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Ein Teilurlaub dieses Jahres hat in Polen stattgefunden. Mit dem Motorrad. Standardfrage von Bekannten: „Und wie kommt ihr wieder zurück?“

„In Polen \ wird gestohlen“ – hauptsächlich weil es sich reimt und nicht weil das tatsächlich der Fall ist. Polen ist eines der Länder mit der niedrigsten Kriminalitätsrate weltweit. An der Odergrenze wird einem das nicht geglaubt, ist aber so. Das hat meines Erachtens hauptsächlich zwei Gründe:

  1. Polen ist ein absolut türken-, neger- und araberfreies Land und die Polinnen in Polen laufen als Frauen durch die Gegend und nicht als wandelnde muslimische Müllbeutel wie hier. Die Bevölkerung ist homogen indigen und ein wesentlicher ethnischer Kriminalitätshintergrund wie in Deutschland fällt damit komplett unter den Tisch.
  2. Nahezu jedes Objekt in Polen wird von einem privaten Sicherheitsunternehmen videoüberwacht, verkündet durch große Schilder an den Zäunen oder Mauern. Die Polen machen etwas für die aktive Sicherheit, und wenn es alle machen, ist eine solche Sicherheit auch erschwinglich. Ganoven haben in Windeseile den Sicherheitsdienst und die Polizei an den Hacken, d.h. Kriminalität lohnt sich nicht, wenn die Gefahr, gekrallt zu werden, bei >50% liegt (Deutschland: <0,4%).

Wir waren nun nicht in den touristischen Hochburgen – da mag es anders aussehen (wir waren in Westpommern) – aber „wildes Camping“ mit dem Womo oder dem Wohnwagen auf einem Waldweg oder – in Absprache mit dem Bauern – auf einem Feld ist normal. Kein Ordungsfanatiker, der mit „RUNTER-VON-MEINEM-RASEN“-Gebrüll seinen Dackel auf die Camper hetzt, aber anscheinend auch keinerlei Gefahr, Nachts überfallen zu werden. Außer an sehr wenigen Stellen ist auch nichts gesperrt: wer einen Forstweg oder eine Feldspur entlang fahren möchte, tut das eben, und wer Pilze oder Beeren sammeln will, muss sich allenfalls vor der zoologischen Konkurrenz in Acht nehmen. Man stelle sich mal vor, jemand würde in Deutschland dieses Verhalten an den Tag legen. Spätestens nach 250 m Waldweg wäre der von einem GSG9-Panzer gesperrt.

Obwohl die polnische Tourismusbranche viel Wert auf gute Werbung legt, ist alles noch sehr rudimentär. Wander- oder Radwegbeschilderung – Fehlanzeige. Man kann einfach nur auf gut Glück in einen Weg reinlaufen und mit Google-Maps kontrollieren, ob es in die gewünschte Richtung geht. Aber das funktioniert zumindest: selbst im tiefsten Wald oft noch ein H+-Netz, während hier ja schon kleinere Dörfer noch nicht mal telefonisch zu erreichen sind. Faustregel: funktioniert das Internet auf dem Handy, ist man in Polen und nicht mehr in Deutschland.

Ebenso schlecht ausgeschildert sind Sehenswürdigkeiten, die in Prospekten zwar angekündigt, vor Ort aber kaum zu finden sind. Wieder Schildermangel, aber -> siehe Google-Maps.

Was in Polen anscheinend unbekannt ist, sind Parkuhren. Außer auf bewachten Parkplätzen in Touristenhochburgen fallen keine Gebühren an (Mopeds werden natürlich mit der ABUS-Kette Sicherheitsstufe 18 irgendwo an- oder zusammen getackert, aber das ist normal). Dafür kann man fast an jeder Trinkhalle mit der VISA-Karte oder dem Handy bezahlen. Zloty in Scheinen sind nur eine Fallback-Sicherheit, die in seltenen Fällen benötigt wird.

Eine wirkliche Barriere ist die Sprache. Wenn die Leute merken, dass man kein Pole ist, sind sie zwar höflich und hilfsbereit, sprechen aber weder Deutsch noch Englisch (ev. Russisch). Auch da hilft Dank überall vorhandenem Netz Google weiter, wenn zeigen und Gestik nicht mehr weiterführt. Wo das nächste Restaurant, Tankstelle oder Bankautomat ist, weiß der kalifornische große Bruder natürlich auch, und bei der Ratlosigkeit vor der Speisekarte hilft er auch weiter. Allerdings ist Letzteres manchmal etwas kompliziert, weil kein Restaurant eine Karte nach draußen hängt. Man muss erst mal reingehen und dann versuchen, heraus zu bekommen, was da angeboten wird. Aber auch daran gewöhnt man sich, wenn wir uns auch vorgenommen haben, beim nächsten Mal ein paar rudimentäre Brocken Polnisch zu lernen, um der freundlichen Bedienung klar zu machen, dass wir noch etwas Zeit brauchen.

