Die Vergiftung des Klimas

Kapitel 5: Das Klima

Kommen wir zum eigentlichen Thema, dem Klima selbst. Die Temperatur ist Teil des Klimas, aber eben nur ein Teil. Schaut man in die Geschichtsbücher, findet man ganze Hochkulturen, die quasi aus dem Nichts entstanden und nach einiger Zeit ebenso rätselhaft wieder verschwunden sind, ohne dass sich auf größere Temperatur- oder gar CO2-Schwankungen schließen ließe. Schaut man sich die Reste von Persepolis, der ehemaligen Hauptstadt der persischen Großkönige an,

stellt sich die Frage, wieso diese in einer derart kahlen Gegend siedelten (zugegeben, das Bild zeigt nicht alles; es gibt auch Vegetation, aber trotzdem …), und nach einigem Überlegen wird man vielleicht darauf kommen, dass es damals anders aussah, weil es das Klima feuchter war. Wasser ist die eigentliche Leitgröße des Klimas, und seine Verteilung ist aufgrund seiner Eigenschaften äußerst inhomogen, auch in der Luft. Es ist zudem ebenfalls ein Treibhausgas, das schon dank seiner Menge eine größere Rolle spielt als CO2 (was nicht ausschließt, dass das manchmal ein Zünglein an der Waage sein kann, soviel Zugeständnisse muss man schon machen).

Wolken und Wind

Wir erwähnten schon, dass eine Eis- und Schneedecke sowie Wolken eine verstärkende Rückkopplung bei den Eiszeiten haben, weil sie Sonnenlicht reflektieren statt zu absorbieren. Schnee und Eis sind lokal an den kalten Stellen zu finden, Wolken wiederum weltweit. Außerdem reflektieren Wolken das Licht in Höhen von weniger als 1.000 bis ca. 13.000 m über dem Erdboden, verkürzen also die Absorptionswege für das relativ schwere CO2. In die Wärmebilanz der Klimaleute muss daher zwangsweise die Bewölkung mit eingehen. Im Prinzip ist eine erste Einbeziehung via Satellitenbeobachtung durchaus möglich.

Wolken haben aber noch eine weitere Funktion. Sie transportieren Wärme. Wasser an der Erdoberfläche muss verdampft werden, was Energie erfordert. Die Bildung von Wolkendampf, Regentropfen, Schnee oder Hagel setzt diese Energie in der oberen Athmosphäre wieder frei, unter Umständen weit entfernt vom Verdampfungsort. Zur Wolkendynamik gibt es jede Menge Forschungsprojekte, und die Klimaleute geben selbst zu, darüber bislang deutlich zu wenig zu wissen, was sie aber nicht veranlasst, ihre Gesamtmodelle entsprechend moderat zu formulieren.

Das Wettergeschehen wird durch Hoch- und Tiefdruckgebiete bestimmt, die sich aus irgendwelchen Störungen bilden können. Tiefdruckgebiete saugen Warmluft nach oben, wobei aufgrund der Abkühlung Wolken und Niederschläge entstehen. Die Erscheinungsformen sind vielfältig:

  • Kleinräumig entladen sich lokal Verdunstung in kurz dauernden Regenfällen oder Gewittern.
  • Großräumige Aufladung von Warmluft mit Feuchtigkeit und weiter entferne Senken von Hochdruckgebieten führen zum Monsun, bei weniger starker Aufladung zu den Regenfällen in unseren Breiten.
  • Fallweise kann es zu großräumigen starken Aufladungen kommen, die sich in Stürmen entladen. In unseren Breiten können diese den halben Kontinent mit Wind bis über 120 km/h überqueren.
  • Noch stärkere Aufladung in ausgesprochenen Warmgebieten führen zu Zyklonen mit Windgeschwindigkeit bis 250 km/h und Starkregen, die allerdings so viel Energie umsetzen, dass sie praktisch zusammenbrechen, so bald sie auf Land treffen.

Die Mechanismen sind gut bekannt, aber das Meiste ist nicht vorher zu sagen. Wie stark entwickelt sich ein Sturm, wie verschieben sich Monsungürtel? Klimaleute reden sich bei Fragen nach den Entwicklungen damit heraus, dass sie sich mit dem Klima und nicht mit Wetterberichten beschäftigen, aber was ist Klima anderes als das Wetter insgesamt? Wenn man sich das Gerede anhört (wir kommen noch dazu), muss man jedenfalls konstatieren, dass die Klimaleute in den letzten Jahren, den heißen Sommer 2018 eingeschlossen, jeweils völlig auf dem falschen Fuß erwischt wurden. Weder die kalten letzten Jahre hatten sie auf dem Schirm noch das Festfressen der Hochdruckgebiete über Nordeuropa in diesem. Zwar wissen oder vermuten sie inzwischen, dass das Wetter 2018 etwas mit einer Anomalie des Jetstreams zu tun hat, einer extrem schnellen Höhenluftströmung.

