Der IPCC hat – wohlweislich von den Qualitätsmedien absichtlich nicht bemerkt – sein Modell RCP8.5, auf dem die meisten Horrorszenarien und von vielen als Geldschneiderei empfundenen „Gegenmaßnamen“ beruhen, als „extrem unwahrscheinlich und unplausibel“ zurück gezogen. Damit wird genau das bestätigt, was ich seit 10 Jahren vertrete. Hier noch einmal eine Kurzfassung:
Am Beginn stand die von jedem nachvollziehbare Beobachtung, dass das Klima seit etwa der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts milder wird (womit tatsächlich Klima gemeint ist, denn das Wetter zeigt weitehin „Ausreißer“ in alle Richtungen). Zudem gab es eine theoretisches Modell, das Kohlendioxid eine Rolle bei diesen Entwicklungen zusprach, sowie die ebenfalls nicht zu bestreitende Tatsache, dass durch menschliche Aktivitäten CO2 freigesetzt wird, dass aus natürlichen Quellen nicht freigesetzt worden wäre. Mit Messungen auf dem Mauna Loa hatte man auch ein Messwerkzeug in der Hand, das die CO2-Konzentration in der Atmosphäre sicher messen ließ. Was fehlte, war ein Modell, dass die Veränderungen beschreiben und Vorhersagen für die Zukunft machen konnte. Da die Menge menschlich freigesetzten CO2 relativ gut abgeschätzt werden konnte, CO2 als verlässlicher Messwert vorlag, CO2 einen Einfluss auf das Klima hat oder haben kann und ansonsten keine bahnbrechenden Ideen vorlagen, versuchte man, Modelle zu entwickeln, die den Einfluss des CO2 beschreiben. Bis hier hin eine völlig legitime und wissenschaftlich einwandfreie Sache.
Dann kam anderen Leuten die Idee, dass menschlich freigesetztes CO2 auch eine steuerbare Größe ist, und flugs wurden Wirtschaftsmodelle entwickelt, wie man durch Steuerung des menschlich freigesetzten CO2 Geld verdienen kann. Das kann aber nur funktionieren, wenn CO2 nicht irgendeinen Einfluss im Gesamtgeschehen besitzt, sondern die maßgebliche Variable darstellt. Nur so kann man begründen, dass man durch Steuerung der CO2-Freisetzung Geld drucken kann. Und hier ist der Bruch: die bis hier hin einwandfreie wissenschaftliche Entwicklung wurde korrumpiert. Konkret: es wurde nicht ein wissenschaftliches Modell generiert, das die Klimaentwicklung beschreibt und in dem CO2 eine Variable ist, sondern um ein wirtschaftliches Modell herum wurde ein Klimamodell konstruiert, dass die wirtschaftlichen Anforderungen erfüllen musste und letztlich auf CO2 als einziger Variablen fußen musste. Möglich war das, weil das Geld für Forschungen eben aus der Reihe der wirtschaftlich Interessierten kam und nur die zielführende Forschung unterstützt wurde.
Herausgekommen ist ein Modell, in dem CO2 DIE Rolle spielt und alles andere viert- oder fünftrangig ist. CO2 konnte man messen und aus der Konzentration wurde eine mittlere Temperatur der Erde mit für viele Wissenschaftler mehr als windigen und zweifelhaften Mess-, Schätz- und Korrekturmethoden abgeleitet (wobei es schon nicht gelingt, diese Globaltemperatur auf lokale Temperaturen herunter zu brechen). Diese Temperatur ist nun die einzige wirkliche Größe, die das Klima bestimmt, weil von Dutzenden anderen Parametern ganz einfach behauptet wurde, sie würden sich dem Diktat dieser hypothetischen Temperatur beugen und sich systemkonform verhalten.
