Die Jugendzeit ist nicht nur eine Zeit zum Spielen, Herumdaddeln und zumindest bei Jungen nach der Pubertät der Entdeckung, dass man sich zeitweise partiell in einem Körper des anderen Geschlechts befindet und sich dabei ganz wohl fühlt (was für die Gegenseite vermutlich auch zutrifft), sondern vor allen Dingen auch des Lernens und der Schule.
Schon in der Urzeit lernten die zukünftigen Erwachsenen, dass man ein Schaf oder eine Ziege durchaus mal streicheln durfte, bevor man ihr das Genick brach und sie aufaß. Und dass die gleiche Prozedur bei einem Säbelzahntiger vielleicht noch bis zum Streicheln gedieh, die Rollen beim Genickbrechen und Aufessen aber vertauscht sind. Man musste also die Gefahren der Welt kennen lernen und sich darüber hinaus das Fachwissen aneignen, wie man der Ziege professionell das Genick brach (Jungenarbeit) und sie zum Aufessen vorbereitete (Mädchenarbeit).
Später waren andere Gefahren kennen zu lernen. Aus dem Säbelzahntiger wurde der LKW und man musste lernen, auf Grün zu warten, bevor man über die Straße ging. In der Regel klappt dieser Lernprozess recht gut, wenn auch die ersten Mängel in der Erziehung dadurch sichtbar werden, dass der Unterschied zwischen „Recht haben“ und „Recht bekommen“ nicht hinreichend in die Jugendlichen hinein projiziert wird. Man hat 100% Recht, wenn man der Ansicht ist, mit seiner Mofa auf der Hauptstraße Vorfahrt vor dem von Rechts kommenden SUV-Blechdackel zu haben, bekommt aber zu 0% Recht, wenn der Fahrer des Blechdackels nur mal kurz schaut und nicht bemerkt, dass die Mofa samt Besitzer durch die A-Säule verdeckt wird.
Die heutige Gefahr heißt Internet oder genauer „Soziale Netzwerke im Internet“. Obwohl sich die meisten Kids technisch besser auskennen als Lehrer und Eltern, will ich nicht bestreiten, dass ein paar Epstein-Apologeten die Kommunikation so zu manipulieren verstehen, dass auf solche Seiten hereinfallende Jugendlich psychische Probleme bis hin zu Suizidgedanken bekommen. Also wieder einmal etwas, vor dem die Jugend geschützt werden muss. Nur dass man das heute nicht mehr so macht wie früher, indem man sie kontrolliert mit den Gefahren bekannt macht, so dass sie selbst in der Lage sind, Schlimmes zu verhindern. Nein, heute tendiert die Politik dahin, dann eben die Benutzung sozialer Netzwerke im Internet bis zum Alter von ca. 15 Jahren komplett zu verbieten. Das ist etwa so, als würde man dem Jungneandertaler immer die Augen zuhalten, wenn irgendwo ein Säbelzahntiger in Sicht kommt, was zwangsweise später auf der ersten selbständigen Jagd dazu führt, im Säbelzahntiger nur eine Ziege mit Gebissfehler zu sehen. womit die erste dann auch die letzte Jagd gewesen sein dürfte.
Wirklich sinnvoll wäre, das ganze Internetzeugs zum Schulstoff zu machen und die Jugendlichen dazu bringen, kritisch und selbstverantwortlich mit der Sache umzugehen. Kann er den mentalen Säbelzahntiger auf TikTok erkennen, kann er ihm aus dem Weg gehen oder ihm sogar seinerseits eine Falle stellen. Dazu müsste man allerdings auch Lehrer haben, deren Fähigkeiten über das Erkennen der ESC-Taste auf der Tastatur aus 40cm Entfernung hinausgehen. Leider ist das heute eher so, dass der Lehrer sich von ChatGTP eine Hausaufgabe für die Schüler geben lässt, die sich von Gemini die Lösung geben lassen, welche wiederum der Lehrer, da von Natur aus blöd, Grok zur Prüfung vorlegt, ob sie richtig ist, da er dejenige ist, der im ganzen Geschehen das Wenigste begriffen hat. Statt das zu ändern, verbieten verantwortungsvolle Politiker lieber gleich alles.¹⁾ Was natürlich auch andere Gründe haben kann: wenn man selbst schon vollverblödet ist, ist es zum Erhalt der eigenen Macht besser, dafür zu sorgen, dass die nächsten totalverblödet sind. Sonst könnten sie noch auf die Idee kommen, das Internet zum Entlarven der Lügen zu verwenden und festzustellen, dass man mit den gleichaltigen Kids in Vladiwostok, Teheran oder Taipeh mehr gemein hat als mit dem hiesigen grün-rot-schwarzen Geschwurbel und unter LGBT auch „Liquor, Guns, Beer, and Tits“ verstehen kann.
¹⁾ Wie in Niedersachsen die schriftliche Division, die von der Grundschule in die höhere Schule verschoben wird und vermutlich in zwei Jahren allenfalls noch auf niedersächsischen Elite-Universitäten gelehrt wird. Richtig angefangen, was bei Grundschülern zunächst mit den Händen rechnen heißt, ist die Division alles andere als schwer, sondern allenfalls etwas mühsam. Aber was will man von Ministern, die im Vergleich zu einer KI, setzt man deren Intelligenz mit 100 an, höchstens auf Zimmertemperatur (knapp 20) kommen, schon erwarten. Dafür werden sie nach Ende der Ministerkarriere auf hochdotierte Beraterjobs gehievt, auf dem sie dann der nächsten Generation noch banalere Dinge als viel zu schwer darstellen.