Umfragen und andere Zahlenmagie

Kaum ein Artikel in irgendeiner Zeitung kommt ohne begleitendes Zahlenwerk aus. So erfährt man, dass 97% der Klimawissenschaftler an den menschengemachten Klimawandel glauben, 50% Robert Habeck als Kanzlerkandidaten sehen, 67% eine CO2-Steuer für sinnvoll halten und vieles mehr an im Grunde unverständlichen Zahlenwerten.

Der Hintergrund für das Spielen mit solchen Zahlen ist psychologischer Natur. Der Mensch ist mehrheitsbezogen gepolt: wenn das Gehirn nicht aktiviert wird (Standardzustand bei 99%), folgt man einfach der Mehrheit. Das wird bewusst ausgenutzt. Zum Beispiel wurden in der NS-Zeit alle Juden nach genügend Propaganda von einem großen Teil der Bevölkerung als Ungeziefer angesehen, abgesehen natürlich vom persönlichen Hausjuden (Arzt, Rechtsanwalt, Händler), der war in Ordnung. Wenn man etwas nachdenkt, findet man heute ebenfalls diese Denkmuster wieder, beispielsweise in Bezug auf Pro oder Kontra bei den Ausländern oder dem Klima. In der Liste oben trifft der Ausfall jeglicher Gehirnleistung auf die 67% derjenigen zu, die CO2-Steuern für sinnvoll halten. Niemand könnte begründen, warum das sinnvoll sein soll, und wer auf den Trichter kommt, man könne so die Leute zu bewusster CO2-Emissionsvermeidung veranlassen, übersieht regelmäßig, dass er dann auch betroffen ist und nur mehr Geld zahlt, ohne tatsächlich viel ändern zu können.

Neben den Zahlen muss man auch auf die Formulierungen achten. „50% sehen Habeck als Kanzlerkandidaten“ wird unterschwellig als „50% wollen Habeck als Kanzler“ interpretiert, besonders wenn noch ein paar andere Formulierungen im Artikel in diese Region zielen. Die Frage, ob eine Partei mit einem hohen Wähleranteil auch einen Kanzlerkandidaten aufstellen sollte, dürften bei genauem Hinhören sogar 90% befürworten, aber ob der dann wirklich als Kanzler erwünscht ist, dürfte sich eher am anderen Ende der Prozentskala ausdrücken. Der ungenaue Umgang mit der Sprache wird durch die Medien heute stark gefördert, und bei solchen Beispielen weiß man auch, warum. Der Leser/Hörer soll etwas anderes im Hinterkopf behalten als das, was tatsächlich erzählt wurde.

97% der Klimawissenschaftler glauben an den menschengemachten Klimawandel, und da diese Klientel davon lebt, dass so etwas geglaubt wird, wäre es schon ein Wunder, wenn das nicht so wäre. Im Gedächtnis bleibt das als „97% der Wissenschaftler“, obwohl der Anteil der Klimawissenschaftler deutlich weniger als 1% in der Menge der Naturwissenschaftler und Ingenieur einnimmt. Der Anteil der überzeugten „Wissenschaftler“ in diesem Sinn ist jedenfalls deutlich weniger von den 1% entfernt als von den 97%.

Eine völlige Verfremdung ist auch das PIK, das „Potsdam Institut für Klimafolgenforschung“. Gehört wird „Potsdam Institut für Klimaforschung“, und das würde man den Naturwissenschaften im weitesten Sinn zuordnen. Die Erforschen von Klimafolgen für die Gesellschaft ist aber gar kein naturwissenschaftliches Thema sondern ein sozialwissenschaftliches. Wer sich wundert, weshalb die Vertreter des PIK im Detail alles andere als naturwissenschaftlich seriös argumentieren, sondern irgendein dämliches Geschwätz von sich geben, hat schon den Namen des Instituts, wo diese Leute herkommen, falsch aufgefasst.