An ihr entlang hangeln sich die Hoch- und Tiefdruckgebiete.

Die Betonung liegt dabei auf „inzwischen“. Laut wikipedia

„Ein subtiler Resonanzmechanismus, der Wellen in den mittleren Breiten festhält und sie deutlich verstärkt,“ wurde 2014 als Ursache unter anderem für die seit der Jahrtausendwende gestiegene Anzahl der Wetterextreme im Sommer – wie etwa die Rekord-Hitzewelle 2010 in Osteuropa, die mit Ernteeinbußen und verheerenden Waldbränden um Moskau einherging – in Verbindung gebracht.

Wie schon mehrfach in der Artikelserie betont: es geht bei den Betrachtungen nicht darum, Klimaänderungen zu leugnen. Die Absolutheitsansprüche, mit denen die Klimaleute auftreten, sind jedoch nicht gerechtfertigt. Sie behaupten Kausalfolgen, über deren Teile sie mutmaßlich viel zu wenig wissen, um mehr als Vermutungen anstellen zu können.

Meeresströmungen

Meeresströmungen gibt es jede Menge, wobei wir uns hier auf den Golfstrom beschränken wollen:

Der Golfstrom befördert etwa 30 Millionen Kubikmeter Wasser pro Sekunde (30 Sv) am Floridastrom, bei einer Geschwindigkeit von 1,8 Meter pro Sekunde, und bis zu maximal 150 Millionen Kubikmeter Wasser (150 Sv) bei 55° West. Das ist mehr als einhundertmal so viel Wasser, wie über alle Flüsse der Welt zusammen ins Meer fließt. Er transportiert etwa 1,5 Petawatt Leistung. Dies entspricht der Nutzleistung von ungefähr zwei Millionen modernen großen Kernkraftwerken.

Auslöser des Golfstroms sind Winde und die Corioliskraft, die Wasser von äquatornahen Regionen nach Norden treiben. Dort kühlt das Wasser an den Eisrändern auf ca. 0-4°C ab, gleichzeitig wird durch Bildung der Nordpolarkappe Wasser gebunden, was den Salzgehalt des Wassers erhöht. Am Südpol ist das kaum möglich, weil es sich dort überwiegend um Festlandeis handelt. Da die Dichte des Oberflächenwassers höher ist als die der darunter liegenden Schichten, sinkt es in die Tiefe ab, und gewissermaßen als Gegenbewegung wird in Äquatornähe Wasser nach oben gezogen, so dass der riesige Kreislauf, der eine enorme Wärme- und Gas-Pumpe darstellt, in Gang kommt.

Wenn es wärmer wird und damit die Eiskappe kleiner, wird die Abkühlung und Aufsalzung des Wassers weniger effektiv, d.h. es staut sich lediglich im Norden auf (leichte Erhöhung des Meeresspiegels im Nordmeer bei Sinken in Äquatornähe), statt abzusinken, der Fluss kommt zum Erliegen und damit auch der Wärmetransport nach Norden. Die Folge wäre eine Eiszeit, da das gemäßigte Klima vorzugsweise auf den Golfstrom zurück zu führen ist. Der Vorzeige-Inder Mojib Latif hat in den 1990er Jahren genau das in jeder Fernsehsendung gepredigt, in die er eingeladen wurde, bis er schließlich mit einer 180°-Kehre (ja, das kann nicht nur Höcke!) vom Kälte- auf den Wärmetod umsattelte.

An der Stelle muss man mal den Rassismus herauskehren: Inder werden aus irgendwelchen Gründen als besonders intelligent angesehen, was nach diversen Schulreformen sogar stimmen mag. Würde die Hauptrolle von „Hör mal, wer da hämmert!“ mit einem Inder besetzt und der Titel in „Machdatdamaldranda gibt Heimwerkertipps“ umbenannt, die Serie wäre bei ansonstem gleichen Inhalt spontan von einer Comedy zum seriösen Ratgeber mutiert. Das außer der 180°-Kehre auch ein wenig Unfug in Sachen stand-by-Betrieb von Geräten verkündet wurde, machte ebenfalls nichts aus.

Zurück zum Golfstrom. Tatsächlich wurden Anzeichen einer Abnahme des Stromes gefunden, seit ca. 1950 um ca. 15%, wobei in der folgenden Grafik der Zeitraum von 1860 bis 2200 umfasst ist und mit verschiedenen Modellen gerechnet wurde (IPCC). Verlässlich ist nur der Bereich 1960-2018. Die schwarzen Kurven sind berechnete Werte, die theoretisch entstehen würden, wenn das CO2 auf dem Stand von 1960 eingefroren worden wäre.

