Lügenpresse

ist ein Ausdruck, den Journalisten angesichts ihrer vielfältigen Arbeit für beleidigend halten. Aktuell regen sich Journalisten der öffentlich-rechtlichen Propagandamedien wieder öffentlich auf. Doch er ist leider oft gerechtfertigt.

Beispiel 1: Ukraine-Konflikt. Die so genannte Berichterstattung ist absolut einseitig. Zu Wort kommen in Interviews ausschließlich westliche so genannte Politik-Experten, für die Schuld für alles und jedes bei Russland liegt. Durch passende Frage- und Antwortspiele im Rahmen solcher Interviews erhält der Hörer/Leser oft den Eindruck, es fehle eigentlich nicht viel, um zum Kompromiss zu kommen; wenn man aber etwas genauer hinhört, sieht der Kompromiss so aus, dass Russland und die Ostukrainer gewissermaßen bedingungslos kapitulieren und der Westen alles diktieren darf. Russen werden grundsätzlich nicht gefragt, Ostukrainer ebenfalls nicht. Einseitigkeit ist aber bereits eine Lüge, wenn vorgegeben wird, umfassend und neutral zu berichten.

Beispiel 2: Ost-Ukraine. Immer wieder wird über Kämpfe berichtet, die von den Russen angezettelt werden (natürlich, wer sonst). Wenigstens einige Medien geben allerdings zu, dass sie in die russischen Gebiete nicht mehr hineinkommen (weil die Leute eben sehr unangenehme Erfahrungen mit der Lügenpresse haben). Also wird alles geschrieben, was die Ukrainer sagen, jedoch ohne zu erwähnen, dass es sich nur um die halbe Information handelt. Eine Lüge.

Beispiel 3: Ähnlich geht es in Bezug auf Syrien zu. Hier wird nur berichtet, was so genannte gemäßigte Terroristen behaupten, ohne das aber zu verifizieren oder zu relativieren. Vermutlich wäre durch Zusammenarbeit mit den Russen sogar embedded journalism möglich, aber mit den Russen !? Weglassen wichtiger Informationen oder Verbreiten möglicherweise sogar falscher Informationen ist aber eine Lüge, wenn man vorgibt, informieren zu wollen. Noch schlimmer, aber in dem Umfeld auch präsent: das Weiterlügen, wenn durch andere längst die Sache klargestellt wurde.

Beispiel 4: Bei Thema AfD wird nicht berichtet, was die AfDler sagen oder schreiben – es wird berichtet, was die Journalisten hineininterpretieren, wobei nach Lust und Laune jede Aussage zerpflückt, geeignet wieder zusammengesetzt und etwas, was man dann hineininterpretieren könnte, so verkauft wird, als hätten die Parteileute das tatsächlich so gesagt. Jemand anderem etwas in den Mund schieben, was er nicht gesagt hat, ist aber eine Lüge.

Beispiel 5: Zum Schluss trifft es noch den einzelnen Bürger, der aufgrund eigener Erfahrung beispielsweise bei Pegida mitmarschiert. Der kann sagen, was er will, er hat Angst, etwas nicht verstanden, hat Klischeevorstellungen, ist ein Extremist oder was auch immer an Beschimpfungen gerade parat ist. Liebe Journis, diese Leute sind keine Spinner, sie haben bestimmte Erfahrungen gemacht, auf die sie gerne verzichten möchten. Eure Argumentation „bei unserem Nobelitaliener (mit Pizza ab 25 €) kommt so was nicht vor, also gibt es so was auch nicht“ ist ebenfalls eine Lüge, nämlich ein Schönlügen des Lebens anderer.

 

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