Mal PRO: Energie

Gegen etwas sein ist sehr einfach. Wobei das Problem heute vielfach darin besteht, dass viele Protestierer (beispielsweise die von FFF) noch nicht einmal genau wissen, wogegen sie eigentlich sind. Besser wäre es, man weiß auch, wofür man eigentlich ist. Wobei abgesehen von dem gleichen Problem, dass viele auch nicht wissen, wofür sie eigentlich auf die Straße gehen, das Ziel auch erreichbar sein sollte, was für die meisten Ziele heute nicht gilt. Hier mal ein Entwurf für eine Energieversorgung.

Erneuerbare Energien

Die packen es definitiv nicht. Das ist so oft von Ingenieuren durchgerechnet worden, dass es schon stinkt, und die Erfahrungen – beinahe-Blackouts – geben den Ingenieuren Recht. Hinzu kommen, ebenfalls ignoriert, immense Umweltschäden. Von den Kosten, die zu den höchsten Strompreisen weltweit geführt haben, wollen wir gar nicht erst reden. Deshalb:

Sofortiger Stopp des weiteren Ausbaus von Windkraft (sowie Solarenergie und dem Biogasunfug; „Windkraft“ ist im weiteren immer so zu lesen, dass alle drei Sachen gemeint sind). Sämtliche noch nicht zu weit fortgeschrittenen Bauvorhaben sind einzustellen. Außerdem sofortiger Stopp der Förderung anderer Anlagen. Aus der Förderung herausfallende Anlagen werden nicht ersetzt, sondern sind von den Betreibern abzubauen.

Ansonsten wird man mit den vorhandenen Anlagen wohl noch eine Weile leben müssen. Dabei kann man aber durchaus betriebswirtschaftlich durchrechnen, ob ein Abschalten der Anlagen bei Überangebot und Zahlen von Ausgleich nicht günstiger ist als die unbedingte Abnahme wie heute. Oder ob eine komplette Außerbetriebnahme, ebenfalls mit Kompensation, nicht auch günstiger ist als ein weiterer Betrieb über 10 Jahre oder mehr. Oder ob sich gar eine Investition von Anlagen zur Elektrolyse des Windstroms im Vergleich zu den anderen Lösungen lohnt.

Durch geregelten Ausstieg wird Deutschland innerhalb von 20 Jahren so weitgehend windkraftanlagenfrei.

Netzausbau

Der nur der Verteilung des Windkraftstroms dienende Netzausbau, der zudem extrem teuer ist, ist zu stoppen bzw. auf einen Ausbau zu überführen, der der sicheren Versorgung bei abnehmendem EE-Anteil dient. Die meisten Projekte können dadurch nach Erreichen eines sinnvollen Ausbaupunktes eingestellt werden.

Die dadurch freiwerdenden Gelder kann man für Lösungen bei der Rückführung der Windkraftanlagen verrechnen.

Kohlekraftwerke

(Sehr) langfristig ist sicher ein Ausstieg aus der Kohle sinnvoll, auch wenn dies angesichts der zur Verfügung stehenden Ressourcen nicht notwendig ist. Bis zur Ablösung durch andere Versorgungsformen kommt man an der Kohle nicht vorbei. Die Behinderung der Fertigstellung und Inbetriebnahme moderner Kohlekraftwerke ist umgehend einzustellen. Vorzeitige Stilllegungen finden nicht statt.

Ob weitere neue Kraftwerke zur Aufrechterhaltung der Versorgung notwendig sind, lässt sich sicher ausrechnen. Und ob diese mit Braunkohle, die aufgrund der Umstände des Abbaus wirklich nicht ganz unproblematisch ist, oder mit Importkohle erfolgt, kann technisch sicher auch seriös durch gerechnet werden.

Bei Laufzeiten von 50 Jahren und mehr entsteht ebenfalls ein natürlicher Zeitrahmen, um diese Technik durch eine modernere zu ersetzen.

Gaskraftwerke

Die Substitution von Kohlekraftwerken durch Gaskraftwerke ist in verschiedener Hinsicht nicht sinnvoll. In einer Gesamtbetrachtung liegt zumindest derzeit keine sinnvolle Kosten-Nutzen-Relation vor. Gaskraftwerke eignen sich für Spitzen- und Mittellast, und da sollte ihre Rolle auch bleiben.

Auch hier könnte stillgelegte Anlagen, deren Betrieb sich durch den Windkraftunfug nicht (mehr) gelohnt hat, reaktiviert werden, was Reserven öffnet. Der Zeitrahmen dürfte dem der Kohlekraftwerke entsprechen.

