Nachtrag zum Artikel
Man kann sich natürlich auch einmal fragen „warum brennt es immer wieder so heftig, wo doch schon in den letzten Jahren alles abgebrannt ist?„. Die Antwort: weil die Menschen, wobei man jetzt darüber streiten kann, ob Waldbesitzer oder Verwaltung gemeint ist, absolut lernunfähig sind. Möglicherweise aber auch, weil es sich rechnet.
Wenn man sich den natürlichen Wald in den Gegenden anschaut, handelt es sich um trockenresistente Art, die oft locker, aber langsam wachsen und zudem meist biologisch gegen Feuer geschützt sind. Beispielsweise Korkeichen, deren dicke Korkrinde bei Bränden das Mark wirksam schützt. Eigentlich muss der Eigentümer nur regelmäßig ein wenig das Unterholz auslichten, um dauerhaft Ruhe vor Bränden zu haben.
Korkeichen können ca. alle 10 Jahre geerntet werden, d.h man schält die Rinde ab und macht Korken oder Korkbaustoffe daraus. 10 Jahre sind eine lange Zeit, weshalb manche Bauern bereits nach 7 – 8 Jahren minderwertigeren Kork ernten. Allerdings sind Flaschenkorken aus Naturkork out. In den traditionellen Weinländern wird zwar weiter verkorkt, aber meist mit dem günstigeren Kunstkorken (nur in Deutschland gibt es Schraubverschlüsse). Die Korkernte bringt also weniger ein als bisher. Mit Oliven, eine andere natürlich vorkommende Art, läuft es noch, aber auch dort gibt es ein Überangebot.
Wie kommt man nun an den Profit? Mit den gleichen Methoden wie hier: man pflanzt Monokulturen mit schnell wachsenden, aber nicht dorthin gehörenden Arten, an das möglichst dicht. So reihen sich vielfach Kiefern- oder Eukalyptuskulturen aneinander. Bei Trockenheit brennen Kiefern schnell, auch aufgrund des Harzes, und Eukalyptus mit noch höheren Ölanteilen ist noch schlimmer. Fehlen dann noch Schneisen, die die Brände aufhalten könnten, gibt es kein Halten mehr und es kommt zu regelrechnten Feuerstürmen, wenn die Flächen groß genug werden (Ansaugen der Luft und Bildung spezieller Wolkenformationen).
So brennen nun in Frankreich in der Gironde genau die Flächen wieder ab, die bereits vor 10 Jahren nieder gebrannt sind. Weil die Monokulturen genau in der gleichen Weise wieder angelegt wurden, was schon damals zur Katastrophe geführt hat. Wenn jetzt noch hinzu kommt, dass die russischen Löschflugzeuge und Hubschrauber aus ideologischen Gründen nicht eingesetzt werden dürfen, wird alles noch um einige Größenordnungen schlimmer.
Rechnet sich das trotzdem? Vermutlich. Die Kalkulation „wieviel Monokultur darf abbrennen, damit am Ende Profit bleibt?“, dürften die Betreiber der Kulturen aufgemacht haben. Zumal die Kosten – Löscheinsätze und zerstörte Häuser – anderen hängen bleiben.
Es gibt noch einen weiteren Bereich, in dem Katastrophen vorprogrammiert sind: Batteriespeicher. Brennt eine Lithium-Batterie, bleibt als Gegenmaßnahme nur Wasser zur Kühlung, und das in großen Mengen. Löschen kann man den Brand i.d.R. nicht, aber verhindern, dass der in eine Explosion ausartet.
In zunehmendem Maße werden große Batteriespeicher geplant oder gebaut, die die Volatilität der Wind-/Solarkraft abregeln sollen. In Deutschland sind kürzlich 2 dieser Speicher in Brand geraten, d.h. die Gefahr besteht durchaus. Dabei hat man mehr oder weniger noch Glück gehabt: die Feuerwehr beschränkt sich darauf, immense Kühlwassermengen auf die brennende Einheit zu sprühen, und die beiden Brände sind glücklicherweise in einer Gegend ausgebrochen, in der genügend Wasser aus nahe liegenden Flüssen entnommen werden konnte.
Ein paar Leute haben mal nachgerechnet und sich umgeschaut und mussten feststellen, dass dieser Effekt sehr oft nicht berücksichtigt wird. Einige Projekte eignen sich für Großkatastrophen: bricht hier ein Batteriebrand aus, steht nicht genügend Kühlwasser zur Verfügung: das Wasser der Versorger genügt nicht und Flüsse/Bäche/Seen mit der notwendigen Kapazität sind in der Gegend nicht zu finden. Mit anderen Worten: bricht ein Brand aus und kann nicht sofort zu Beginn gestoppt werden, dann HALLELUJA für die ganze Gegend.