 mit Esslöffeln.“

So rechnet auch Lesch, weshalb man diese Methode auch als Leschen bezeichnen kann. Leschen ist eine einfache Umschreibung für „billige Bilanzbildung“. Gelescht ist es somit kein Problem, noch weitere 5 Mio so genannter Flüchtlinge zu integrieren. Wir benötigen nur genügend Esslöffel und setzen sie beim Autobahnbau ein. Nur stimmt schon der Witz nicht: 100 Bauarbeiter schaffen pro Stunde das Gleiche wie ein Bagger, in der Baugrube lassen sich aber allenfalls 20 Bauarbeiter so anordnen, dass jeder arbeiten kann. Jeder darüber hinaus behindert sich selbst und die anderen und verlangsamt den Bau. Die Aufgabe lässt sich also nicht auf beliebig viele Arbeiter verteilen und die Arbeiten dauern deshalb in diesem Fall auch 5x so lange wie mit dem Bagger. Die Kostendifferenz zwischen einem Bagger samt Fahrer und 100 bzw. 3.000 Arbeitern ist dabei noch gar nicht einmal eingerechnet, genauso wenig wie für 20 Arbeiter und den Zeitverlust.

Nun ist so eine Bilanzbildung für sich nicht ehrenrührig. aber sie ist nur der erste Schritt, um Alternativen zum Istzustand abzustecken. Allerdings muss man im zweiten Schritt die Alternative skalieren, also prüfen, was in der Realität wirklich geht, und das macht Sinn. Also nicht nur Sinn im Sinne von Sinn, sondern eben auch Prof. Sinn. Der rechnet nach, welche Auswirkungen es hat, wenn man die Bilanz mal mit den echten Größenordnungen durchrechnet. Der kommt dann beispielsweise darauf, dass man für ein smartes Stromnetz unter Berücksichtigung der E-Autos zur Glättung des EE-Stroms 200 Mio BMW I3 benötigt, was etwa die fünffache Menge an derzeitigen Autos ist, mit denen man dann aber nicht fahren kann, weil sie zur Glättung des Stroms benötigt werden. Mit anderen Worten: das geleschte Modell macht keinerlei Sinn.

Dummerweise können mindestens 90% der geleschten grünen Modelle nicht gesinnt werden. Lesch macht also keinen Sinn, wie die Überschrift schon sagt. Die Modelle skalieren entweder gar nicht, wie das Beispiel der 200 Mio BMW demonstriert, oder sie skalieren zu Kosten, die in keinem Verhältnis zum Ergebnis stehen oder gar nicht tragbar sind.

Schauen wir uns mal den Inhalt des Videos an. Ich unterstelle mal, dass Lesch nur gelescht und nicht genauer über das Thema nachgedacht hat. Wenn doch, kann er das ja hier als Kommentar richtig stellen.

Photovoltaik. Wieviel Fläche an Kollektoren haben wir, was liefern die an Strom, wieviel Dachfläche haben wir? Einfache Fragen, und schon steht die Antwort einer Vollverkollektierung sämtlicher Dächer. Gut, Lesch gibt selbst zu, dass das nicht die Lösung ist. Aber ich unterstelle, dass die Unbrauchbarkeit vieler Dachflächen wegen der Ausrichtung oder Beschattung durch andere Gebäude oder Bäume nicht berücksichtigt ist und in der Erzeugungsbilanz auch nachgeführte Sonnenfarmen mit berücksichtigt sind. Das wirklich zu sinnen dürfte schwierig werden, aber dem geleschten Modell würde ich erst einmal nur bedingt trauen.

Holz aus dem Wald. Wieder ein geleschtes Modell. Nun wird Holz in der Form ja bereits benutzt, und wer einem Baumhäcksler im Forst schon mal begegnet ist, weiß, dass sich hinter solchen Maschinen problemlos ein halbes Panzerregiment verstecken kann. Der hier ist schon recht eindrucksvoll, und im Wald sind Geräte unterwegs, denen auch Stämme im Meterdurchmesser keine Probleme bereiten:

Skaliert das Modell? Das ist ohne ausführliches Sinnieren nicht so ohne Weiteres zu sagen. Das Holz muss aus der gesamten Fläche geholt werden, und bereits da könnte die Bilanz ziemliche Risse bekommen. Zudem wird aller Wald damit zu Wirtschaftswald. Adieu Schutzgebiete. Die Schnitzel müssen zu speziellen Kraftwerken transportiert werden (berücksichtigt? Vermutlich nicht), falls man sie nicht nur als Beifeuerung in Kohlekraftwerken verwendet wie jetzt. Solche Kraftwerke müssten auch erst einmal gebaut oder alte umgerüstet werden. Holz ist feucht und liefert weniger Energie als trockenes Holz, dafür aber mehr Problemabgase. Auch das ist zu skalieren. Trocknen oder Filtertechnik?

