Die Macht der Internetkonzerne

Wenn man Polikern und Medienschwatzenden glaubt, brauchen die CEO von Google, Fakebook oder Twitter nur mit dem Finger zu schnippen, damit Leute ein bestimmtes Produkt kaufen oder eine bestimmte Partei wählen. Deshalb müssen Zensurgesetze her, die dafür sorgen, dass den Bürgern nur die richtigen Informationen und keine Fälschungen präsentiert wird und sie sich folglich die richtige und nicht irgendeine Meinung bilden. Umgesetzt wird das in D von einem Maas-Männchen. Was ist an dem Ganzen dran?

Nun, auch Google ist natürlich nicht in der Lage, beispielsweise das Bewusstsein der Krefelder Bürger so zu beeinflussen, dass mehr als 40% am 1.10. Selbstmord begehen, und auch Amazon wird es nicht gelingen, einem eingefleischten Veganer (!) 10 kg Lammfilet aufzuschwatzen. Das ist auch gar nicht in ihrem Interesse. Die Leute wollen schlicht und einfach Geld verdienen, indem sie uns oder einem anderen etwas über uns verkaufen. Und sie wissen sehr genau, dass das nachhaltig nur funktioniert, wenn wir auf der anderen Seite zufrieden sind. Das fängt beim Produkt an und geht mit der nachfolgenden Kundenbetreuung weiter. Bei Amazon und einigen anderen Internetanbietern funktioniert letzterer sehr gut, bei Fakebook hat sich das noch nicht herum gesprochen, weshalb dem Laden auch zunehmend Kunden von der Schippe springen. Bei 2 Mrd. Kunden ist das Polster nach unten dort allerdings sehr groß.

Natürlich können aufgrund der gespeicherten Daten Google & Co bestimmte Informationen oder Produkte weiter oben in der Rangfolge anzeigen. Und natürlich kann man – siehe Cambridge Analytics – auch maßgeschneidert nach Kundenprofil etwas auf den vorderen Rängen unterbringen, wenn man dafür bezahlt. Aber was ist daran ehrenrührig? Schließlich landen vor einer Wahl in meinem Briefkasten Unmengen an SPD-Werbung, weil mein Wahlbezirk traditionell seit Jahrtausenden mehrheitlich SPD wählt und die Direktvertreter der anderen Parteien wissen, dass sie bei über 70% Stimmanteil des SPD-Kandidaten nur Geld zum Fenster rauswerfen. Die Politik, die sich nun über Google echauffiert, macht es doch selbst!

Außerdem steht es jedem frei, auch bis Seite 10 oder 20 (von 100.000) der Google-Liste zu blättern, um andere Informationen zu erhalten. Google verschweigt nur, was staatlicherseits zensiert wird, und das ist eine ganze Menge, wenn man die Google-Meldungen wie

17 relevante Einträge wurden aufgrund von Rechtsvorschriften nicht dargestellt

mal zusammenzählt oder Google über einen Tor-Exitserver außerhalb der EU aufruft. Zensur findet – im Gegensatz zu dem, was das Grundgesetz behauptet – in großem Maße bereits statt.

Diese Informationsfreiheit gilt natürlich überall. Jeder kann eine Aussage auf ihren Gehalt recherchieren. Machen leider zu wenige, das muss man eingestehen, und so ist es natürlich durchaus möglich, dass einige Wähler aufgrund bezahlter Informationsreihenfolge etwas anderes wählen als den Parteien lieb ist. Umgekehrt ist es allerdings genauso: mit einiger Wahrscheinlichkeit wählen Wähler, die sich zusätzlich informieren, ebenfalls etwas anderes als den Parteien lieb ist. Ein Teufelskreis (?)

Vom Standpunkt der Demokratie aus betrachtet wäre es einfach, das Fakenews-Problem zu beheben: man muss den Leuten nur genügend Bildung zukommen lassen, um zu erreichen, dass sie nicht nur die ersten Informationen lesen, sondern weiter forschen. Das kostet gar nicht mal viel Zeit. Viele regen sich 3 Minuten über eine Schlagzeile auf, und die Zeit würde meist schon genügen, hinter die Schlagzeile zu schauen, wenn man über die entsprechende methodische Bildung verfügt.

Vom Standpunkt der Parteien ist das jedoch der falsche Weg. Der Wähler muss grundsätzlich völlig verblödet sein, um nicht zu bemerken, in welchem Umfang er verarscht wird, und dieses Ziele haben Grüne und Rote inzwischen erreicht. Selbst viele Abiturienten sind kaum noch in der Lage, die Rechnung beim Lebensmitteldiscounter per Hand zu überprüfen, und halten den Dreisatz für eine olympische Disziplin. Nur so kann man die Masse so steuern, dass sie den größtmöglichen politischen Unfug auch noch bejubelt und glaubt.

Dumm nur, dass auch andere auf dem Klavier spielen können. Trump hat angeblich nur wegen russischer Fakebook-Intervention die Präsidentenwahl gewonnen und nicht, weil es den Leuten beschissen geht und sie die Schnauze voll von den korrupten Hauptstadtpolitikern haben. Wobei vermutlich trotz allem vielen bewusst ist, dass sie den Teufel mit Beelzebub austreiben, ihnen das aber inzwischen völlig egal ist, Hauptsache, man kann den alten Spacken endlich eins auswischen.

Also muss eine Zensur her. Oder eine Datenschutzverordnung. Am Besten beides. Die Zensur kann man nutzen, um Informationen auszuschließen (s.o.), die Datenschutzverordnung, um die Konzerne abzuzocken, wenn die nicht willig die politisch genehme Reihenfolge der Informationen einhalten. Anders ausgedrückt: die Politker sorgen durch Verblödung des Volkes und Druck auf die Konzerne genau dafür, für was sie die Konzerne anklagen, nämlich eine massive Einflussnahme auf den Bürger.

Und die Konzerne? Die wollen Geld verdienen, nicht die Demokratie fördern oder beseitigen. Und Geld verdienen können sie am Besten, wenn sie in Deutschland nach den Zensurregeln der Bundesregierung, in China nach den Regel von Xi und sonstwo nach den dortigen Zensurregeln arbeiten. Was sie im Hintergrund mit irgendwelchen Daten machen, können gerade die politische Volltrottel am Wenigsten kontrollieren oder beurteilen. Die Macht der Internetkonzerne wird überschätzt und verzerrt dargestellt. Die eigentliche Gefahr geht von so genannten demokratischen Politikern aus, auch bei uns.

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