„Ich bin blöd! Bitte helft mir!“

Nee, ich meine mich nicht selbst, wie der eine oder andere missgünstige Leser sofort konstatieren würde. Es geht um den so genannten normalen deutschen Bürger.

Der ist so blöd, dass er widerspruchslos Diesel-Fahrverbote wegen Überschreiten der Messwerte selbst an Stellen akzeptiert, an denen gar nicht gemessen wird, wie beispielsweise an einigen Brennpunkten in Stuttgart, an denen auf 5 Jahre alte Werte zurückgegriffen wird. Auch der Richter, der solche Urteile in Kenntnis der Nebenbedingungen fällt, wird nicht in Frage gestellt, was wohl heißt, dass man genauso blöd ist und Verwandte im Geiste nicht anmacht.

An einer Stelle ist allerdings in der Regel Schluss mit Lustig bei den Menschen: wenn von neuen Steuern die Rede ist, erfolgt meist ein spontanes Umschlagen der Kommentare, in denen Worte wie „Drecksau“ und andere Schimpfworte einen großen Raum einnehmen. Und nicht nur Kommentare sind betroffen, wie man an den Gelbwesten Frankreichs sieht, deren Unmut von der Regierung nur noch mit Maßnahmen niedergeknüppelt werden konnte, die näher an denen der Sowjets in der DDR, Ungarn und Tschechien stehen als an einer demokratischen Regierung. Die Panzer standen in Frankreich schon bereit.

Nicht so in Deutschland! Da ist munter von allen Seiten eine CO2-Steuer im Gespräche, als ob es die nicht schon längst gäbe (Mineralölsteuer, EEG-Umlage, usw.). CO2-Steuer – DAS Allheilmittel gegen den nicht vorhandenen Klimawandel! Wir müssen alle CO2-Steuer zahlen, dann wird sich das Klima weltweit nicht ändern! Niemand weiß, wozu die eigentlich verwendet werden soll. Und es fragt auch niemand nach.

Nun ja, unterschwellig wird schon etwas begründet: der Bürger soll gezwungen werden, sich klimafreundlicher zu verhalten. Also nicht so viel Auto fahren (was die meisten nicht vermeiden können, um zur Arbeit zu gelangen, aber die wird ja ohnehin weniger), seine Hütte besser isolieren und eine effizientere Heizung einbauen (was nicht klappt, weil keine 20.000 € dafür vorhanden sind, was sich natürlich sofort ändern wird, wenn man noch weniger Geld hat), kein Fleisch mehr essen (aus welchen Gründen auch immer), und und und.

Das sieht natürlich jeder ein. Man könnte natürlich weniger Auto fahren. Kein Problem. Das wird sofort mit einem guten Klimagewissen belohnt. Aber ach, wie schwach ist doch das Fleisch! (hier das eigene) Der Bürger weiß das alles und will ja auch, aber er ist dazu nicht in der Lage. Ohne Zwang von Außen ist er nicht fähig, sich einzuschränken. Weniger Autofahren, das geht nur, wenn das Portemonaie leer ist und man an der Tanke nicht bedient wird. Sonst geht das nicht. Also muss Zwang her. Das sieht man ein und protestiert auch nicht gegen eine Steuer. Sie trifft ja ohnehin nur den Nachbarn, der es 2 km weiter bis zur Arbeit hat.

Mit anderen Worten: das Fehlen jeglichen Protests gegen Steuern, die, würden sie nach den derzeitigen Vorstellungen umgesetzt, ca. 350-650 €/(Haushalt*Monat) ausmachen, ist nichts anderes als der Hilferuf des Bürgers aus der Überschrift.

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