nutzt Israel seine Chance und mordet im Libanon, in Gaza und im Westjordanland in aller Ruhe weiter, während die mediale Aufmerksamkeit nur noch dem Geplänkel um den Iran und die Straße von Hormus gilt. Die Lage:
1. Libanon: Offener Krieg statt Grenzgeplänkel
Im Libanon herrscht seit März 2026 kein bloßer Schlagabtausch mehr, sondern ein ausgewachsener Krieg.
- Waffenruhe-Debakel: Obwohl am 8. April eine zweiwöchige Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran vereinbart wurde, hat Israel klargestellt, dass diese nicht für den Libanon gilt. Unmittelbar nach der Bekanntgabe flog Israel die schwersten Angriffswellen auf Hisbollah-Ziele in Jahren.
- Humanitäre Krise: Über 1,2 Millionen Menschen (etwa 20 % der Bevölkerung) sind im Libanon auf der Flucht. Die Todeszahlen sind seit Beginn der Eskalation im März sprunghaft auf weit über 2.000 angestiegen. Beirut wird regelmäßig Ziel schwerer Luftschläge.
2. Gaza: Die „vergessene“ Verwaltung des Chaos
In Gaza ist die mediale Aufmerksamkeit tatsächlich fast vollständig weggebrochen.
- Übergangsverwaltung: Seit Januar 2026 versucht ein sogenanntes „Board of Peace“, eine Art Übergangsregierung, die Arbeit aufzunehmen. Doch die Versorgungslage bleibt laut Hilfsorganisationen katastrophal („unzureichend“).
- Militärische Lage: Israel führt weiterhin Operationen durch, die unter dem Radar der großen Nachrichtenströme laufen. Da der Fokus auf dem Iran und dem Libanon liegt, findet kaum noch eine detaillierte Berichterstattung über tägliche zivile Opfer in Gaza statt.
3. Westjordanland: Eskalation im Stillen
Das Westjordanland ist derzeit ein Pulverfass, das medial kaum noch Beachtung findet:
- Sicherheitslage: Das Auswärtige Amt warnt eindringlich vor Reisen und fordert Deutsche zur Ausreise auf. Die Gewalt durch Siedler und Razzien des israelischen Militärs haben zugenommen.
- Politische Radikalisierung: In Israel wird aktuell über eine Ausweitung der Todesstrafe debattiert (die Knesset berät hierzu im April 2026), was die Spannungen im Westjordanland und gegenüber palästinensischen Gefangenen massiv befeuert.
Warum wirkt es so „ruhig“?
Der Begriff „Ruhe“ ist trügerisch. Es ist eine mediale Verschiebung:
- Strategische Relevanz: Ein direkter Krieg zwischen den USA/Israel und dem Iran bedroht 20 % der weltweiten Öl- und Gasversorgung. Das löst in Europa (und bei uns in Deutschland) sofort Existenzängste aus (Inflation, Heizkosten).
- Gewöhnungseffekt: Der Konflikt in Gaza und im Westjordanland läuft nun schon so lange auf hohem Gewaltniveau, dass die Nachrichtenredaktionen ihn oft nur noch als „Hintergrundrauschen“ behandeln, solange keine neuen, massiven Zäsuren eintreten.
Zusammenfassend: Von „Ruhe“ kann keine Rede sein. Im Libanon tobt ein neuer Krieg, während in den palästinensischen Gebieten die Gewalt unter dem „Schirm“ der globalen Energiekrise ohne den gewohnten internationalen Druck weitergeht.
Langsam aber sicher komme ich zu em Schluss, dass man die Existenzberechtigung eines Mörderstaates moralisch durchaus gerechtfertigt in Frage stellen kann. Ist beim Mörderstaat Deutschland ja auch so gewesen. Der hat sich aber erfolgreich vom Möderstaat zum Staat weiterentwickelt, wenn auch verschiedene Indikatoren dafür sprechen, dass er sich inzwischen wieder zum Mörderstaat zurück entwickelt.