Im Süden nicht Neues

Meine Artikel in den letzten Tagen und Wochen waren recht israelkritisch. Was mir postwendend wütende Mails über meinen „Antisemitismus“ einbrachte, da „Israel JEDES Recht habe, gegen die „Tiere und Barbaren“ [sic!] so zu reagieren, wie es das tut“.

Dabei habe ich mich ehrlich bemüht, darzustellen, dass es sich um Kritik an der israelischen Politik eines Benjamin Netanyahu handelt, nicht etwa um einen ideologischen Hass auf die Israelis (die nur zu 75% Juden sind), die israelischen Juden oder gar die Juden hierzulande. Schon von „DEN Juden“ zu sprechen, wie es die eifrigen „Kämpfer gegen den Antisemitismus“ immer tun, halte ich für einen ausgeprägten Rassismus. „DEN Juden“ gibt es genauso wenig wie „DEN Deutschen“ oder „DEN Russen“ usw.

Mit meiner Kritik bin ich nicht alleine, selbst in Israel. Verglichen mit Netanyahu haben die …[Blasinstrumente]… hierzulande geradezu gigantischen Rückhalt bei den Wählern:

15.11.2023

13:45 Uhr
Nur vier Prozent der Israelis halten Netanjahu für eine zuverlässige Informationsquelle
Die Glaubwürdigkeit des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu ist auf einem Tiefpunkt angelangt: Weniger als 4 Prozent der jüdischen Israelis vertrauen ihm als eine verlässliche Informationsquelle, lautet das Ergebnis einer neuen, am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Forschers Gal Yavetz von der Bar-Ilan-Universität.
Die Umfrage unter 505 jüdischen Israelis, die von der Bar-Ilan Universität in Zusammenarbeit mit dem Umfrageunternehmen iPanel vier Wochen nach dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober durchgeführt wurde, untersuchte die Muster des Informationskonsums der Israelis während des aktuellen Konflikts und welchen Informationsquellen die israelische Öffentlichkeit am meisten vertraut. 
Die Umfrage ergab, dass Netanjahu von weniger als 4 Prozent der Befragten als eine zuverlässige Informationsquelle angesehen wird. Aufgeteilt nach politischen Lagern sehen auch nur knapp 7 Prozent der Menschen, die sich dem rechten Lager zurechnen, Netanjahu als eine verlässliche Informationsquelle an. 
Der Sprecher der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) Daniel Hagari, der seit dem 7. Oktober regelmäßig über soziale Medien und häufig auf Pressekonferenzen sowohl auf Hebräisch als auch auf Englisch kommuniziert, rangiert dagegen an der Spitze dieser Liste, da ihn 73,7 Prozent der Befragten als die vertrauenswürdigste Informationsquelle bezeichneten.
Die Ergebnisse zeigen auch, dass die israelische Öffentlichkeit trotz des geheimdienstlichen und operativen Versagens der israelischen Armee am 7. Oktober immer noch Vertrauen in die IDF und deren Fähigkeiten hat. Im Kommntar zu einer Umfrage des Meinungsforschers Camil Fuchs von Channel 13 am 4. November zum Thema „Wer ist am meisten für das Versagen am 7. Oktober verantwortlich?“ gaben 44 Prozent der Befragten dafür Netanjahu die Schuld; 33 Prozent sagten, es sei die Schuld des IDF-Stabschefs Generalleutnant Herzi Halewi und nur 5 Prozent zeigten mit dem Finger auf Verteidigungsminister Joaw Galant.

https://rtde.site/international/182960-updates-zur-gaza-israel-eskalation/

International sieht es noch übler aus für die israelische Regierung. Selbst der Lieblingsfeind der Corona-Verschwörungstheoretiker meint dazu

15.11.2023

WHO-Chef: Israels Militäraktion in Al-Shifa-Krankenhaus „völlig inakzeptabel“

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, hat den israelischen Militäreinsatz in einer Klinik im Gazastreifen scharf verurteilt. „Israels militärisches Eindringen in das Al-Shifa-Krankenhaus in der Stadt Gaza ist völlig inakzeptabel“, sagte Tedros auf einer Pressekonferenz in Genf. Selbst wenn Gesundheitseinrichtungen vom Gegner für militärische Zwecke genutzt würden, gälten die Grundsätze des humanitären Völkerrechts, wonach Zivilisten geschützt werden müssten und keine unverhältnismäßige Gewalt angewendet werden dürfe.

„Krankenhäuser sind keine Schlachtfelder“, so Tedros.

https://rtde.site/international/182960-updates-zur-gaza-israel-eskalation/

Inzwischen gehen andere vollends in die Offensive:

https://rtde.site/der-nahe-osten/187115-300-anwaelte-verklagen-zionistischen-staat/

Weitere Strafanzeigen dieser Art, beispielsweise durch eine Gruppe türkischer Juristen, ist in Arbeit.

Israel sollte sich schleunigst überlegen, wie es vom laufenden Genozid loskommt. Auch unter Einbeziehung des Arguments, dass gegen den Hamas-Überfall Gegenwehr notwendig und legitim ist, hat es Israel bereits jetzt hinbekommen, sich anbahnende bessere Beziehungen auf mindestens eine Generation komplett zu vergiften. Und das vor dem Hintergrund einer immer mehr wackelnden USA. Fallen die USA, dann wird es kein Israel mehr geben – das sollte sich die israelische Regierung klar machen und schleunigst gegensteuern.