Alles wurde wissenschaftlich einwandfrei in komplexe Formeln eingepackt, von denen kaum jemand nachvollziehen kann, ob und was sie mit der Sache zu tun haben, und eine Diskussion wurde meist im Vorfeld abgebügelt, dass die Formeln wissenschaftlich fundiert seien (zum großen Teil ja, aber oft grobe Vereinfachungen) und obendrein so kompliziert, dass man sie noch nicht mal mit Leuten diskutieren könnte, die verwandten, aber anderen Fachgebieten entstammten. Dabei wurde auf wissenschaftlicher Ebene i.d.R. tatsächlich korrekt formuliert:
Unter der Annahme, dass A gilt (wir wissen es nicht, aber irgendetwas muss man ja annehmen), ergibt sich aus dem Modell B (wir haben mehrere, aber hier dieses genommen) mit dem Parametersatz C (man kann auch andere Paramter mit der gleichen Plausibilität verwenden) die Projektion D, die unter der Voraussetzung E (siehe Anmerkung zu A) die Folgen F haben könnte (oder eben auch nicht).
Mehr Konjunktiv geht nicht. Im IPCC-Bericht für Politiker wird das etwas verdichtet, damit dort die „richtigen“ Entscheidungen getroffen werden:
Es gilt A. Daraus wird sich D entwickeln, was (die Katastrophe) F zur Folge hat.
Lange Zeit wurde kostspieliger Schindluder mit diesen Methoden getrieben. Passendes Wetter war ein Bestätigung für die Klimamodell, unpassendes Wetter eben nur Wetter, historische Beobachtungen wurden zu lokalen Ereignissen umdefiniert, während heute natürlich alles global ist, man im passenden Moment aber wieder lokale Gegebenheiten bemüht usw. Alles in allem ein Multi-Billionen-Geschäft.
Nichtsdestodennoch müssen sich die Modellvoraussagen irgenwann an der Realität messen lassen. Klima ist das 30-jährig gemittelte Wetter und irgendwannd sind 30 Jahre vorbei und man kann nachschauen, was heraus gekommen ist. Und da muss selbst das IPCC als verlängerter Arm des Kapitals zugeben, dass die extremen Modelle, die zu extremen steuer- und abgabenpolitischen Gesetzen Anlass geben, eben nicht stimmen. Was jetzt nicht heißt, dass man eben ein paar Modelle streichen muss und den Rest so stehen lässt. Die weniger extremen Modelle ragen nur noch nicht so weit aus der statistischen Entwicklung heraus, dass man sie auch ad acta legen müsste – oder beschreiben umgekehrt die Entwicklungen doch so gut, dass man sie weiter als Näherungen verwenden kann. Das lässt sich (noch) nicht entscheiden, aber dass die Modelle viele Parameter mit mutmaßlich großem Einfluss bislang vernachlässigen, bestreitet inzwischen niemand mehr.
Trotzdem ist der Kipppunkt erreicht. Die einfache Kette „CO2 -> Globaltemperatur -> Klimakatastrophe“ ist eine zu starke Vereinfachung – wenn nicht im Grundprinzip falsch. Die vielen anderen Variablen in dem hochdynamischen Geschehen fordern ihr Recht aus Selbständigkeit ein (z. B. Sonnenaktivität, Wolkenbildung/Aerosole oder die Verschiebung von Meeresströmungen, Feuchtigkeit und Regen im Jahresverlauf, Min/Max-Temperaturen und weitere zeitlich oder räumlich inhomogene Parameter). Letztlich läuft es halbwegs auf die Erkenntnis „wir wissen, dass wir kaum etwas wissen“ und auf die Tatsache, dass die Änderungen im Verlauf eines Menschenlebens so klein sind, dass Panik nicht angebracht ist, sondern man allem mit technischen Mitteln problemlos begegnen kann.
Ob das aber genügt, die schon als religiös zu bezeichnenden Klimafanatiker und die Finanzprofiteure zu stoppen und das Leben für alle wieder etwas lebenswerter zu machen, darf man bezweifeln.