Die Angst vor Onkel Donald

Beim Thema Trump (gilt auch für Putin, AfD, Front National, Victor Orban u.a.) verfällt die Politik sofort in hektische Schnappathmung, breitet die Lügenpresse einseitige Parteinahme und Verfälschung der jeweiligen Programme (was den Titel Lügenpresse fundiert) aus und demonstrieren für bunte Vielfalt, Meinungsfreiheit und Demokratie stehende Grüne und rote junge Leute ihre wahre Einstellung, indem sie Andersdenke mit jeder Form von Gewalt an der freien Meinungsäußerung hindern (faschistische Antifaschisten halt). Fallweise werden auch stets überheblich auftretende „Politikwissenschaftler“ in den Medien eingeflogen, die den Auslösern der Schnappathmung Programmlosigkeit, Unberechenbarkeit und sprunghaftes Verhalten attestieren. Woher diese Angst?

Wenn man den Politoverlogen zuhört, stößt man drauf. Die bisher betriebene Politik ist gut berechenbar, folgt sie doch einem gut fundierten ideologischen Schema: die maßgeblichen Politiker verfolgen das Programm „ich will der Größte anstelle des Größten werden“ (wer jetzt an Isnodgud denkt, liegt richtig), haben dazu ein ideologisches Ziel, von dem sie keinen Millitmeter abweichen (sonst springt ein anderer in die Lücke und hat womöglich mehr Erfolg), und alles andere, insbesondere das Volk, für das sie tätig sind, ist ihnen scheißegal. Politisch einfach zu analysieren: was sie sagen, ist sowieso gelogen, was sie zusagen, gilt nur so lange, wie es ihnen nützt, und wenn sich eine Situation zeigt, aus der sie sich für sich selbst mehr herausholen können, wechseln sie die Richtung wie ein Fähnchen im Wind.

Die andere Seite ist in der Form nicht berechenbar, oder eben vielleicht doch berechenbar. Trump hat sein Programm genannt: „America first“, und das ist das gleiche Programm, dass Putin und die anderen verfolgen, jeder für sein Land. Trump sagt, was er denkt (was manchmal nicht gut ist, aber dafür hat man seine Minister, die in die Bresche springen können, bis man sich selbst eine Strategie überlegt hat) – einfach ein Unding für die alte Politik. Solche Leute denken womöglich noch über ihre Haltung nach – einfach ein Unding für die alte Politik. Sie sind pragmatisch – einfach ein Unding für die alte Politik, und richten ihre Taktik nach den Gegebenheiten aus. Taktik setzt Kenntnisse voraus, und die werden täglich aktualisiert und haben Einfluss auf die Taktik – ein Unding für die alte Politik.

Wenn man ein Beispiel möchte, nehme man Putin (Trump hat ja noch keine Gelegenheit gehabt). In Interviews sagt er, dass Russland für ihn zuerst käme, und die Russen nehmen ihm das ab. In Sachen Urkaine hört fängt für ihn Russland da an, wo die Ukraine aufhört, und lässt sich durch den Westen in der Ukraine nicht zu heftigen Handlungen verleiten (und anscheinend durch den Aufmarsch der Nato an der Ostgrenze auch nicht). Niemand wird Krieg mit Russland anfangen, den den haben bisher alle verloren: Karl von Schweden, die beiden Napoleons, Hitler. Für sein Land wäre es aber genauso schlecht, wenn er etwas anfängt. Also lässt er sich nicht provozieren. Was wäre wohl, wenn er wieder in Kuba ein Ding dreht wie weiland Chrustschow? Kennedy hatte damals den Finger auf dem roten Knopf, und für die Welt war Kennedy wahrscheinlich ein Glücksfall, denn dieser Präsident war eher wie die heutigen Feinde gepolt. Jeder andere Präsident, der scheidende Neger eingeschlossen, hätten die Knopf wahrscheinlich gedrückt.

Putin hat seine Sache im Griff, Trump kommt erst noch und wird sich von den tatsächlichen Gegebenheiten leiten lassen müssen, die AfD und andere bekommen hoffentlich auch die Chance dazu. Ob Trump wirklich so chaotisch agiert, wie die Presse es unterstellt, bleibt abzuwarten. „Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird.“ Wenn er wirklich pragmatisch ist, wie ich vermute, sind Bedenken eher in der Form angebracht, dass der Merkel & Co. in den Arsch tritt und Europa schneidet, wenn die bei ihrer Politik bleiben. Man stelle sich mal vor: gute Beziehungen zwischen Russland und den USA, die Chinesen kochen weiter ihr eigenen Süppchen, und West-Europa degeneriert zur Magreb-Kultur – durchaus vorstellbar, wenn es so weitergeht.

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