Das UBA zur Lügenpresse

Vor ein paar Tagen berichtete ich zu Horrormeldungen über drohende Wasserknappheit. Ich hatte mir dazu erlaubt, beim UBA anzufragen, wieso sie zu solchen Aussagen kommen. Hier die Antwort auf die drei konkreten Fragen, die ich gestellt habe:

Unser Mitarbeiter, Dr. Jörg Rechenberg, hat am 04.07.2019 der Deutschen Presseagentur (dpa) ein Interview gegeben, aus dem diverse Tageszeitungen nicht immer wörtlich und vollständig zitiert haben.

Da wir nicht wissen, auf welches konkrete Medium Sie sich beziehen, hier die Aussagen zu den von Ihnen genannten Punkten aus dem Interview im Original:

1. Der mittlere Füllgrad der wesentlichen (Trinkwasser-)Talsperren liegt derzeit bei ca. 80%.

Zum Füllstand der Talsperren hat Herr Dr. Rechenberg gar keine Aussagen gemacht, sondern lediglich auf folgendes hingewiesen:

„Talsperren kann man steuern. Sie sind multifunktional und dienen häufig auch dem Hochwasserschutz. Deshalb kann man die im Herbst und Winter nicht total volllaufen lassen, um Pufferkapazität für den Hochwasserfall vorzuhalten.“

2. Sie berufen sich bei der Prognose zunehmender Dürren auf statistische Daten seit dem Sommer 2018 (!!)

Hierzu gab es folgende Aussagen:

„Bisher gibt es in Deutschland flächendeckend keinen Wasserstress (Wasserstress und Wasserknappheit sind definiert: Davon spricht man, wenn die gesamte Wasserentnahme eines betrachteten Jahres mehr als 20% des langjährigen Wasserdargebots beträgt. Das ist in Deutschland nicht der Fall, es sind 12,8 Prozent (2016). Quelle: https://www.umweltbundesamt.de/daten/wasser/wasserressourcen-ihre-nutzung#textpart-4). An der einen oder anderen Stelle hat es aber 2018 lokale oder regionale Probleme gegeben. Zum Teil konnte nicht auf zusätzliche örtliche Ressourcen zugegriffen werden, da bei diesen die Nitratwerte zu hoch waren. Dies ist in der Regel ein Ergebnis zu hoher landwirtschaftlicher Düngung. Die lang anhaltende Trockenheit im Sommer 2018 macht nicht nur Wissenschaftlern und Behörden, sondern auch einer breiten Bevölkerung bewusst: Wasserknappheit ist ein Problem oder kann zumindest eines werden. Wir haben noch keine aktuellen Daten zur Grundwassermenge 2018. Aber es ist zu befürchten, dass sich die Grundwasserpegel noch nicht wieder auf den Stand vor 2018 aufgefüllt haben. Flächendeckend weiß man nicht, wie sich diese Pegel im Fall von drei dürren Sommern hintereinander mit zusätzlich wenig Niederschlag im Winter entwickeln würden. Das hatten wir in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten so noch nicht. Das hätte in jedem Fall negative Auswirkungen auf die Wasserverfügbarkeit.“

3. Die zunehmende Beregnung von Feldern in der Landwirtschaft ist zwar tendenziell korrekt, findet aber fast ausschließlich in Gebieten statt, in denen die traditionellen Feldfrüchte durch sehr wasserbedürftige Energiepflanzen für die Biogasproduktion angebaut werden. Unter anderen Umständen rechnet sich die energieintensive und teure künstliche Beregnung nicht für die Landwirte.

Dazu haben wir folgende Aussagen getroffen:

„Derzeit hat die Bewässerungslandwirtschaft in Deutschland mit einem Anteil von 2,7 % an der landwirtschaftlich genutzten Fläche eine nur geringe Bedeutung. Die Beregnungsbedürftigkeit wird deutschlandweit tendenziell zunehmen, allerdings ist dies regional sehr unterschiedlich. Die Bewässerungsmenge ist stark abhängig von der landwirtschaftlichen Produktion. So wird der Obst- und Gemüsebau bisher stärker bewässert, als dies für viele Ackerkulturen der Fall ist.

Die Beregnungswürdigkeit, also ob Beregnung ökonomisch sinnvoll ist, wird stark von den jeweiligen Preisen für Agrarprodukte abhängen. Wenn in Zukunft festgestellt wird, dass Mais ohne künstliche Bewässerung nicht gedeiht, dann wird der Landwirt die Rechnung aufmachen müssen: Was ist rentabler? Baue ich mit teurem Equipment und Brauchwasser Mais an. Oder sattele ich auf hitzeresistentere Kulturen um. Zusätzliche Anforderungen an effiziente Bewässerungstechnologien würden in diese ökonomischen Betrachtungen einfließen.“

Fazit: glatte Lüge der Lügenmedien

Das fängt bereits mit den Überschriften „UBA warnt vor Streit ums Wasser“ an. Das ist gelogen! Wenn man sich den Rest der Meldungen ansieht: das sind keine falschen Zitate, das sind eindeutige Lügen.

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