Die aktuelle immer schnellere Eskalation gegenüber Russland ist kein Versehen. Ein Krieg gegen Russland war von vornherein vorgesehen und die derzeitige Situation beruht nur auf einer fundamentalen Fehleinschätzung der Möglichkeiten.
Schaut man sich die Entwicklung an, waren die westlichen Kriegstreiber wohl der Ansicht, dass es genüge, das ukrainische Volk auszubluten, in dem man es so lange mit Waffen versorgt, bis Russland in die Knie geht. Ein wirklicher Sieg war angesichts des Bevölkerungsverhältnisses nicht zu erwarten, aber es bestand die Absicht (und Hoffnung), Russland wirtschaftlich kollabieren zu lassen, bevor der letzte Ukrainer auf dem Schlachtfeld krepiert. Die Reste beider Länder hätte man ohne große Probleme übernehmen können, wobei die weitgehende Entvölkerung der Ukraine sogar vorteilhaft gewesen wäre. Leider ist das so dumm wie möglich gelaufen.
Dazu im Folgenden die Übersetzung eines Artikels aus einem US-amerikanischen Medium:
Am 25. Juni ordnete der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine „40-tägige Einflussoperation“ an, bei der Drohnen eingesetzt werden sollten, um Ziele tief im russischen Hinterland zu treffen. Ziel war es laut Selenskyj, Russland dazu zu zwingen, „den Krieg zu beenden“ und Verhandlungen aus einer für die Ukraine günstigen Position heraus wieder aufzunehmen.
Dies scheint nicht gelungen zu sein. Tatsächlich konnte Russland in diesem Zeitraum drei Schwachstellen der Ukraine nutzen, um seine eigene Position zu stärken.
Die erste ist der gefährliche Mangel an Personal auf ukrainischer Seite; dieser hat Lücken in die Verteidigungslinien gerissen, die die Städte des sogenannten „Festungsgürtels“ des Landes schützen. Im Laufe des Sommers ist Russland stetig auf diese Städte vorgerückt und hat womöglich sogar die wichtige Stadt Kostjantyniwka eingenommen. Sollte sie fallen – oder bereits gefallen sein –, dürfte den nächsten Städten in diesem Gürtel ein ähnliches Schicksal drohen.
Diesem Personalmangel steht ein Mangel an Munition für die Luftabwehr gegenüber. Die ukrainischen Bestände an Patriot-Abfangraketen sind aufgebraucht oder gehen gegen Null, und russische ballistische sowie Hyperschallraketen scheinen nun nach Belieben Ziele in der Ukraine treffen zu können. Die USA verfügen über keine weiteren Raketen, die sie liefern könnten. An einem einzigen Kampftag im Iran können die USA 50 Patriot-Abfangraketen verbrauchen. Sie haben bereits Hunderte dieser Raketen eingesetzt und verfügen möglicherweise über weniger als 800 verbleibende Exemplare. Die Ukraine meldet nicht mehr, wie viele russische Raketen sie abgeschossen hat. Es gibt nichts zu berichten: Die Abfangquote nähert sich dem Nullpunkt. Die Ukraine verliert den Krieg im Fernbereich, zumal die durch ukrainische Drohnen verursachten Schäden deutlich geringer sind als jene, die durch russische Raketen entstehen.
Die dritte Schwachstelle liegt in den Schwierigkeiten der Ukraine, nicht nur russische Raketen, sondern auch russische Drohnen abzuschießen. Das neue, strahlgetriebene Modell der russischen „Geran“-Drohne erreicht Geschwindigkeiten, die weit über denen der ukrainischen Abfangdrohnen liegen. Diese Hybride aus Drohne und Marschflugkörper richten im Hafen von Odessa verheerende Schäden an und erschweren sowohl die Einfuhr von Waffen in die Ukraine als auch die Ausfuhr von Agrar- und Bergbauerzeugnissen.
