Wie „wir“ Russland fertig machen werden!

Bundeskanzler Friedrich Merz ist ja in die Fußstapfen anderer Leute getreten, deren inoffizielle Titel mit „GröF..“ anfangen, und will die Bundeswehr zur stärksten Kontinentalmacht Europas machen. Mit einem stehenden Heer von angeblich 400.000 Soldaten.

Das mit dem „stehenden Heer“ klappt ja schon ganz hervorragend. Mehr als die Hälfte des Materials, sofern noch nicht in der Ukraine verschrottet, ist nicht einsatzbereit und darüber hinaus sind viele Soldaten heute fußkrank. Märsche von mehr als 1 km? Und dann womöglich noch ohne ständig aufs Handy zu schauen? Dann anstatt als Felswebel lieber als Feldschwabbel im stehenden Heer dienen.

Andererseits hat die Bundeswehr bereits heute eine der Spitzenplätze im Heeresranking: sie ist die am stärksten bürokratisch verwaltete Armee der Welt. Man muss sich das so vorstellen, dass bei der Beschaffung von Munition für Haubitzen nicht nur die Munitionsabteilung den Beschaffungsantrag abzeichnen muss, sondern auch die Umweltfreigabe, die erst nach ausführlicher Analyse der Rückstände nach Schuss und Treffer erfolgen kann, Abteilung 3 prüft, ob die CO2-Emissionsrichtlinien eingehalten werden, Abteilung 4 kann den Beschaffungsantrag nicht abzeichnen, da die Verpackungsrichtlinie nicht eingehalten wird, Abteilung 5 kontrolliert die Vollständigkeit der Lieferkettenangaben und blockiert die Beschaffung, sofern Kinderhände die Munitionsbefüllung erledigt haben könnten, bei Abteilung 6 muss ein Transportschein A38 beantragt werden, um die Munitionskisten zum Depot bringen zu könne, was Rückfragen bei Abteilung 7 hinsichtlich der Gültigkeit der Umweltplakette der Transportfahrzeuge notwendig macht, Frauen- und Transgenderbeauftragte müssen befragt werden – und zum Schluss wird alles noch mal 6 Monate auf Eis gelegt, weil das Formular 13.1137 noch nicht in zugelassener PDF-Form vorliegt.

Satire? Klar, aber keine übertriebene. Bundeswehrmaterial muss nicht nur für irgendeinen Kampf geeignet sein, sondern obendrein auch jede Menge zivile Anforderungen erfüllen, doe völlig überflüssig sind, und abgelaufene Zertifizierungen stellen ein großes Problem dar, denn schließlich muss man sicher sein, dass die Granate nicht nur explodiert, sondern dabei auch die DIN 192.447 erfüllt, und das muss alle zwei Jahre geprüft werden.

Im Bundeskriegsministerium des Herrn Boris Bäcker (lateinische Pistorius) weiß man von dieser Überbrürokratisierung und ergreift Gegenmaßnahmen. Die darin bestehen, dass man das Kriegsministerium verdoppelt: zunächst durch Grundstücksankauf und Neubauten (was ja in diesem Land schon eine ziemliche bürokratische Hürde ist, zumal EU-Regeln ausgesetzt werden sollen), später zwangsweise durch die doppelte Anzahl an Beamten, die die Auswüchse im Bundeswehrbeschaffungsamt unter Kontrolle bringen sollen. Man kann sich leicht vorstellen, dass die Zahl der Rückfragen, Kontrollabzeichnungen, Querverweise, Emails, SMS usw. deutlich potenziert werden. Was nach den bisherigen Erfahrungen auch auf die Truppe zurückwirken dürfte: nach einem harten Kampfeinsatz von 20 Minuten muss beim Gegner eine Waffenstillstandspause beantragt werden, damit der kämpfende Soldat seinen Bericht schreiben und die Munitionsverwendung akribisch belegen kann, was intern natürlich durch mindestens eine Abteilung und eine Revisionsabteilung unter Einsatz von Supercomputern und externen Beratern auf Plausibilität geprüft wird.

Man kann sich leicht vorstellen, was passiert, wenn der Russe hier einmarschieren sollte: nach wenigen Metern ist er in einen Formularkrieg verwickelt, den er nicht gewinnen kann, angefangen damit, dass er nach der Eroberung eines Ortes einen Bescheid der Abteilung 47b erhalten könnte mit der Aufforderung, den Ort sofort zu verlassen, da bei der Eroberung gegen Richtlinie 23.427 in Verbindung mit Runderlass 12 vom 17.10.2026 verstoßen wurde. Rechtsbehelfsbelehrung: er kann wahlweise nach verlassen des Ortes eine neue Eroberung versuchen, die jedoch ebenfalls geprüft wird und in einen erneuten Bescheid zum Verlassen des Ortes münden kann, alternativ innerhalb von 4 Wochen nach Erhalt des Bescheides Klage beim zuständigen Verwaltungsgericht einreichen kann, die jedoch nicht aufschiebend ist.

Man kann sich leicht vorstellen, dass die russische Kampfarmee nach wenigen Tagen aufgibt und sich der Bürokratenarmee ergibt. Die Gefangenen werden anschließend zu Tode verwaltet, wobei das Rote Kreuz keinen Zugang zu den Lagern erhält. Ja, liebe Russen! Der Kampf ist schon gewonnen, bevor ihr überhaupt angefangen habt. Also gebt besser gleich auf!