Vermutlich skaliert das Modell mit Gewalt sogar großenteils, aber was sind die Umweltschäden und die Kosten? Mit der Vorgehensweise kanadischer, skandinavischer oder russischer Schnitzelproduzenten, mit relativ geringem Aufwand ganze Wälder komplett zu häckseln, die dann mehrere hundert Jahre haben, wieder nachzuwachsen (es ist genügen Fläche vorhanden), wird man im kleinflächigen Deutschland nicht konkurrieren können. Selbst wenn man nicht heimisches Holz nimmt und Umweltprobleme hier umschifft, wird es teuer. In Großbritannien liegt die Subvention für solche Techniken mit kanadischen Schnitzeln beispielsweise bei ca. 53 € / MWh, und dort wird nur beigefeuert. Wie groß müssen die Subventionen für deutsche Schnitzel als Reinfeuerung sein? „Problemlos“, wie Lesch behauptet, ist das definitiv nicht, und wenn mehr Länder auf diese Idee kommen, dürfte die Skalierung mit Kosten und Umweltschäden nicht mehr funktionieren.

Biogas. Nun, das will Lesch aus Abfällen machen, nicht aus speziell angebauten Pflanzen. Auch das ist nur gelescht, denn die Rechnung wird zunächst ohne die Mikroben aufgemacht. Die wollen nämlich gleichmäßige schmackhafte Nahrung, wenn sie Methan produzieren sollen. Heute Raps und morgen Gülle beantworten sie mit einem Umkippen der Anlagen, d.h. die Produktion fällt aus oder statt Methan wird beispielsweise Schwefelwasserstoff geliefert, und den will man in den Generatoren nicht haben. Der erste Teil der Skalierung betrifft also das Problem, welche Abfälle wie zu welchen Anlagen transportiert werden.

Das zweite Problem ist das Gas selbst. Wie groß sind die Reaktoren und wie wird das Gas genutzt? Vor Ort verbrannt? Oder irgendwie zu einem zentralen Kraftwerk transportiert? Oder muss es gar gespeichert werden, weil es auch für Spitzenlasten verwendet werden soll?

Fazit: auch hier ist die Wahrscheinlichkeit, dass die geleschte Idee beim Sinnieren auf die Größenordnung Deutschland nicht mehr skaliert, relativ groß.

Wüstenenergie. Technisch dürfte das, allerdings in Verbindung mit Wasserstofftechnologie, noch am Besten skalieren. Allerdings sollte man auch hier erst einmal feststellen, welche Auswirkungen das vor Ort hat. Auch hier ist schon vieles schief gegangen, weil man meinte, sich um die vorhandene Umwelt nicht kümmern zu müssen.

Pilotprojekte sind in dem Bereich sogar mal angefangen, dann aber wieder eingestellt worden. Wirtschaftlich skaliert das nämlich (derzeit) überhaupt nicht, und wie hoch die Subventionen sein müssen/dürfen, wäre erst mal zu Sinnen. Politisch skaliert das allerdings überhaupt nicht, so lange man es mit dem Islam zu tun hat.


Wir sehen also, Lesch betreibt pure Scharlatanerie, weil er sich um eine Skalierung der Modelle einen Scheissdreck kümmert (Scharlatan war früher unter Gelehrten eine schlimmere Beleidigung als heutige Mutmaßungen moslemischer Zeitgenossen über die sexuellen Gewohnheiten der Mütter von Nichtmoslems). Für einen Ingenieur sind die Modelle komplett unbrauchbar und pure Spekulation, so lange sie nicht skaliert sind, für einen Grünen, der ohnehin schon Bruchrechnung nicht versteht, die absolute Wahrheit. Und Lesch weiß das. Und genau deshalb sind Leute wie Lesch oder der Fernsehdoktor Hirschhausen so gefährlich. Sie geben inhaltslosen Geschwätz einen MINT-Anstrich und stellen es den von Natur aus blöden Grünen frei, sich einer „Meinung“ anzuschließen. Und so rennt Sinn mit seinen Versuchen, über die Skalierung etwas Verstand in die Sache zu bringen, seit geraumer Zeit völlig in die Leere. Er könnte genauso gut versuchen, Hochsprung zu trainieren, um auf simple Art Mondgestein ohne Rakete und mit reiner Muskelkraft zur Erde zu holen.

Lesch macht keinen Sinn, aber es ist derzeit wohl nicht möglich, Sinn in irgendwas geleschtes zu bringen.



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