Tierschutz

Brieftauben sind insbesondere in Deutschland ein Hobby für den kleinen Mann. Verschiedentlich und insbesondere in den Weltkriegen als Meldeflieger verwendet hat sich die Taubenzucht seit den 1860er Jahren im Ruhrgebiet entwickelt. Da sie sehr heimattreu sind und über einen hervorragenden Ortungssinn verfügen, der schon fast GPS-Qualitäten hat, hat sich die Taubenzucht zum Taubensport entwickelt, indem in Wettbewerben die Tauben in Entfernungen von bis zu 1.400 km Entfernung ausgesetzt werden und gemessen wird, wie schnell sie wieder im heimischen Taubenschlag landen (gelingt natürlich nicht immer).

Während die Taubenzüchtervereinigung die Brieftaubenzucht als „nationales immaterielle Kulturerbe“ anerkannt sehen wollen, spricht der Tierschutzbund – wie könnte es anders sein? – von Tierquälerei. Die Tauben würden schamlos von den Züchtern ausgenutzt, und wie üblich schlägt man kompromisslos aufeinander ein.

Ich überlege nun, ob man nicht parallel den diskriminierenden Namen „Hohltaube“ ebenso anprangert, genauso die Vulgärbezeichnung Schnappsdrossel anstelle des korrekten Namens Wacholderdrossel. Auch der Schluckspecht sollte wegen Diskriminierung nicht mehr verwendet werden. Noch mehr als die Brieftauben werden im Übrigen die Bordsteinschwalben von ihren Besitzern ausgenutzt, doch habe ich hier vom Tierschutzbund noch nichts gehört.

Es könnte natürlich auch sein, dass Jeff Bezos von dem Streit hört und seinerseits den Züchtern beisteht. Eine entsprechend größer gezüchtete Taube könnte als amazon-Pakettaube zum Einsatz kommen und bestellte Waren noch am gleichen Tag ausliefern. Für Prime-Mitglieder natürlich mit der Option, die Taube nach Auslieferung zu verzehren.

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