Die Rückkehr der Yedi-Reaktoren

Beschäftigen wir uns man nicht immer mit uns, beschäftigen wir uns mal mit dem, was andere beschäftigt. Obwohl … die beschäftigt eigentlich das Gleiche wie uns.

Der Schlüssel zu allem ist heute … ENERGIE! Während die Europäer, allen voran die Fitness treibenden Deutschen („wer nicht hüpft, der ist …“), Fortschritt in der Form „Beam mich runter, Scotty!“, nämlich in Richtung Steinzeitgesellschaft, verstehen, setzen andere auf „Beam mich rauf, Scotty!“.

Wohin man nun als „alter weißer Mann“ hinunter gebeamt wird, ist etwas undurchsichtig. Bekanntlich kann die Welt in Form des Weltklimas ausschließlich in und durch Deutschland gerettet werden. Die Erderwärmung kann durch ausschließlich in Deutschland durchgeführte Maßnahmen auf unter 1,5°C oder 2°C begrenzt werden, wobei bislang weder klar ist, ob die Welt überhaupt vorhat, sich um irgendeinen Betrag zu erwärmen noch ob das schlecht wäre. Naja, für irgendjemand wird es schon schlecht werden, aber das müssen nicht wir sein. Wichtig ist jedenfalls, dass man hier etwas machen muss, während es völlig egal ist, was irgendwo anders passiert.

Beispiel: wir beziehen Erdgas aus Russland. Dort werden Lagerstätten erbohrt, genau wie hier in Norddeutschland. Ca. 2 km vom Tatort des Berichtschreibers bringt Exxon eine Bohrung auf ca. 3.000 m, weil dort Gas liegt. Ausführender Täter: Halliburton, d.h. u.a. der Bush-Clan. Gas aus Russland? Will ausgerechnet der unbekannte Schleimer M. Weber verhindern. Der will nämlich EU-Präsident nach Juncker werden und braucht dazu die Stimmen der östlichen EU-Länder, und die gewinnt man, wenn man gegen Russland hüpft. Nach Weber soll Gas aus den USA importiert werden. Das ist zwar etwas teurer, aber vermutlich kann man die Mehrkosten durch eine Senkung des Alkoholkonsums im EU-Präsidium auffangen. Was aber auffälliger ist: US-Gas wird großenteils durch Fracking gewonnen, und das ist hier aus Umweltgründen verboten. Womit bewiesen wäre, dass bestimmte Maßnahmen nur in Europa wirksam sind, anderswo aber nicht.

Warum das Ganze? Man will CO2 vermeiden. Gas statt Kohle spart schon einiges ein, ist aber nicht unbedingt innovativ. Andere Projekte wie die Stilllegung der Industrie, das Verbieten des Autofahrens oder die Ausgabe von Norweger-Pullovern an die Bevölkerung, weil die Heizung abgeschaltet wird, können die Emissionen auch nur bedingt vermindern. Wie wäre es, wenn man gar kein CO2 emittiert? Und zwar kostengünstig, also nicht mit dem Bioenergie-Wahnsinn eines Herrn Lesch, den ich vor einigen Posts beschrieben habe?

Dafür käme Kernenergie in Frage. Und zwar mit Reaktoren neuen Typs. Den Thorium-Flüssigsalzreaktor habe ich in einigen Posts erwähnt (bitte suchen), aber es gibt bei über 600 potentiell möglichen Reaktoren auch andere Typen. Dazu nochmal Märchenonkel Lesch:

„Geht nicht!“ meint Lesch. „Geht nicht gibt’s nicht!“ meint die ehemalige Baumarktkette Praktiker. Die ist aber pleite. Anscheinend hat Lesch Recht. Oder doch nicht? Da man anderswo leider die Deutschen Bildungsprogramme nicht sieht, kommen Unternehmen auf ziemlich dumme Ideen. Die Japaner beispielsweise. Bei denen kann man Kernkraftwerke von der Stange kaufen. Einfach die passende Größe anklicken und den Einkaufswagen schieben, per Amazon-Payments bezahlen und per Prime liefern lassen.

Das sind aber noch herkömmliche Klötze, die den Bereich oberhalb 50 MW abdecken. Die US-Amerikaner bieten noch kleinere Varianten an, die gewissermaßen in den Vorgarten passen.

Die liefern 200 kW – 5 MW (auch bis 20 MW) und sind damit für die Versorgung von Industrieunternehmen oder Siedlungen geeignet. Die Reaktoren werden per LKW geliefert, liefern dann ihrerseits für mindestens 10 Jahre Strom, und zwar völlig wartungsfrei (!), und werden dann ganz einfach gegen neue Reaktoren ausgetauscht, so, als würde man eine Batterie austauschen. Die gesamte Reaktorproduktion ist ein geschlossener Kreislauf.

Für all diese Typen gilt: negativer Temperaturkoeffizient, d.h. wenn sie zu heiß werden, schalten sie sich von alleine ab. Die Rückstände lassen sich einfach aufarbeiten und liefern zum Teil neuen Brennstoff, zum anderen Teil sehr wenige echte Abfälle, die 50-300 Jahre gelagert werden müssen, um auch für die strahlungsempfindlichsten Grünen ungefährlich zu sein.

Tja, Lesch, altes Haus! Mal wieder in die Kacke gepackt, oder? Während die Japaner bereits liefern können, will Westinghouse die ersten kommerziellen Typen ab 2026 auf den Markt bringen.

Hintergrund für diese Entwicklungen ist in den USA wieder einmal das Militär. Die haben erkannt, dass sie nicht mehr Bomben, sondern mehr dezentrale Energie benötigen. Glücklicherweise spielen beim Militär Kosten keine Rolle, sondern Ergebnisse (in Deutschland: Beziehungen und Geschwätz), und glücklicherweise wissen die Amis, dass die ganze Sache nur dann wirtschaftlich zu stemmen ist, wenn möglichst schnell die Zivilgesellschaft bedient wird. Beschichtete Bratpfannen, Kernkraftwerke, Computertechnik, GPS – alles Spin-Off, wobei der Staat die extremen Militärkosten durch Steuern locker wieder reinbringt (in Deutschland darf man allerdings erwarten, dass der Spin-Off von Unisex-Toiletten und geblümten Tapeten für die Panzer-Innenausstattung nicht so dolle sein wird). Tja, ihr lieben linken Spacken! Während ihr euch noch über eingebildete sexuelle Ausschweifungen des dümmsten Präsidenten der Vereinigten Staaten aufregt, ist der und sein nächster Nachfolger dabei, alles zu liefern, was er versprochen hat.

Am Rande bemerkt: auch die deutsche Kerntechnik war an solchen Projekten dran. In Jülich stehen Forschungsreaktoren, die seit über 20 Jahren erfolgreich und störungsfrei laufen. Darf nur keiner wissen, sonst würden die sofort geschlossen. Schließlich ist ja nicht auszuschließen, dass ein Tsunami in der Nordsee Kernkraftwerke in Oberbayern zerstört oder ein Reaktor zufällig durch die ständig aus der Luft fallenden Flugzeuge der Flugbereitschaft der Luftwaffe getroffen wird oder Toni Hofreiters Kopf wirklich mal platzt und er dabei in der Nähe eines Reaktors steht …

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