Man bemerkt wieder die üblichen Tricks: Extrapolation in Bereiche, die den zur Verfügung stehenden Datenbereich um ein Mehrfaches übersteigen, theoretische Aussagen, die unüberprüfbar sind und obendrein von einer Größe abhängen: vom CO2.

Ein Abbrechen des Golfstromes wäre nun eine sehr fatale Angelegenheit, allerdings marschieren wir dann auf eine Eiszeit zu und nicht auf den Wärmetod. Übrigens in Einklang mit den Zyklen der Eiszeiten. Man erinnere dazu die vollmundige Ankündigung „in den nächsten 100.000 Jahren wird die Eiszeit wegen Menschen-CO2 ausbleiben“. Sogar die Wetterkapriolen passen dazu. Verschiebung von Monsungebieten, kalte und warme Jahre bei uns usw. – alles ist aus den Übergängen der letzten Zwischeneiszeiten zu den Eiszeiten aus Sedimenten bekannt, eine relativ hohe CO2-Konzentration in der Athmosphäre eingeschlossen.

Um es mal etwas satirisch auszudrücken: ich weiß nicht, wie das gehen soll, aber anscheinend kann die Natur zwischen natürlichem CO2 und solchem aus Kraftwerken und Motoren unterscheiden und deshalb das Klima in die entgegengesetzte Richtung steuern. Oder allgemeinverständlich: irgendwie passen hier verschiedene Aussagen der Klimaleute nicht zusammen, und wenn das doch einen Sinn machen sollte, sollten sie das besser vorrechnen. Tun sie aber nicht.

Die Biosphäre

Wir hatten schon angesprochen, dass Pflanzen Wasser in großen Mengen verdunsten und andere Lebewesen CO2 in großen Ausmaß wieder aus dem Verkehr ziehen können. Hier haben wir tatsächlich einen Einflussfaktor des Menschen, der erheblich sein kann (und es vermutlich auch ist). Wälder sorgen für eine erhebliche Verdunstung und einem Wärmetransport in höhere Luftschichten. Ersetzt der Mensch großflächig vorhandene Wälder, wie dies derzeit weltweit in den Tropen erfolgt, hat das Auswirkungen auf den Wasserhaushalt und damit auch auf das Klima.

Wenn etwa Regenwälder verschwinden und durch Ölpflanzen ersetzt werden, hat das Auswirkungen:

Bei solchen Bildern wird gerne der Artenschwund bejammert, aber wesentlicher ist eigentlich die Störung des Wasserhaushalts, die ziemlich verheerend sein kann. Im Mittelmeerraum wurden bereits in der Antike die Wälder abgeholzt, und die Vegetation hat sich nie wieder richtig erholt. Es ist dauerhaft trockener geworden, was Bäume fort hält. In Deutschland trifft das beispielsweise auf die Lüneburger Heide zu, die alles andere als eine natürliche Heidelandschaft ist, sondern auf die komplette Abholzung des Waldes für die Salzherstellung zurück zu führen ist. So genannter Naturschutz ist oft Schrebergartendenken, und im Nationalpark Bayerischer Wald musste man feststellen, dass der Borkenkäfer nahezu die gesamten Monokulturen ausgelöscht hat, als man die Fortwirtschaft einstellte. Inzwischen wird teilweise wieder Forstpflege betrieben, weil die Wiederansiedlung stabilen Mischwaldes Jahrhunderte dauert und von alleine nicht so wirklich funktioniert.

Noch fataler ist die Viehwirtschaft in Brasilien, wenn Bäume durch ausgesprochene Flachwurzler wie Gräser ausgetauscht werden. Wenn Flächen von der Größe der BRD oder mehr betroffen sind, hat das Auswirkungen. Bei uns ist es das ständige Zubetonieren der Landschaft, das mehrfach bereits zu lokalen Flutkatastrophen geführt hat, weil kein Wald da ist, der das Wasser hält. Umgekehrt haben Aufforstungsprojekte in Israel gezeigt, dass sich Wälder in günstigen Gebieten stabilisieren können, weil sie das lokale Klima positiv beeinflussen.

Inzwischen hat sich auch bei den Klimaleuten herumgesprochen, dass der Raubbau an den Wäldern nach hinten losgeht und Biodiesel aus Öl alles andere als umweltfreundlich ist. Wenn man die Ausführungen zum Klima allerdings liest, wird fast alles wieder auf das CO2 reduziert: Baum fällen – mehr CO2, Baum wachsen lassen – nimmt CO2 auf. Der Wasserhaushalt wird allenfalls am Rande erwähnt (Wald erzeugt Dunst, der Licht reflektiert), die direkten Erfahrungen mit lokalen Klimaauswirkungen, die durchaus auch räumlich viel weiter reichenden Effekte haben können, wird anscheinend strikt übersehen. Die heilige Kuh CO2 darf anscheinend keine Konkurrenz bekommen.

 

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