Deutschland endlich meinungsfrei!!

Ich weiß nicht, was der Mainstream über den (geplante) Palästina-Kongress berichtet hat, schaue aber lieber nicht nach. Mir ist schon schlecht genug. Vermutlich wird die Polizei gelobt, die im festen Bewusstsein, wieder einmal Wehrlose vor sich zu haben, alles auseinander geprügelt hat.

Dort wollten Muslime, Juden und andere Menschen darüber diskutieren, wie eine friedliche Lösung erreicht werden könnte. Unter anderem wollte auch der frühere griechische Finanzminister Yanis Varoufakis dort sprechen, erhielt aber als bekannter Anti-Demokrat und Anti-Semit von den deutschen Behörden ein Einreiseverbot (interessant, nicht? Auf einmal funktioniert das) sowie „ein Verbot jeglicher politischer Betätigung“, also gewissermaßen ein Berufsverbot, da er ja (auch) Politiker ist. Varoufakis dazu (unter Ignorieren der Auflagen):


„Freunde, Wir hätten heute gerne eine anständige, demokratische und von gegenseitigem Respekt geprägte Debatte darüber geführt, wie wir Frieden und universelle Menschenrechte für alle, Juden und Palästinenser, Beduinen und Christen, vom Jordan bis zum Mittelmeer mit Menschen, die anders denken als wir, erreichen können.

Leider hat das gesamte deutsche politische System beschlossen, dies nicht zuzulassen. In einer gemeinsamen Erklärung, an der nicht nur die CDU/CSU oder die FDP, sondern auch die SPD, die Grünen und bemerkenswerterweise zwei führende Vertreter der Partei Die Linke beteiligt waren, hat sich das gesamte politische Spektrum Deutschlands zusammengeschlossen, um sicherzustellen, dass eine solche zivilisierte Debatte, in der wir uns in angenehmer Weise uneinig sein können, in Deutschland niemals stattfinden wird.“

„Über den heutigen Kongress hinaus haben wir in Deutschland die Pflicht, die Diskussion zu verändern. Wir haben die Pflicht, die große Mehrheit der anständigen Deutschen da draußen davon zu überzeugen, dass die universellen Menschenrechte das sind, was zählt. Dass ‚Nie wieder‘ ‚Nie wieder‘ bedeutet. Für jeden, ob Jude, Palästinenser, Ukrainer, Russe, Jemenit, Sudanese, Ruander – für jeden, überall.“


Nun ja, auf dem Kongress war auch die „Jüdische Stimme“ vertreten. Aber die sollte offenbar nicht vor dem Varoufakischen Antisemitismus beschützt werden, denn die wurden von der Polizei auch verprügelt. Merke: Juden mit der falschen Ansicht verprügeln ist kein Antisemitismus!

Trotzdem können wir noch froh sein, dass es hier nicht so zu geht wie in Russland. Da darf man noch eine von der Regierungslinie abweichende Meinung haben, muss aber aufpassen, dass die nicht landesfeindlich ist. Landesfeindliche Ansichten wurden hier zwar früher auch bestraft, aber da man nun gar keine eigene Meinung haben darf, entfällt auch das Problem, zwischen zulässigen und unzulässigen Meinungen zu unterscheiden.

Ich schlage eine Rechtschreibreform vor, die darin besteht, das „?“ aus dem Satz der zulässigen Satzzeichen zu streichen. Wer nicht mehr fragen kann, kann auch nichts hinterfragen. Ich frag daher gar nicht erst, was ihr davon haltet.