Zu berücksichtigen ist, dass Gas nicht gleich Gas ist. Ob Methan oder längerkettige Kohlenwasserstoffe zum Einsatz kommen können, hängt von den Brennertypen ab. Die politische Diskussion, ob russisches Erdgas durch US-LNG-Gas ersetzt werden sollen, ist zugunsten der Technik zu beenden. Ausschlaggebend sollte der Preis sein.

Kernenergie

Die Kernenergie hat wohl die besten Aussichten, zu einer preiswerten und zuverlässigen zukünftigen Energiequelle zu werden. Korrekt ist, dass die derzeitigen Reaktortypen Auslaufmodelle sind und auch auslaufen sollten. Die meisten „stillgelegten“ Kernkraftwerke sind aber nicht wirklich still gelegt, sondern nur vom Netz genommen. Im Interesse einer zuverlässigen Versorgung sind diese Kraftwerke bis zum Ende ihrer vorgesehen Laufzeit wieder zu aktivieren.

Aktuelle Reaktortypen, teilweise verfügbar, teilweise in der Endentwicklung, besitzen nicht die Nachteile der Altreaktoren: die notwendigen Betriebsstoffe sind relativ preiswert und in großen Mengen verfügbar, die Reaktoren sind kernschmelzsicher, der Abfall ist minimal und meist nach 30-50 Jahren praktisch strahlungsfrei, zusätzlich können bestimmte Typen auch die Altlasten der Altreaktoren verwerten, was das „Endlagerproblem“ beseitigt. Durch die Breite der Leistungstypen von ca. 20 MW bis 1.250 MW ist auch eine völlig neue Versorgungsinfrastruktur inklusive Wärmeversorgung denkbar.

Das Problem ist, dass Deutschland durch eine völlig verfehlte, hysterische und technikfeindliche Politik vollständig den Anschluss an die technischen Entwicklungen verloren hat. Auch bei der dringend notwendigen technischen Neuausrichtung von F&E in diesem Bereich wird man die nächsten Jahre wohl kaum darum herum kommen, fertige Anlagen von anderen Ländern/ausländischen Konzernen einzukaufen. Über dieses Stöckchen muss die deutsche Überheblichkeit zwangsweise springen.

Die Planung sollte so laufen, dass neben notwendigen Neubauten vorzugsweise auslaufende Kraftwerke des Kern- oder Kohlesektors durch moderne Kernkraftwerke substituiert werden. So weit möglich ist die Wiederaufbereitung in Eigenregie zu übernehmen. Als Endzustand ist eine sichere, billige und (für entsprechende Gemüter) auch komplett CO2-freie Energieversorgung für den Strom- und Wärmebereich anzustreben.

Rahmen

Wie dem vorhergehenden zu entnehmen ist, ist aus heutiger Sicht eine Komplettversorgung mit moderner Kernenergie die zukunftsweisende Lösung. Dazu sind eine Menge ungerechtfertigter und falscher Vorurteile abzubauen. Bei einer entsprechenden jetzt erfolgenden Weichenstellung hat man allerdings ein Projekt vor sich, dass sich bis zum Ende des Jahrhunderts hinziehen wird. Bei Laufzeiten von bis zu 50 Jahren bei konventionellen Anlagen wird man alleine für die Substitution dieses Bereichs mit Jahreszahlen deutlich jenseits der Jahrhundertmitte zu rechnen haben. Die Einbeziehung des Wärmebereiches wird einen weiteren größeren Zeitrahmen benötigen.

Das klingt viel, ist aber realistisch, selbst wenn man die allfälligen Behinderungen durch Politik und Justiz ausschließt, die zu weiteren Verzögerungen und Verteuerungen führen. Die heutigen Pläne für einen „Kohleausstieg bis 2038“ oder gar noch mehr als 10 Jahre früher sind selbst mit Kernenergie als Zukunftsrahmen völliger Schwachsinn; das auch noch mit nachgewiesenermaßen unzuverlässigen Energiequellen erreichen zu wollen ist regelrecht geisteskrank.

Ein Gedanke zu „Mal PRO: Energie

  1. Eben, weil die FFF- Kids und jungen Leute nicht wissen, wie sie weiter verfahren sollen, finden sie sich gerade (circa 1400 Teilnehmer) auf einem so genannten Sommercamp in Dortmund ein, um über weitere Planungen und Vorgehensweisen zu beraten. Außerdem wollen Sie sich persönlich kennenlernen.

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