Religionsunterricht

Wenn man nach Indikatoren sucht, wie desolat unser Bildungssystem ist, ist die zunehmende Betonung der Wichtigkeit von Religionen ein guter Anzeiger, dass wir schon sehr weit nach unten vorgestoßen sind. Wenn man sich die religiösen Märchen – und damit sind Judentum, Christentum und Islam gleichermaßen mit gemeint – auch nur oberflächlich anschaut, ist es kaum verständlich, wie man Vieles, was dort den Gläubigen wörtlich zu nehmen zugemutet wird, ohne ausgeprägte Vollmacke Ernst nehmen kann.

Damit will ich nicht die Religion an sich in Frage stellen: wer für sein Leben ethische Lehren aus den Religionen zieht, soll sich durch diesen Beitrag nicht angegriffen fühlen, und auch wer aus dem einen oder anderen Ritual Wohlgefühl für sein Leben zieht, soll das ungestört tun – schließlich machen viele Menschen ja offenbar gerne Sachen, bei denen andere nur den Kopf schütteln. Wer das braucht, braucht das eben. Aber wer den ganzen Unfug mit Moses, irgendwelchen heiligen Knochen oder unreinen Tieren wörtlich nimmt und rationalen Argumenten nicht mehr zugänglich ist, der muss sich schon gefallen lassen, dass andere nicht nur den Kopf schütteln, sondern ihn für geistig gestört halten.

Aber gerade dieser Unfug, das Wörtlichnehmen irgendwelcher hahnebüchener Geschichten und Regeln aus den Religionen, wird zunehmend von den Bürgern verlangt, weil sich die Eiferer in ihren „religiösen Gefühlen“ beleidigt fühlen könnten. Sorry, aber ich schätze Intelligenz hoch ein und fühle mich nicht minder durch so manchen religiösen Unfug beleidigt. Ich kann es übersehen, aber ernst nehmen oder gar achten, was jedem gesunden Menschenverstand und der Realität widerspricht, das geht einfach nicht. Wenn man weiß und beweisen kann, dann muss das einfach Vorrang haben vor Leuten, die glauben und im übrigen völlig unbelehrbar sind.

Womit wir beim Punkt sind. Die zwei Gründe, langfristig dem Unfug anzuhängen, sind

  1. religiöse Gehirnwäsche ab der frühestens Jugend und
  2. mangelnde Bildung.

Die religiöse Gehirnwäsche fängt im Judentum und dem Islam im Prinzip bereits bei den Genitalverstümmelungen im Kindesalter an und setzt sich in religiösen Schulungen bereits im Grundschulalter fort; das Christentum hinkt da etwas hinterher, denn Kommuniumsunterricht oder auch Kofirmationsunterricht sind ziemlich harmlos verglichen mit dem, was in den anderen Religionen veranstaltet wird. Diese Gehirnwäsche prägt und ist durch Bildung um so schwerer zu beseitigen, je länger das einseitige Programm läuft und je lascher die Bildung ist. Das Ergebnis sind dann Leute, die mit einem Topflappen auf den Kopf herumlaufen, und zwar nicht, weil sie das schick finden – das wäre ja noch zu akzeptieren – sondern weil sie sich dann als bessere weil rechtgläubige Menschen empfinden. Genau hingeschaut ist nämlich der Religiöse der Rassist und Hasser und nicht der, der das Leben gelassener sieht oder mit Religion wenig zu tun hat.

Entgegenwirken kann man dem Quark nur durch Bildung. Im Film „Der Name der Rose“ gibt es eine Schlüsselszene, in der William von Baskerville seinem Novizen von einem im Alter von über 90 Jahren gestorbenen Heiligen erzählt, von dem viele Kirchen Reliquien besitzen, eine sogar eine Schädelreliquie des Heiligen im Alten von 12 Jahren. Es dauert einige Zeit, bis aus dem gläubigen Nicken des Novizen ein Nachdenken und schließlich der Ansatz „Aber…“ wird. Genau da liegt der Schlüssel ! Man muss den Leuten den unlogischen Unfug aufzeigen, je früher desto besser.

Im Klartext an einem Beispiel erläutert: wenn im Religionsunterricht das Märchen von den unreinen Tieren verbreitet wird (Schweine fressen angeblich ihren eigenen Kot), sollte postwendend im Biologieunterricht ein Film über das Sozialverhalten von Schweinen und Schafen gezeigt werden, der den Unfug ad absurdum führt. Ein Zoobesuch tut es übrigens auch, oder ein Besuch beim nächsten Schäfer. Moderne Technik macht es auch leicht, zu demonstrieren, was von irgendwelchen Reliquien wie Knochen, Tüchern oder hölzernen Gegenständen nach mehreren hundert Jahren, die laut religiösen Legenden bis zu ihrer Auffindung vergangen sind, noch übrig ist. Gräber auf den Friedhöfen werden nach 25 Jahren eingeebnet, aber die Vorhaut Jesu als Rest der Beschneidungszeremomie findet man nach 250 Jahren noch wieder ?

Das kann leicht beliebig fortgesetzt werden. Kleine Kinder sind leicht beeinfluss- und prägbar, aber sie sind bestimmt nicht doof. Unlogik wird von ihnen oft leichter erkannt als von Älteren. Durch Aufzeigen der Realität kann dem religiösen Quatsch eine Grenze gesetzt werden, und die Theologen sollten sich besser auf die Vermittlung einer ethisch gesunden Lebenseinstellung beschränken als auf Volksverdummung und Volksverhetzung.

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