Tips für Wähler II

In diesem Beitrag bin ich auf den laufenden Wahlbetrug in Niedertrachten eingegangen:

Unabhängig davon, wen man wählen will, sollte man sich dagegen wehren, wenn die Demokratie noch Ernst genommen werden soll.

Hier eine vergleichende Übersicht aller Optionen

OptionHandlungSignal & AuswirkungRisiken / Haken
1. NichtwählenZu Hause bleibenPassiv: Senkt Beteiligung, hilft dem Begünstigten rechnerisch beim Sieg.Wird meist als Faulheit/Desinteresse gewertet.
2. Ungültig wählenStimmzettel entwerten / Name draufProtest im Protokoll: Erhöht Wahlbeteiligung, macht Ungültigen-Quote sichtbar.Hilft dem Begünstigten rechnerisch weiterhin.
3. Boykott-PostKarte an Ministerium / Offener BriefÖffentlicher Druck: Bringt das Thema in Medien & Debatten.Keine direkte Wirkung auf den Wahltag selbst.
4. WahleinspruchFormular nach der Wahl einreichenFormale Akte: Zwingt den Rat zur Befassung (kostenfrei ohne VG).Keine Aufhebung ohne Klage vor dem VG.
5. Denkzettel-WahlAusweichen auf DrittkandidatenMachtverschiebung: Enzieht den Mehrheitsparteien reale Mandate & Stimmen.Man wählt evtl. jemanden, den man inhaltlich nur bedingt unterstützt.

5. ist das gezielte Ausweichen auf andere Kandidaten oder kleinere Parteien angedacht.

Dieses Vorgehen wird in der Politikwissenschaft oft als „Denkzettel-Wahl“ (Strategic Voting) bezeichnet.

Die Idee dahinter

Anstatt nicht zu wählen oder den Stimmzettel ungültig zu machen, gibt der Wähler seine Stimme bewusst einer dritten Kraft – sei es einer unabhängigen Wählergemeinschaft, einer Kleinstpartei oder einem anderen Oppositionskandidaten.

Das Ziel: Man nutzt das Wahlsystem selbst, um den etablierten Kräften bzw. den Begünstigten der Ausschlussentscheidung Stimmen und damit politische Macht zu entziehen.

Wie das im Kommunalrecht mathematisch und politisch wirkt

1. Rechnerischer Effekt auf die Mandate (bei Ratswahlen)

Im Gegensatz zu Option 1 (Nichtwählen) und Option 2 (Ungültig) verändert diese Option die Sitzverteilung im Kommunalparlament:

  • Jede gültige Stimme zählt für den Teiler: Wenn Du einer kleineren Partei oder Wählergruppe Deine Stimme gibst, erhöhst Du den Schwellenwert, den die Mehrheitsparteien brauchen, um Sitze zu bekommen.
  • Verschiebung von Mehrheiten: Eine gestärkte Opposition (auch durch Splittergruppen) kann dazu führen, dass die bisherige Mehrheit ihre absolute Mehrheit verliert und Koalitionen bilden muss.

2. Der Effekt bei Direktwahlen (Bürgermeister / Landrat)

Bei Wahlen für hauptamtliche Spitzenämter gilt oft die absolute oder relative Mehrheit:

  • Wenn viele Bürger aus Protest auf den verbliebenen „Aussenseiter-Kandidaten“ oder den stärksten Konkurrenten des Begünstigten ausweichen, kann dies eine Stichwahl erzwingen oder dem Begünstigten den Sieg komplett kosten.

3. Parteifinanzierung & Ressourcen

Gültige Stimmen bei Wahlen (je nach Wahlart und Erreichen von Mindestprozenten) fließen in die Berechnung von staatlichen Mitteln und Fraktionsstärken ein. Eine Stimme für eine Alternative schwächt die begünstigten Parteien somit auch finanziell und organisatorisch für die Zukunft.