Interessant auch ein Militärfest in Borne-Sulinowo, das wir zwar nicht mehr mitbekamen, weil schon auf der Rückreise, aber trotzdem kulturell recht aufschlussreich war. Man stelle sich einmal vor, was in Deutschland los wäre, wenn schon Tage vorher alle Welt im Tarnanzug durch die Gegend läuft, junge Leute um die 20 mit kompletten polnischen Ausgehuniformen durch die Landschaft marschieren und Kindern von ihren Eltern oder Großeltern mit Kalaschnikows aus Plastik mit der Fähigkeit, Erbsen zu verschießen, ausgerüstet werden und dann im Garten unter Lächeln der Erwachsenen Buschkrieg spielen. In Polen anscheinend normal. Zu dem Militärfest kamen auch viele Deutsche, die mal Panzer fahren wollten. Kann man da anscheinend auch machen.

Fazit: ein schönes Land und nach Köln, Berlin, Bremen oder selbst Wetzlar oder Limburg eine angenehme Erfahrung, die man hier allenfalls in Hoyerswerda oder Pasewalk noch ansatzweise machen kann. Beim nächsten Mal geht es vermutlich ein paar Kilometer weiter nach Masuren – falls die Polen nicht die Grenze dicht machen und die Bekloppten aus dem Westen nicht mehr rein lassen.

2 Gedanken zu „994

  1. Ein absolut zutreffender Kommentar. Vielen Dank.
    Ich war bis 2015 4x in Polen, in der Nähe von meinem Geburtsort Elbing, in Ostpreussen. Auch dort, genauer in Rowy an der Ostsee, habe ich das erlebt, was Du absolut richtig beschriebst. Neger und Müllsäcke habe ich dort auch nicht gesehen. Polen ist eben eines der wenigen, noch klar denkenden Länder und wird deshalb von der westlichen, kranken Politik enorm attackiert.

  2. Aus vollem Herzen kann ich nur bestätigen, was in diesem Beitrag steht. – Selbst machte ich mehrfach Reisen durch das nördliche Polen (ehem. Deutsche Gebiete) bis weit in die Seenplatte Masurens mit Rad und Zelt und Sack und Pack. Auch Warschau und Krakau besuchte ich und fand es im Gegensatz zu Berlin oder Ruhrgebiet noch sehr angenehm. Stets begegnete ich freundlich hilfsbereiten Menschen (unleidliche Zeitgenossen gibt’s überall), die ich auf Polnisch begrüßte und mich als Deutscher zu erkennen gab.

    Diesen einen Satz kann jeder lernen!

    Sofort bemühten die sich, sofern sie nicht selbst Deutsch konnten (erstaunlich viele in ländlichen bzw. noch nicht voll großstädtischen Gegenden wie Bromberg oder Lodsch), jemanden zu holen, der des Deutschen mächtig. Kleiner Tipp: Wenn alle Stricke reißen, geh zum Pfaffen! Der kann fast immer wenigstens etwas Deutsch. Englisch ist erstaunlich selten und wohl nur in Warschau oder bei Studenten öfter gegeben.

    Mein Gesamteindruck: Was für ein entspanntes Völkchen! Keine krakeelenden Kanaken! Keine nutzlosen Neger! Und allerbeste Küche, welche für Deutsche Verhältnisse ungemein billig!

    Die zum Glück wenigen Zigeuner kann man verschmerzen, wird vor solchen ‚Zügen‘ von den Polen rasch gewarnt und gleichsam ‚in Schutz‘ genommen. Wohltuend rar waren auch die dümmlichen Italoläden mit ihrem teuren faden Fraß und der scheußlichen Jauche ‚Espresso usw.‘ sowie Nudelkram. Alles in Allem kann das derzeitige Polen als Reiseland nur sehr empfohlen werden. Jedenfalls reise ich dort schon seit zwanzig Jahren öfter hin, da ich in Westpreußen (Graudenz, etwa 100 km südlich Danzig) entfernte Verwandte auftrieb. Meine Eltern stammen aus Westpreußen. – Djen Dobry!

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