Diagnose: Krebs im Endstadium

Als Jahresenddiagnose für D lässt sich nur feststellen, dass es an bösartigem Krebs erkrankt ist (Krebsdiagnose: societas XC viridis mit den zugeordneten Subcancerarten rubus, flavus und nigreus und fortgeschrittene Metastasen in allen Organen) und sich bereits im Endstadium befindet: die Masse der Geschwüre übersteigt die des gesunden Gewebes um mehr als das Doppelte.

Auch wenn hoffnungslos verträumte Romantiker immer noch der Ansicht sind, man könne durch Sachinformationen etwas bewirken und alles zum Besseren wenden, muss man konstatieren: hoc imperium populo bellum indixit. Und da heute Lateinkenntnisse nicht mehr vorhanden sind, hat man Jahrzehnte lang alle Vorsorgeempfehlungen in den Wind geschrieben und nun endgültig den Kampf verloren.

Das Land befindet sich im Endkampf gegen den Krebs, den es schon genauso nachhaltig verloren hat wie NS-Deutschland im Jahre 1945. Selbst ein Gutesregierungsabschussbeschleunigungsgesetz nützt nichts mehr und wir schauen der totalen Vernichtung ins Auge. Das Fatale an der Sache: Krebs im Endstadium ist äußerst schmerzhaft, aber Palliativmaßnahmen sind nicht möglich. Nicht friedlich sterben ist angesagt, sondern elendig verrecken.

Aber ich bin ja Optimist. Für 2024 habe ich mir noch zwei Sachen vorgenommen, die ich noch erleben möchte, und ich hoffe, dass mindestens eine davon klappt. Aber so ab Herbst 2024 habe ich ehrlich gesagt keine Vorstellung, was dann noch laufen sollte. Schon heute lasse ich Sachen, die in diese Zeit reichen, eher bleiben und schreibe Termine nur noch mit Bleistift in den Kalender. Dann kann man sie rechtzeitig ausradieren und muss nicht mehr dran denken.

Gibt es hier ein Leben nach 2024? Gibt es ein Leben nach dem Tod? Die Fragen haben inzwischen die gleiche Qualität.


Gibt es ein Leben nach 2024?
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