Da die Ukraine sowohl den Luft- als auch den Boden- und Wirtschaftskrieg verliert, hat es den Anschein, als würde sie – und nicht Russland – als Erste aufgeben und an den Verhandlungstisch zurückkehren. Das Tragische daran ist, dass das Angebot, das diesmal auf dem Tisch liegen dürfte, für die Ukraine weitaus schlechter ausfallen könnte als jener Frieden, der in den ersten Kriegsmonaten noch möglich gewesen wäre. Die Ukraine war im Frühjahr 2022 bereit, Frieden zu günstigen Bedingungen auszuhandeln (tatsächlich waren es ukrainische Unterhändler, die diese Bedingungen entwarfen). Doch die USA und Großbritannien drängten die Ukraine vom Verhandlungsweg ab und trieben sie weiter in den Krieg.
Oleksij Arestowytsch, Mitglied des ukrainischen Verhandlungsteams in Istanbul, erklärte 2024, die in Istanbul erzielte Einigung sei „zu 90 Prozent ausgearbeitet“ gewesen. Der Leiter des ukrainischen Verhandlungsteams, Dawyd Arachamija, äußerte sich ähnlich: Russland sei „bereit gewesen, den Krieg zu beenden, wenn wir … zugesagt hätten, der NATO nicht beizutreten“. Die Gespräche hätten auf einer Erfolgsskala „8 von 10 Punkten“ erreicht. Ein drittes Teammitglied, Oleksandr Tschalyj, sagte, beide Seiten seien im April „sehr nah daran gewesen, unseren Krieg mit einer friedlichen Regelung zu beenden“. „Es war“, so Arestowytsch, „die vorteilhafteste Vereinbarung, die wir hätten schließen können.“
Im Folgenden wird eine umfassende Zusammenstellung von Aussagen aus Primär- und wichtigen Sekundärquellen präsentiert, die belegen, dass die USA und Großbritannien die Ukraine dazu drängten, diese Vereinbarung nicht zu finalisieren.
Sekundärquellen sind naturgemäß weniger aussagekräftig als Primärquellen, da sie auf den Schilderungen von Personen beruhen, die nicht vor Ort waren. Dennoch verdienen einige von ihnen aufgrund der Positionen, die die betreffenden Personen innehatten, Erwähnung. Wolodymyr Selenskyjs ehemalige Pressesprecherin Iuliia Mendel erklärte, Boris Johnson habe die Entscheidung, die Verhandlungen abzubrechen, „beeinflusst“. Die ehemalige Unterstaatssekretärin für politische Angelegenheiten, Victoria Nuland – zur Zeit der Euromaidan-Revolution 2014 für die Ukraine-Politik des US-Außenministeriums unter Obama zuständig –, sagte, die Verhandlungen von Istanbul seien gescheitert, als „Leute außerhalb der Ukraine“ die Vereinbarung infrage stellten. Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico äußerte sich wie folgt: „Es ist erwiesen, dass der Westen den Ukrainern gleich zu Beginn des Krieges in der Ukraine im Jahr 2022 bei mindestens zwei sehr vielversprechenden Gelegenheiten untersagte, einen Waffenstillstand zu fairen Bedingungen zu schließen.“ Der damalige Senator J.D. Vance erklärte vor dem Senat: „Wie zahlreiche Personen – sowohl Kritiker Wladimir Putins als auch Unterstützer der Ukraine – bereits dargelegt haben, lag tatsächlich ein Friedensabkommen auf dem Tisch … Und was ist daraus geworden? Die Regierung Biden drängte Selenskyj dazu, das Friedensabkommen fallen zu lassen.“
Berichte der Ukrainska Prawda enthüllten zunächst, dass Boris Johnson eilig nach Kiew gereist war, um Selenskyj zu sagen, man müsse Putin „unter Druck setzen, statt mit ihm zu verhandeln“, und dass der Westen – selbst wenn die Ukraine zur Unterzeichnung bestimmter Abkommen mit Russland bereit wäre – dazu nicht bereit sei. In seinem Werk The Russo-Ukrainian War: Follies of Empire berichtet Richard Sakwa von einem früheren Telefonat, in dem Johnson Selenskyj mitteilte, das Vereinigte Königreich werde „nicht als Garantiemacht fungieren“, und ihn dazu drängte, das Abkommen abzulehnen. Dies, so Sakwa, sei auch „die Haltung der westlichen Staats- und Regierungschefs (Johnson, Biden, Scholz, Macron und der italienische …)“ gewesen.