Große Zahlen beeinflussen ebenfalls im gewünschten Sinn. So haben „Tausende für die Seenotrettung im Mittelmeer“ demonstriert. Mal abgesehen von den daher gelogenen Begriffen – es handelt sich nicht um Seenotrettung, denn das aktuelle Beispiel der „Alan Kurdi“, ein überalterter Seelenverkäufer der übelsten Art, zeigt, dass die Schlauchboote nicht selten trotz allem seetüchtiger sind als die Rettungsschiffe und darüber hinaus jeder Seefahrer sofort bestätigen würde, dass die „Rettung“ auch nur gelingen kann, wenn die Koordinaten für das Rendezvous mit den Schleppern genau abgesprochen sind – ist die Zahl „Tausende“ beeindruckend, wird aber in der Regel nicht korrekt skaliert. So sind in den Grün-Rot-verstrahlten Gebieten wie Bremen, Hamburg oder Berlin tatsächlich relativ viele bei solchen Demos gewiesen und „in Hessen allein 1300“. Bemerkt? In Hessen! Liest man weiter (macht keiner), dann waren es hier 50, dort 80, usw. in Summe in ganz Hessen mit 6.250.000 Einwohnern 1.300 oder 0,02% ! Und selbst in den verstrahlten Gebieten liegt der Anteil der Teilnehmer deutlich unter 1%, d.h. die Grünen und Roten haben noch nicht mal alle ihre Parteimitglieder aktivieren können.

Dem Bürger wird vorgegaukelt, dass eine große Mehrheit hinter völlig blödsinnigen Themen steht, und er merkt gar nicht, dass genau das Umgekehrte der Fall ist und lässt sich von dem Unfug beeinflussen. Zumal die Schätzungen von der Polizei auf der einen Seite und der Politik und den Medien fast immer um den Faktor 2 oder mehr auseinander liegen (erstaunlicherweise werden von Grün-Links sogar die eigenen Teilnehmer um den Faktor 2 erhöht, während die Teilnehmer der „rechten“ Gegendemo halbiert werden). Oft werden Fotos als „Beweis“ für viele oder wenige Teilnehmer vorgelegt, aber nichts ist einfacher manipulierbarer als der Aufnahmewinkel.

Aber man kann ja auch noch Umfragen machen. Die eigentlich zutreffende Annahme dabei: wenn man die Leute zufällig auswählt, liegt das Ergebnis der Befragung einer kleinen Zahl halbwegs berechenbar in der Nähe einer Gesamterhebung. Die Manipulationsmöglichkeiten fangen natürlich mit der „zufälligen Auswahl“ an. Die ist inzwischen selbst dann in vielen Fällen unmöglich, wenn sich die Frager darum bemühen. Passive Umfragen, bei denen sich die Befragten für die Befragung melden müssen (beispielsweise die ständigen „Stimmungsbarometer“ in den Medien), locken zunächst nur die Klientel an, die halbwegs systematisch die Seiten nutzt, und das ist weit entfernt von reinem Zufall. Aktive Umfragen, in denen die Interviewer die Kunden ansprechen, leiden aber nach den vielen Manipulationen inzwischen ebenfalls daran, dass eine zufällige Auswahl nicht mehr zu Stande kommt.

Befragung zur Gefahr von Rechts? Der größte Teil der Angesprochenen mit einer Affinität zur AfD, so namhafte Umfrageinstitute selbst zu dem Thema, verweigern die Teilnahme mit dem Hinweis „kommt ja doch immer der gleiche Mist raus, egal was man sagt“. Linke und Grüne nehmen dafür um so bereitwilliger Teil. „67% beurteilen die Gefahr von Rechts als gefährlicher als die Ausländerkriminalität“ ist also eher eine Statistik darüber, wie viele Leute die Teilnahme verweigert haben als eine tatsächliche Aussage über die Einstellung der Bevölkerung. Zur Fälschung eignet sich das natürlich trotzdem.

Selbst wer mitmacht, wird meist betrogen. Die Antworten auf die Fragen sind vorgegeben und enthalten oft gar nicht die Optionen, die der Befragte dazu sagen möchte. Er soll also etwas auswählen, was er gar nicht meint (oder der Interviewer macht das für ihn), im besten Fall wird die Frage ausgelassen. Beides verfälscht das Ergebnis systematisch.

