Inflation und die EZB

Die EZB tut ja schon alles, um die Inflation zu steigern. Der nächste mögliche Schritt wäre, jemandem, der sich Geld leiht, monatlich noch einen Zins dafür zu zahlen. Wieso wird angeblich eine Inflation gebraucht? Und warum klappt das nicht?

Angeblich wird eine Inflation zur Ankurbelung der Wirtschaft benötigt, was schon rein gedanklich Quark ist. Der Wirtschaft – und damit sind die Großkonzerne gemeint, denn für den kleinen Handwerker interessiert sich kein Politiker und kein Großbänker – geht es dann gut, wenn man ihre Produkte kauft, und das geschieht dann, wenn man es sich leisten kann. Also, so anscheinend das Verständnis der EZB, mache man das Geld wertloser, so dass weniger Leute sich etwas kaufen können, und dann geht es der Wirtschaft besser. Merkwürdige Kausullogik. Kann man wohl nur als Italiener verstehen.

Eigentlicher Motor der Inflation ist die Staatsverschuldung. Gemessen an der aktuellen Verschuldung ist schon fast der Zustand der 1920er Jahre erreicht, allerdings ohne dass es zu einer Hyperinflation kommt. Und die Staatsverschuldung steigt rasant weiter. Auf die Ankündigung „wir haben 1 Mio mehr eingenommen“ aus dem Finanzministerium folgen Forderungen von 5 Mio für alle möglichen, aber in der Regel nicht dem Bürger förderlichen Projekte, die dann auch bedient werden. Eine „schwarze Null vor dem Komma“, und da sollte man sich die EU-Vereinbarungen einmal genau anschauen, bedeutet nicht, dass der Haushalt ausgeglichen ist. Das bedeutet lediglich, dass die Gesamtschuldenlast um nicht mehr als 3% gestiegen ist, d.h. die Schulden nehmen weiter exponentiell zu. Allem Gesabbel des notorischen Lügners im Finanzministerium zum Trotz bricht das irgendwann selbst der BRD, die derzeit fast umsonst an Geld kommt, das Genick: man kann selbst diese Zinsen nicht mehr bezahlen.

Helfen tut da nur noch eine Hyperinflation, die das Geld so wertlos macht, dass die Staaten entschuldet sind. Derzeit kauft die EZB Staatsverschuldungen auf, um die Staaten von der Zinslast zu befreien und es ihnen zu ermöglichen, neue Schulden aufzunehmen, aber kann sie das Problem lösen, die faulen Papiere irgendwann aus den Büchern verschwinden zu lassen? Vermutlich funktioniert das sogar, aber im notwendigen Umfang?

Bemerkenswert ist, dass die Krise trotz jahrzehntelangem Drucken von Geld, wenn man die US-Notenbank hinzu nimmt, eingetreten ist. Die Gelddruckmaschine und die Tricksereien der Banken haben dazu geführt, dass von dem auf der Geld hin und her vagabundierendem Geld weniger als 2% tatsächlich irgendeinen sachlichen Gegenwert haben (das war der Stand vor einigen Jahren; vermutlich liegt er inzwischen unter 1%). Mit anderen Worten: es ist schon jetzt so viel Geld in Umlauf, dass ein Brötchen vermutlich 150 € kosten würde, wären Geld und Wert tatsächlich gedeckt. Trotzdem gibt es immer noch Brötchen ab 0,20 €. Wieso?

Der eine Grund ist, dass das Geld nicht in Umlauf ist, sondern fiktive Werte schafft. Das geschieht beispielsweise an den Börsen: A kauft Aktien für 1000 € von B, worauf die Aktie um 10% im Wert steigt. B reinvestiert die 1000 € und kauft Aktien von C, die darauf hin um 10% steigen. Sind wir bei Z angekommen, sind immer noch nicht mehr als 1000  € im Spiel, aber aus 25.000 € Vermögen sind inzwischen 27.500 € geworden. Dass das nícht funktioniert, wird dann klar, wenn alle aus irgendeinem Grund ihr Geld brauchen und Z gnädigerweise sagt „ich kann euch 1000 € für euer 27.500 € geben“.

Das genügt natürlich nicht, weshalb die Banken andere Finanzprodukte, so genannte Derivate, anbieten. Derivate sind nichts anderes als legale Wetten, die die Wettmafia ob ihrer Skrupellosigkeit vor Neid erblassen lässt. Um die Wette abzuschließen, setzen die Banken allerdings wie alle gerissenen Betrüger nicht ihr eigenes Geld ein, sie „leihen“ es sich von ihren Kunden. An den Gebühren haben sie auf jeden Fall schon einmal verdient. Wird die Wette verloren, ist das Geld der Kunden weg (das der Bank nicht, denn sie hat gar nicht erst investiert), wird die Wette gewonnen, wird der Kunde in der Regel in irgendwelchen anderen Papieren ausgezahlt, z.B. Aktien oder anderen Derivaten, d.h. die Bank versucht, meist mit Erfolg, das eingesetzte Kapital trotzdem zu behalten. In der einen oder anderen Form läuft das Geschäft auf jeden Fall so, dass der Kleinanleger um sein Geld geprellt wird. Da mit der Gier gespielt wird und der Kunde das Geld ja „investiert“ hat, also nicht wirklich braucht oder ausgeben will, merkt er das noch nicht einmal. Auch wenn die Zentralbank viel Geld in den Markt pumpt, bleibt die für die Realwirtschaft verwendbare Menge deutlich kleiner.

Das Zünglein an der Waage ist schließlich der Staat, der mit Steuer- und Abgabenpolitik für ein soziales Gefälle und in der Breite geringes verfügbares Einkommen sorgt. Bereits jetzt ist ein Prozentsatz von ca. 15% derjenigen, die arbeiten könnten, auf der sozialen Versorgungsliste und fristet sein Leben am unteren Rand. Die schauen neidisch auf diejenigen, die arbeiten und sich etwas mehr leisten können, aber auch nicht viel. Die Schere darf nicht zu groß werden, damit sich die Gruppen nicht so weit voneinander trennen, dass sie sich aus den Augen verlieren und die Neidgefühle unwirksam werden. Der Mittelstand schwindet, damit die Gruppen ausgeglichen sind. Das Geld wird vom Staat abgezogen und mit Hilfe der Banken in fiktives Vermögen umgewandelt.

Im Moment ist das System ausgewogen: die Sozialunterschiede sind gut ausgeprägt, man lebt in bescheidenem Luxus, die Wirtschaft kann verkaufen, weil sich viele die Produkte noch leisten können, und die immer preisgünstigere Produktion erlaubt auch das Durchfüttern von immer mehr unproduktiven Menschen. Die Inflation bleibt aus, jedenfalls in der von der EZB und den Schuldenstaaten benötigten Größe, trotz Null-Zins-Politik.

Das System ist allerdings instabiler, als es scheint. Die Politik, insbesondere die von Frau Merkel, wie Prinz Karneval weltweit Rosenmontagszüge zu veranstalten und die Milliarden als Kamelle vorzugsweise unter das fremde Volk zu werfen, wird irgendwann zum Kollaps führen. Man kann sich das vorstellen wir unterkühltes Wasser: vorsichtig abgekühlt kann man im Labor Wasser auf -15° C abkühlen, ohne das es gefriert. Ein kleiner Auslöser genügt dann allerdings zum explosionsartigen Gefrieren der Gesamtmenge. Bezüglich des Geldwertes befinden wir uns schon weit unter Null, Tendenz weiter fallend.

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