Doch noch ein Erwachen?

Staatsfunk konsumiere ich eigentlich nicht mehr. Selbst wenn das Radio angeschaltet wird, ist es meist ein Sender, auf dem mit >97% Wahrscheinlichkeit nur Musik läuft. Um so erstaunlicher die Reportage, die heute durch zufälliges Einschalten von DLF statt des normalen Senders auf mich einprasselte.

Anscheinend bekommt die Industrie, einmal abgesehen von Idioten wie dem VW-Management (aber die sind ja auch mit der SPD verbandelt), allmählich kalte Füße, was den Energiewahnsinn nicht nur in Folge des Hypes um die Heilige Jungfrau Greta Langstrumpf angeht. Ausgerechnet im Ruhrgebiet, ohnehin schon gebeutelt durch das Ende der Kohleindustrie, das drohende Ende auch des Braunkohleabbaus und die massive Ansiedlung von Türken, Arabern und Zigeunern, deren Kinder ohnehin die ganze Woche Friday-4-Nonsense machen und die Familien nicht nur deshalb zu einem großen Teil von der Sozialhilfe versorgt werden, müpfen Unternehmen auf, weil sie um die Versorgungssicherheit Sorgen haben.

Die Probleme betreffen zwei Gruppen von Unternehmen. Da sind zunächst einmal die stromintensiven Großverbraucher wie Aluminiumhütten und andere Betriebe. Die werden seit ein paar Jahren ohnehin schon durch die Energiewende gebeutelt, dienen sie doch als das, was eine andere Heilige Jungfrau, die aber schon mehrfach unbefleckt (d.h. ungefickt) empfangen hat, nämlich Annalena Baerbock von den Grünen, als SmartGrid bezeichnet hat. Wenn kein Strom da ist, weil kein Wind da ist, werden solche Betriebe ganz einfach mal eine Weile abgeschaltet. Das halten die natürlich nur begrenzt durch. Abgesehen von Produktionsausfällen können auch ernste Schäden an den Anlagen die Folge sein, und anscheinend nimmt diese Gefahr zu, falls sie nicht schon eingetreten ist. So zumindest die Betriebsführer im Bericht.

Die andere Gruppe besteht aus hochmodernen Betrieben, die mit Hilfe der modernen Technik extrem effektiv arbeiten. Beispielsweise Papierfabriken, deren Maschinen dank der Mikroelektronik um ein Mehrfaches schneller arbeiten als zu früheren Zeiten. Die im Mikrosekunden- oder darunter arbeitende Steuerelektronik erlaubt Papiergeschwindigkeiten von mehreren 100 km/h. Bei diesen Maschinen wirken sich bereits kleine Abweichungen von den 50 Hz Netzfrequenz aus, und ein einzelner Wischer im Netz, zu Hause vielleicht noch durch Flackern der LED-Lampen erkennbar, führt zum Abschalten, Schäden in vielen Fällen eingeschlossen. Ist das Netz instabil, kann der Betrieb auch schon mal eine ganze Schicht nach Hause schicken.

Anscheinend mehren sich solche Vorfälle. Betriebsleiter berichten von ca. 20 Vorfällen im Jahr 2018, d.h. im Schnitt 2x im Monat crashen die Maschinen, weil das Netz nicht stabil genug ist. Gehör in der Politik finden die Leute bislang anscheinend nicht (NRW-Ministerpräsident Laschet erweist sich anscheinend stets als dümmlicher Klugschwätzer ohne Lernfähigkeit), aber das Vordringen in den Staatspropagandarundfunk ist an sich eigentlich schon bemerkenswert.

Wenn der Wahnsinn so weitergeht, werden die Unternehmen, die ohnehin nur noch mit hoch subventioniertem Strom hier gehalten werden können, irgendwann abwandern. Und bei stets steigenden Strompreisen wird auch die Subvention immer schwieriger. Die einzige Forderung aus dem Greta-Lager beim Industrie-Abbau ist allerdings bislang der „sozialverträgliche Abbau“ der Arbeitsplätze, will heißen, die Leute gehen in den Ruhestand und die jungen Leute bekommen keine Arbeit mehr, weil keine da ist.

