Propaganda-Prinzipien IV

Trotz aller Beachtung der Prinzipien I-III fällt es schwer, alle Zweifler von wenig glaubhaften Behauptungen zu überzeugen. Es muss ein weiterer Trick hinzu.

Stellen Sie sich vor, es soll über Integrationserfolge von Zigeunern (auch wenn bei uns immer von Sinti und Roma die Rede ist: es gibt mindestens 3 weitere Stämme, die ich hier nicht durch Beschränkungen benachteiligen will) berichtet werden. Das hört sich dann so an:

„Wir treffen Cornelia Schulze-Hugentrubel um 9:30 Uhr im Aufenthaltsraum. Die 26-jährige Sozialpädagogin mit langen blonden Haaren, die hinten zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden sind, trägt einen braunen Strickpullover, Turnschuhe und Jeans und sitzt mitten in einer Gruppe fröhlich lärmender Kinder, mit denen sie seit 8:00 Uhr arbeitet. Corneldia Schulze-Hugentrubel zeigt uns … Cornelia Schulze-Hugentrubel meint dazu … Die 26 jährige sympathische Blondine lässt sich davon nicht unterkriegen …“

Und so weiter und so weiter. Was fällt auf? Jawohl, 80% des Beitrags sind völlig überflüssig. Das Prinzip heißt

Personalisierung

Es geht weniger um die Fakten als vielmehr darum, den Hörer mit Cornelia Schulze-Hugentrubel bekannt zu machen. Nicht etwa mit Frau (oder Herrn) Schulze. Frau (oder Herr) ist grundsätzlich durch den Vornamen zu ersetzen, der Name darf nicht Schulze oder Müller sein, sondern irgendein Doppelname, der wesentlich individueller ausfällt, Aussehen und Kleidung machen persönlich bekannt, Sozialpädagoge oder ähnliches kommen immer gut, usw. usw. Optimal angefasst möchten 50% der Hörer nach einiger Zeit mit Cornelia Schulze-Hugentrubel ins Bett, während die anderen 50% sich Sorgen über einen Seitensprung ihres Partners zu machen beginnen – die Fakten hört längst keiner mehr, jedenfalls nicht bewusst.

Das schafft Vertraulichkeit und Vertrauen. Man ist mit der Berichterin Cornelia Schulze-Hugentrubel persönlich verbunden, und was sie sagt, hat Gewicht. Anschließende nücherne Statistikberichte, dass die Ansichten von Cornelia Schulze-Hugentrubel nur auf 0,2% aller Fälle zutreffen und somit Propaganda sind, könnte auch gleich durch Musik aus den 80-Jahren oder Rudi-Schuricke-Songs ersetzt werden. So was nimmt man nicht mehr ernst! Man fühlt und leidet mit der 26-jährigen sympathischen Blondine im braunen Strickpulli oder was immer sie auch darunter anhat.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.