Die Sache mit der App

Man joggt ja heute nicht mehr einfach durch die Gegend. Mit GPS, Stoppuhr und Schrittzähler wird alles bis auf den Millimeter genau ausgemessen und zu einem Zahlensalat verarbeitet. Das übernehmen SmartPhones oder spezielle Uhren. Die zeichnen aber nicht nur auf, sondern übertragen die Daten nicht selten auch noch an den Hersteller, um „die Funktionalität verbessern zu können“. Dahinter steckt allerdings Anderes.

So hat die US-Army ihre Soldaten mit solchen Trackern ausgestattet, um das Sportverhalten der GIs zu quantifizieren, allerdings ist die Quantifizierung auch woanders angekommen. Über den Hersteller der Geräte sind nun Daten hochgeheimer Militätstützpunkte ins Internet gelangt, angefangen von den geheimen Standorten bis zu detaillierten Bewegungsprofilen, was auch Rückschlüsse darauf zulässt, mit was die Jungs sich dort die Zeit vertreiben.

„Klar! Wieder mal Verschwörungstheorie! Ich habe nichts zu verbergen.“ heißt es wieder, wenn man empfiehlt, die allgegenwärtige Gesundheitsapp vom SamrtPhone zu werfen. Noch kann man das – ob es wirklich etwas nützt, ist die zweite Frage. Hinter diesen Android-Apps steht Google, und Wettbewerber Apple hat angekündigt, eine neue IPhone-Generation zu entwicklen, insbesondere mit verbesserter Gesundheitsapp. Die soll dann nicht nur die Schritte zählen, sondern auch in der Lage sein, die Untersuchungsdaten der Ärzte abrufbar zu machen.

Spätestens hier sollten eigentlich die Alarmglocken schrillen. Google und Apple und „Verbesserung durch Gesundheitsapp“? Die Unternehmen machen hier das nächste Faß der Datenausspähung auf bzw. haben es schon weit geöffnet. Wie immer gehören die Daten nämlich den Unternehmen, und es ist wohl nur eine Frage der Zeit (wenn es nicht schon so weit ist), bis ein Unternehmen bei einer Bewerbung auch in diese Daten schauen kann, ohne dass der Bewerber das weiß. Money, Money, Money! Die nächste Stufe wäre dann eine individuelle Berechnung des Krankenkassenbeitrags nach Arztbesuchen und Sportaktivitäten. Es ist zwar aus irgendwelchen Gründen nicht zulässig, die Nationalität eines Mörders zu nennen, aber wenn es um Geld geht, werden solche Skrupel kaum bestehen.

An anderer Stelle passiert das möglicherweise schon: Die Auto bemerken, wenn Fahrer oder Beifahrer nicht angeschnallt sind, Sensoren, die gleichzeitig das Gewicht des Fahrers messen können, kosten aber nicht mehr als einfache Kontakte. Auch dieses Daten werden nebst Fahrverhalten aufgezeichnet und online oder bei Inspektionen an den Zentralrechner des Herstellers übermittelt. Die Weitergabe an Versicherungen ist vorprogrammiert, weil dann kontrolliert werden kann, ob wirklich nur die Ehepartner das Fahrzeug benutzen oder doch andere und Fahrern individuell nach Fahrverhalten Versicherungsprämien zugeschnitten bekommen. Wer wissen möchte, was sonst noch alles so geht, und zwar mit primitivsten Mitteln, kann sich in meinem Büchern weiter informieren. „Ich habe nichts zu verbergen“? Falsche Einstellung.

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