Der Tod ist zwar unvermeidbar, aber trotzdem in der Regel eine hässliche Sache. Außer man gehört dem „rechten Glauben“ an. Wobei man „recht“ als „richtig“ oder „rechts“ lesen kann und in beiden Fällen toootaal richtig liegt. Da wird man schnell ein Seliger oder ein Heiliger und die Leiche, so man sie selbst nach Wochen wieder ausbuddelt, stinkt nicht etwa bestialisch zum Himmel, sondern verbreitet wundervolle Wohlgerüche (ich christlichen Urkunden mehrere Hundert Mal bestätigt, wobeo man sich stets auf verlässliche und ehrenhafte Nasenzeugen beruft).
Die Bemühungen der Kirche(n), besonders der katholischen, sich in den 2000 Jahren ihrer Geschichte maßlos zu bereichern und dabei ständig Kriege anzuzetteln, ist nicht nur eindrucksvoll belegt (K. Deschner, Kriminalgeschichte des Christentums), sondern mündet der Mitanstiftung und Beteiligung an zwei Weltkriegen, wie Deschner in „Die Politik der Päpste im 20. Jahrhundert“ eindrucksvoll belegt, wozu er 1.300 Seiten benötigt. Zugegeben etwas mühsam zu lesen, da man sich immer und immer wieder durch bereits von vorhergehenden Seiten bekannten Bestialitäten erneut in leicht modifizierter Form lesen muss. Man erfährt dabei, dass nicht wenige „Glaubensleute“ und Bischöfe nach Kriegsende wegen aktiver Beteilgung an Massenmoden verurteilt und hingerichtet worden sind, was aber nichts am Status ihrer „Heiligkeit“ seitens des Vatikan änderte, wurden sie doch von Kommunisten hingerichtet, deretwegen die Päpste die Sache ja angezettelt haben.
Und? Haben die Kirchen daraus gelernt? Müßige Frage. Wenn sie in 2.000 Jahren nichts gelernt haben, warum jetzt? Und so sind sie auch aktuell, im „Jahr 2026 der großen Kriegsanzettelung“, wieder an vorderster Front mit dabei. Die evangelische und die katholische Kirche in Deutschland in den zurückliegenden Monaten ein „Rahmenkonzept Seelsorge und Akutintervention im Spannungs-, Bündnis- und Verteidigungsfall“ entwickelt. Laut den Darlegungen erfolgen in dem Papier die Auswertungen und Einschätzungen der beiden Kirchenverbände nach direkten Gesprächen mit der Bundeswehr. Der Inhalt diene „der Stärkung organisatorischer Resilienz“ und soll als „Handreichung für die (Erz-)Diözesen und Landeskirchen“ eingesetzt werden. Business „as usual“ in den Jahren 1914 – 1918 und 1939 – 1945 (und zwar bis zum letzten Kriegstag).
In einem 26-seitigen Papier präsentieren die beiden Kirchenverbände für leitende Mitarbeiter folgende Begründung einer Notwendigkeit: „Alle relevanten Akteure aus Militär, Nachrichtendiensten und Wissenschaft warnen davor, dass Russland bereits vor Ende dieses Jahrzehnts in der Lage sein könnte, NATO-Gebiet anzugreifen.“ In dem Arbeitspapier wird unmissverständlich formuliert, dass die Inhalte sich an dem „Operationsplan Deutschland“ des Verteidigungsministeriums orientieren und ausrichten. Dazu heißt es ausführend für Kirchenmitarbeiter: „Die Bundeswehr hat einen Operationsplan Deutschland entwickelt, der kontinuierlich fortgeschrieben wird. […] Dabei werden Verfahren, Abläufe und Zuständigkeiten festgelegt, um die Bürgerinnen und Bürger Deutschlands zu schützen und den Einsatz der alliierten Streitkräfte im Grenzgebiet der NATO sicherzustellen.“
Weitere argumentative „Hilfestellungen“, in Bezug auf die „Herausforderungen für die Seelsorge, erfolgen in dem Arbeitspapier unter den Erklärpunkten „Wehrersatz, Gesundheitsversorgung, Gefallene, Kriegsgefangene, Betreuung und Fürsorge, Fluchtbewegungen, Psychosoziale Unterstützung“. Durch zu erwartende Truppenbewegungen im Land könne es für die Zivilbevölkerung zu „Einschränkungen in bisher unbekanntem Ausmaß“ kommen, die zu „großer Verunsicherung“ führen und daher „Betreuungsbedarf generieren“ würden. Dazu heißt es: „Unabdingbar ist die Einrichtung von Krisenstäben jeweils auf landeskirchlicher und diözesaner Ebene. Je nach Größe sowie territorialen und personellen Gegebenheiten kann es auch sinnvoll sein, dass die jeweilige Pfarrei bzw. Gemeindeleitung mit dem Eintritt in den Spannungs- oder Bündnisfall, in jedem Fall aber im Verteidigungsfall einen adäquaten Krisenstab einrichtet.“
Ein FAZ-Artikel zitiert den evangelischen Militärbischof (ja, auch diese Art von Seelenschindern existiert wieder oder immer noch) Bernhard Felmberg zum Thema der Notwendigkeit einer Krisenanleitung: „Es wäre ‚grob fahrlässig, wenn wir in einem Verteidigungsfall nicht handlungsfähig wären‘. Daher sei es ‚gut und richtig, dieses Konzept jetzt zu haben – auch wenn unser größter Wunsch bleibt, dass es für immer in der Schublade bleiben kann‘, sagte Felmberg.“
Das Fazit der Verantwortlichen für das Arbeitspapier lautet: „Außer Frage steht: Wenn rechtzeitig Vorbereitungen erfolgen, können im Ernstfall Ressourcen besser aktiviert und rascher ausgebaut werden“. Fort- und Weiterbildungen würden „die Handlungsfähigkeit“ von ehren- und hauptamtlichen Seelsorgenden „im Spannungs-, Bündnis- und Verteidigungsfall sichern“. Zudem würde „Handlungsfähigkeit durch Hospitationen und das Einüben von Haltung gestärkt“, so das theoretische Konzept, wie kirchliche Strukturen „vorbereitet, vernetzt und gestärkt werden können, um in Krisenfällen handlungsfähig zu bleiben und den Menschen beizustehen“. Es wäre doch gelacht, wenn die Kirchen mit ihrer 2000-jährigen Erfahrung es nicht hinbekommen würden, dem Schlachtvieh zu Gunsten einer Kaste Kriegsgewinnler so versüßen zu können, dass sie schon freiwillig vor dem Tod Wohlgerüche verbreiten – und natürlich auch selbst wieder kräftig absahnen.
https://www.ekd.de/oekumenisches-rahmenkonzept-seelsorge-95115.htm