Plan 710

Pünktlich zum Wahlkampf in Israel stellen die zionistischen Extremisten den Plan 710 zur Entvölkerung der Palästinensergebiete vor, den Plan 710

https://www.jpost.com/israel-election-2026/article-907523

Dieser hört sich zunächst ganz harmlos an:

Die 12 Prinzipien des Plans „Disengagement 710“ lauten:

Ausschließlich freiwillige Auswanderung: Ausreise derjenigen, die sich freiwillig dazu entschließen, ohne Zwang.

Festgelegtes Zielland: Eine Ausreise wäre nur zulässig, wenn ein Land bereitsteht, das der Aufnahme der Auswanderer und der Gewährung eines geregelten Rechtsstatus zugestimmt hat.

Individuelle Fallbearbeitung: Für jede Einzelperson oder Familie würde ein persönlicher Ablaufplan erstellt, der das Zielland, die Dokumentation, Visa sowie einen Integrationsplan umfasst.

Erhalt der Familieneinheit: Vorrang hätten Familien, die gemeinsam ausreisen und aufgenommen werden.

Mehrere Zielländer: Es würden Abkommen mit möglichst vielen Ländern angestrebt.

Verschiedene Auswanderungswege: Dazu gehörten Erwerbstätigkeit, Ausbildung, medizinische Behandlung, Familienzusammenführung und Unterstützung durch private Patenschaften (Community Sponsorship).

Integrationspaket: Die Unterstützung umfasste Reisekosten, erste Unterbringung, berufliche Qualifizierung, Arbeitsvermittlung sowie Betreuung für einen Zeitraum von bis zu 24 Monaten.

Zahlung nach Umsetzung: Finanzmittel würden an die Länder und aufnehmenden Stellen entsprechend der tatsächlichen Integration und der Zielerreichung ausgezahlt.

Sicherheitsüberprüfung: Jeder Fall würde individuell anhand von Kriterien geprüft, die von Sicherheitsbehörden festgelegt wurden.

Internationale Partnerschaft: Länder und internationale Organisationen würden zur Beteiligung an Finanzierung und Integration gewonnen.

Umsetzungsziele: 250.000 Auswanderer im ersten Jahr, 1,11 Millionen innerhalb von drei Jahren und rund 1,86 Millionen innerhalb von sieben Jahren.

Transparenz und Kontrolle: Monatliche Veröffentlichung von Daten zu Anträgen, Genehmigungen, Ausreisen, Kosten sowie dem Umfang der Integration in den Zielländern.

Dazu soll ein eigenes Ministerium gegründet werden, das das Ganze orchestriert.

Wenn man auf die Details schaut, muss man feststellen: Ben Gvir hat seinen Reinhard Heydrich genau gelesen, angefangen mit der Bürokratisierung des Ganzen. Alles erinnert fatal an den Madagaskar-Plan, der 1940 entstand:

Die strukturellen Parallelen in der Logik:

  1. Das Erzeugen einer unbewohnbaren Realität: Wenn die Lebensgrundlagen (Wohnungen, Krankenhäuser, Wasserversorgung) in einem Gebiet kollabieren und gleichzeitig administrative „Ausreiseangebote“ gemacht werden, entsteht ein struktureller Druck, der den Tatbestand der Zwangsumsiedlung erfüllt.
  2. Das Ausblenden der Unmöglichkeit: Wie beim Madagaskar-Plan wird ein Zielort erfunden oder behauptet („Drittstaaten“ / Afrika), ohne dass ein einziges Land seine Zustimmung gegeben hat. Die Bürokratie dient hier als psychologischer Puffer: Man schiebt die Verantwortung für das Überleben der Menschen an hypothetische Aufnahmeländer ab.
  3. Die Eskalationsdynamik extremer Ideologien: Politikwissenschaftler warnen bei solchen Plänen genau vor einer solchen Logik: Wenn ein radikales Ziel („Ein Gebiet muss bevölkerungsfrei werden“) einmal zur Staatsdoktrin erhoben wird, die bürokratisch-„freiwillige“ Umsetzung aber an der Realität scheitert (weil niemand die Menschen aufnimmt und sie das Land nicht verlassen können oder wollen), steht die Ideologie vor einem Dilemma. Historisch führt das Versagen logistisch unmöglicher Vertreibungspläne oft zur weiteren Radikalisierung der Maßnahmen vor Ort.

Wie der Madagaskar-Plan ausging, ist hinreichend bekannt. Wie Plan 710 ausgehen wird, wenn sich Gestalten wie Ben Gvir in den Wahlen durchsetzen, kann man angesichst der bedingungslosen Nibelungentreue der hiesigen Politiker nur mit Grausen ausmalen. Und am Ende steht schlimmstenfalls ein Existenzrecht ohne Existenz.