Die Wahl in Israel ist vorbei. Der Netanyahu-Block (aka Satanyahu in sozialen Netzen) hat um die 50 Sitze gewonnen, der Eisenkot-Block (wobei man das Eisen beruhigt weglassen kann) ebefalls, und 18 Sitze gingen an die Gojim (Araber und Christen mit israelischem Pass). Letzteres entspricht zwar nicht ihrem Anteil am Volk – dann müssten es um die 30 sein – aber immerhin scheinen erheblich mehr zur Wahl gegangen sein als bisher (vor der Wahl nur 10 Stimmen).
Für die Mehrheit sind 61 Stimmen im 120-Abgeortneten-Parlament notwendig. Die haben weder der eine noch der andere, womit Israel erst einmal formal unregierbar ist (im Klartext: Satanyahu sagt weiter, wo es lang geht). Die Aussage ist entlarvend: ginge es um das Wohl des Landes, wären auch Koalitionen mit den 18 Gojim möglich. Aber das scheidet vollständig aus, denn die beiden Blöcke sind sich alles andere als unähnlich: ob nun Satan~ oder ~kot, beide sind sich einig, dass die besetzte Fläche in ein gojimfreies Gebiet verwandelt werden muss. Es geht nur um die Geschwindigkeit und das wie: Der eine will die „Siedler“ alleine weiter machen lassen, der andere die IDF an den Massakern beteiligen. Und obendrein – auch das völlig offene Wahlkampfparolen – soll es auch den 18 Parlaments-Gojim und ihren potentiellen Wählen, also 25% der Pass-Israelis – an den Kragen gehen.
Das geht nicht ganz ohne Reibereien mit den Inhalten des im vorhergehenden Beitrag angesprochenen Themen. Aber auch dazu gibt es Klarstellungen für die deutsche Staatsräson:
Im Klartext:
„Und Sie müssen wissen, der wahre Internationale Gerichtshof, das moralische Höchstgericht der Welt ist das Volk Israel hier im biblischen Land
Es ist keine Frage wie Ihr uns seht, sondern wie Wir Euch sehen !
Ihr müsst Euch die Frage stellen – seid Ihr mit den Kindern Gottes oder gegen Sie ?“
Moshe Feiglin, Ultrazionist und Vorsitzender der Zehut Partei – einem Koalitionspartner von Bibi Netanjahu
Letztlich geht es also nur darum, wer im Chefsessel sitzt, und deshalb ist das Land unregierbar. Der Krieg wird weitergehen, egal ob mit Satan~ oder ~kot, vermutlich mit einem weiteren Angriff auf den Iran nach den Mid-Terms in den USA. Satan~ hat die Fortsetzung bereits verkündet, Trump wird noch folgen. Nach Angaben des Pentagon – nach Ansicht des Kongresses zu niedrig, was auch bestätigt wurde – hat die USA der Krieg bislang 47 Mrd. US-$ gekostet, Tendenz schnell steigend, weil immer mehr Kräfte in die Gegend verlegt werden. Und die Wahrscheinlichkeit, dass die Irren in Israel die letzte Grenze überschreiten und A-Bomben werfen, falls die USA zu zögerlich sind, ist ziemlich hoch. Immerhin handelt es sich um das Volk Gottes und das Verhältnis – 16.500.000 ./. 8.400.000.000 oder 0,02% – zum Rest der Weltbevölkerung ist ja auch recht angemessen.
Man kann fragen, weshalb es in Israel keine wirksame Opposition gibt, die dem Spektakel ein Ende setzt. Warum wählt man Ultra-Kriegshetzer und nicht Leute, die auf irgendeine Form von Verhandlungen setzen? Denn die gibt es durchaus, sind aber in die beiden Blöcke als Minderheiten eingepfercht und müssen mitspielen. Die Antwort findet man (teilweise) in diesem OSINT-Artikel (OSINT = Open Source Intelligence) über die IDF:
Eines der Hauptprobleme der IDF sind „Moral Injuries“, also Traumata, die dadurch entstehen, dass gegen eigene moralische Grundsätze verstoßen wird. Siehe beispielsweise die Posener Reden von Heinrich Himmler. Diese entstehen, wenn bei den Einsätzen vorzugsweise unbewaffnete Zivilisten, darunter in Gaza die Hälfte Frauen und Kinder, massakriert werden und ihr Eigentum zerstört wird. Psychologisch wappnen sich die Betroffenen im Dienst meist dadurch, dass die letzten Hemmungen fallen und es noch brutaler als angeordnet wird (Selfie-Videos von IDF-Soldaten in sozialen Netzwerken belegen dies). Nach dem Ausscheiden aus dem „Dienst“ schlägt das bei vielen ins Entgegengesetzte um, einen tiefgreifenden Ekel vor sich selbst, Depressionen und Suizidgedanken. Die IDF hat mitlerweile einen Aufwand von ca. 145.000 psychiatrischen Behandlungen pro Jahr (zum Vergleich: ein Jahr hat 8760 Stunden, der Aufwand entspricht somit ca. 68 Arbeits-Jahren/Jahr, wenn man 8h/d und eine 5-Tage-Woche ohne Urlaubszeit annimmt).
Vielen, aber nicht allen. Viele nehmen die Brutalität mit nach Hause und geben sie dort weiter. Die vergangenen Jahre haben nicht nur Verbrechen auf Verbrechen gehäuft. Sie haben das Land innerlich getötet. Die langen Jahre der Besatzung und der Siedlungspolitik haben Spuren hinterlassen, die man in ähnlicher Weise in Frantz Fanons Bericht über die französischen Besatzer in Algerien lesen kann, der 1961 unter dem Titel „Die Verdammten der Erde“ erschien. Fanon, der als Psychiater in Algier, arbeitete, beschrieb, wie die Gewalt, die französische Soldaten und Polizisten damals ausübten, in ihr Leben, in ihre Familien eindrang. Wie sie sich eben nicht einhegen oder wie eine Krawatte ablegen lässt, sondern die Gesellschaft durchdringt wie ein langsam wirkendes Gift. Das Gift durchdringt Israel seit 1967, seit Beginn der Besatzung, und schon Netanjahu ist ein Produkt dieser Vergiftung. Aber die Wahl belegt, dass es inzwischen alle Winkel erreicht hat. Eine Friedensbewegung hat derzeit keine Chance.
Hinzu kommt eine wirtschaftliche Komponenten, die im Hintergrund den Treiber abgibt: ähnlich wie in Deutschland mit seiner fast nicht mehr existierenden Automobilindustrie hängt Israel von der Waffenindustrie ab, die 15% des BIP ausmacht und deren Produkte zu 75% exportiert werden. Der Exporterfolg hängt nicht zuletzt davon ab, dass ständig die Wirksamkeit und Qualität bewiesen wird – durch einen permamenten Krieg. Frieden hätte ähnliche Auswirkungen wie das E-Mobilitätsdiktat auf die deutsche Autoindustrie.
Es ist somit einem Menge gesellschaftliches Gift in Israel im Umlauf. Wird dieses Gift nicht erfolgreich bekämpft, und dafür gibt es derzeit keinerlei Anhaltspunkte, zumal die USA und die EU durch ihre Sklavenhaltung noch mehr Öl ins Feuer gießen, wird diese Gesellschaft untergehen. Was vermutlich auch für die Sklaven gilt, denn abgesehen von Politik und den Journutten und Presstituierten der Qualitätsmedien gibt es in den Völkern selbst immer noch eine solide Mehrheit mit gesunden Moralvorstellungen.