Auch türkische Vertreter, die als Gastgeber der Gespräche fungierten, bestätigen, dass der Westen von diesen Gesprächen abriet. Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu erklärte, die Gespräche seien auf einem guten Weg gewesen, den Krieg zu beenden, doch gebe es „innerhalb der NATO-Mitgliedsstaaten Kräfte, die wollen, dass der Krieg weitergeht – dass der Krieg fortgesetzt wird und Russland geschwächt wird“. Der stellvertretende Vorsitzende der türkischen Regierungspartei, Numan Kurtulmuş, berichtet: „Die Vereinigten Staaten sehen eine Verlängerung des Krieges als in ihrem Interesse liegend an… Es gibt Kräfte, die wollen, dass dieser Krieg andauert… Putin [und] Selenskyj [waren] bereit zu unterzeichnen, doch jemand wollte das nicht.“
Besonders aufschlussreich ist vielleicht die Äußerung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, der sich auf einen Hinweis Putins zu Arakhamias Aussage bezog: „Um es offen zu sagen: In diesen Aussagen von Herrn Putin liegt Aufrichtigkeit. Wir haben im Rahmen dieser Gespräche – die wir als ‚Istanbuler Prozess‘ bezeichnen – alle aufrichtigen Schritte unternommen… Wir haben zusammengearbeitet, bis der ehemalige britische Premierminister Boris Johnson seine Unterstützung für die Friedensbemühungen zurückzog.“
Angesichts der anhaltenden militärischen Fortschritte Russlands scheint klar, dass die Ukraine letztlich an den Verhandlungstisch zurückkehren muss. Sie wird dabei wahrscheinlich ein schlechteres Abkommen erzielen als jenes, von dessen Abschluss sie vor vier Jahren abgehalten wurde. Und seither wurden Hunderttausende Menschen getötet oder verletzt, Millionen sind geflohen oder wurden vertrieben; Wirtschaft, Umwelt und Infrastruktur wurden verwüstet, und es kam zu Gebietsverlusten. Es ist an der Zeit, sich bei den Ukrainern dafür zu entschuldigen, dass sie in den ersten Kriegsmonaten vom Weg der Verhandlungen abgedrängt wurden.
Der entscheidende Rechenfehler der westlichen Kriegsfurien: sie waren der Ansicht, die finanzielle und kriegswirtschaftliche Unterstützung des Nazi-Regimes in Kiew genüge. Sie sind folglich zu Lasten der eigenen Möglichkeiten „all in“ gegangen und stellen nun fest:
- eigene technische Fähigkeiten, einen Krieg tatsächlich zu führen, sind nicht vorhanden, weil die Arsenale leer sind und niemand daran gedacht hat, sie aufzufüllen;
- die Völker sind durch die wirtschaftlichen Folgen bereits kriegsmüde, bevor der erste Schuss fällt.
Obwohl Teil I des Plans vollständig in die Hose gegangen ist und Teil II des Plans keine Aussicht auf Erfolg hat, wird heftig weiter eskaliert. Den Clowns vom Zuschnitt Stephen Kings in ES ist klar: wenn sie abbrechen, bricht alles andere an den Volkswirtschaften mehr oder weniger auch zusammen. Sie selbst sind ohnehin völlig unfähig, sinnvolle Konzepte zu entwickeln. Da die Völker dem Irrsinn nicht folgen, besteht die letzte Hoffnung wohl darin, Russland so weit zu provozieren, dass es einen Schritt macht, der als Angriff verstanden werden kann. Vielleicht, aber nur vielleicht, kann man das Volk doch noch unter der Regenbogenflagge vereinen, wenn ein Angriff erfolgt und man selbst formal nicht der Angreifer ist. Und dann werden 84 Gechlechter mit schwingendem nackten, in den Regenbogenfarben bemalten Dödel dem Russen entgegen treten. Wenn die russischen Untermenschen hier nichts finden, das man vergewaltigen kann, ohne dass einem dabei schlecht wird, werden sie schon wieder abziehen.