Einem Land geht es gut, wenn es Sachen produziert, mit denen es Handel treiben kann. Um Sachen zu produzieren muss man in den MINT-Fächern gut aufgestellt sein. Deutschland ist allerdings anscheinend nur noch in den Geschwätzfächern gut aufgestellt. Ob es funktioniert, sich Nahrungsmittel und Geräte aus dem Ausland liefern zu lassen und als Bezahlung irgendwelche Formulare abzustempeln, Liedchen zu singen oder Namen zu tanzen, bezweifle ich aber.

2 Gedanken zu „Doch noch ein Erwachen?

  1. Das Ruhrgebiet besteht heute überwiegend aus Dienstleistungsunternehmen, viele davon steuergeldsubventioniert. Hier wäre z.B. der ÖPNV zu nennen, aber auch viele Tiefbauunternehmen, die ausschließlich für die Kommunen oder das Land tätig sind und somit ebenfalls steuergeldsubventioniert. Der Bergbau ist schon lange beendet und die Großindustrie stirbt kontinuierlich. Beispiel Opel, Anfang der 60er Jahre in Bochum eröffnet und mit der Produktion des Opel-Kadett betraut als Konkurrenz zum VW-Käfer. In der Blütezeit in den 70er Jahren waren bei Opel 20.000 Menschen beschäftigt, die bis zur Schließung des Werkes auf 3.000 reduziert waren. Natürlich gab es Sozialpläne und Abfindungen, aber keine neuen Arbeitsstellen. So wie mit Opel verfahren, wurde mit vielen Werken im Ruhrgebiet. Heute ist das Ruhrgebiet das Armenhaus Deutschlands, wo sich die Bevölkerung überwiegend aus Sozialhilfeempfängern, Hartz-4lern, Rentnern, Studenten, Migranten, Niedriglöhnern oder 450 Euro Jobbern zusammensetzt. Die meisten noch verfügbaren Arbeitsplätze sind im Dienstleistungssektor zu finden; und woraus wird der Dienstleistungssektor überwiegend finanziert? Natürlich aus Steuermitteln! So eine Entwicklung ist nicht nur ungesund, sondern höchstgefährlich.

    Somit ist das Ruhrgebiet ein Negativbeispiel höchsten Grades und müsste normalerweise ein Warnsignal an die Politik senden. Doch was passiert? Die Politik ist dabei das Beispiel Ruhrgebiet auf die gesamte BRD zu übertragen. Die derzeit noch funktionierenden Regionen sollen dem Beispiel Ruhrgebiet folgen und die Deindustrialisierung auch dort einsetzen. Ist der Politik eigentlich nicht bewusst, dass eine Industrienation, die noch nicht einmal eigene Bodenschätze besitzt, ohne Industrie nicht überlebensfähig ist? An wem sollen die ganzen Dienstleister, die lediglich über Steuermittel ihre Finanzierung finden, noch Dienste leisten wenn keine Wertschöpfung erfolgt? Ich glaube ich bin zu alt, um die heutigen Idioten in der Politik noch verstehen zu können….

  2. Ergänzung Krupp-Rheinhausen. Nach vielem Hin und Her Ende so um 1980 stillgelegt. 3.000 Arbeitsplätze weniger. Gleichzeitig: 30.000 Arbeitsplätze weniger bei den Zulieferern. Wird leider meist übersehen.

    Ergänzung Weserhütte Bremen (Klöckner). Damals eine der modernsten Hütten. Als die Japaner anfingen, Stahl von Schiff auf Rede zu verkaufen, fuhr Klöckner die Produktion hoch und konnte gegen halten. Die Weserhütte musste auf Betreiben der damaligen EWG stillgelegt werden, damit unrentable Hütten in Belgien und Nordfrankreich weiter produzieren konnten (inzwischen natürlich auch weg).

    Ergänzung Bergbau. Großbagger und Fördertechnik (O&K) verkauft an Hitachi. Deutschland war einst einsamer Führer in der Fördertechnik, heute nichts mehr da. Nicht nur die Industrie ist weg, das technische Know-How ist ebenfalls unwiderbringlich verloren. Dto Kernkraft: Sicherheitstechniker wurden in Deutschland ausgebildet, egal wo sie arbeiteten. Alles unwiderbringlich verloren. Der Ausverkauf ist viel weiter gegangen als die Meisten sich das vorstellen können.

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