Die Auswertung selbst ist ebenfalls manipulativ, da die Befragten darüber ebenfalls nicht in Kenntnis gesetzt werden. Eine Befragung unter Studentinnen hat beispielsweise ergeben, dass jede 2. oder 3. bereits „Opfer sexueller Belästigung“ geworden ist. Teilgenommen haben europaweit ca. 1500 Studentinnen, was schon deutlich auf den Abwinkeffekt hinweist: die meisten haben gar nicht erst teilgenommen. Eine Frage war „Hat Ihnen schon einmal jemand hinterher gepfiffen oder etwas zugerufen?“. Nun, Studentinnen, die nicht erst in die Unterhose schauen müssen, welches Geschlecht sie denn haben, sind altersmäßig im Jäger- und Sammlermodus und viele dürften es als Kompliment ansehen, Aufsehen bei den Männchen zu erregen, wenn die Sache nicht zu ordinär und aufdringlich auffällt. Bewertet wurde die zufrieden-stolze Antwort „JA“ als „wurde sexuell belästigt“, wobei im weiteren auch kein unterscheidender Maßstab zwischen „hat ein Kompliment bekommen“ und „ist vergewaltigt worden“ verwendet wurde. Die Manipulation dieses Beispiels ist extrem, aber Ähnliches darf man von fast allen Umfragen erwarten.

Wenn es immer noch nicht klappt mit dem Wunschergebnis, kann man auch die Datenbasis eingrenzen. Bei dem 97%-Ergebnis hinsichtlich der Klimagläubigkeit wurden ursprünglich tatsächlich Naturwissenschaftler und Ingenieure befragt – mit dem 1%-Ergebnis. Auf die 97% kam man erst, als man die Datenbasis auf reine Klimawissenschaftler begrenzte, und selbst da mussten noch manipuliert werden.

Fassen wir zusammen: Umfragen und Zahlen sind in der Regel gefälscht oder werden nur zu dem Zweck präsentiert, die Mitläufer in die gewünschte Richtung zu manipulieren. Besonders Zahlen in (Lügen)Medien sollte man nicht ohne Prüfung oder Relationenvergleich vertrauen. Zitierten Umfrageergebnissen sollte man keinesfalls glauben, wenn nicht die Fragestellung angegeben ist (in der Regel wird so etwas nicht angegeben und ist auch beim Ersteller der Lüge nicht auffindbar), und selbst dann sind die Manipulationsmöglichkeiten noch enorm.

Leider muss man aber auch davon ausgehen, dass trotz der heutzutage guten Prüfmöglichkeiten jede gefälschte Zahl die Leute in die gewünschte Richtung drängt. Das geht so gut, dass es niemandem etwas ausmacht, wenn durch die Fälschungen Tausende von Arbeitslosen produziert werden (man ist ja erstaunlicherweise selbst nie dabei) oder Leute ins Gas geschickt werden wie früher.

Ein Gedanke zu „Umfragen und andere Zahlenmagie

  1. Doch leider wirkt Massenmanipulation vorzüglich. Das Ergebnis der Europawahl war eindeutig und keine Umfrage. Die daraus abzulesende Erkenntnis war allerdings, dass die Manipulation im Westen bedeutend besser gelingt als im Osten. Im westlichen Teil der BRD wissen viele Menschen wahrscheinlich nicht wie eine Politik, mit der man augenscheinlich nicht einverstanden war, abzustrafen ist. Vieles, was nicht gewollt ist, bekommen die Menschen mit diesem Verfahren in doppelter Ausführung zurück. Es sei denn, man wünscht sich wirklich höhere Steuern und Abgaben, liebt viele Verbote, sieht Arbeitslosigkeit nicht problematisch. freut sich über steigende Kriminalität und findet Parallelgesellschaften mit No-Go Areas ganz toll. Wenn die nächste BW ähnlich der Europawahl abläuft, oder noch verschärft, bekommen die Menschen alles was sie nicht wollten sehr deutlich zu spüren. Nur erwählt, hatte es dann natürlich keiner.

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