Effizienz rund um Northstream

Am 26. September wurden die Northstream-Pipelines durch einen mutmaßlich von den USA durchgeführten Terroranschlag weitgehend ausgeschaltet. Betroffen sind 3 der 4 Stahlröhren. Geliefert wurde zwar sowieso nicht mehr, aber die US-Regierung wollte wohl sicher gehen, dass ihr die Europäer nicht doch noch von der Schüppe springen und irgendwas von Frieden mit Russland faseln.

Der Schaden für Gazprom (und die EU) beläuft sich auf einen größeren zweistelligen Millionenbetrag alleine durch das verlorene Gas, von den Kosten einer Reparatur, die grundsätzlich möglich ist, gar nicht zu reden. Gazprom fand schnell heraus, dass eine Röhre von Northstream II immer noch intakt ist, was Putin zu der unverschämten Bemerkung „ihr braucht nur den Hahn aufzumachen“ veranlasste. Was für eine Frechheit!

Um die Lecks genauer zu untersuchen taten sich Deutschland, Dänemark und Schweden zusammen. Russland blieb außen vor, d.h. der Hauptgeschädigte und einzige, der etwas reparieren könnte, darf sich die Sache nicht anschauen. Das mach Sinn. Oder?

Dann taten sich Deutschland, Dänemark und Schweden wieder auseinander, d.h. jeder schaut sich die Sache jetzt alleine an.

Zunächst habe sich Schweden aus dem sogenannten Joint Investigation Team (JIT) verabschiedet – und dann auch Dänemark. Die Schweden, so heißt es, hätten Bedenken mit Blick auf die Geheimhaltung geäußert. Nun ermittelt jedes Land für sich.

Geheimhaltung. Aha. Offensichtlich war man sich nicht so ganz sicher, ob nicht doch eindeutige Beweise für die Täterschaft der USA gefunden werden. Möglicherweise hätte das in dem einen oder anderen, aber auf keinen Fall im dritten Land doch irgendwelche Proteste ausgelöst.

„Well! Then alone!“ griff man flugs auf deutscher Seite den Churchill-Spruch auf – und kaum 3 Wochen nach dem Terroranschlag war man tatsächlich vor Ort:

Am vergangenen Wochenende brach die Bundespolizei mit mehreren Schiffen auf, zum Teil von der Deutschen Marine zur Verfügung gestellt, um das Ausmaß der Zerstörung an den Pipelines zu begutachten und zu dokumentieren. Auch Taucher und Sprengstoffexperten der Bundespolizei waren dabei. Allerdings kamen die Taucher vor Ort nicht zum Einsatz, da sie nicht die nötige Ausrüstung für einen Tauchgang in 70 Metern Tiefe haben.

https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/nordstream-pipelines-ermittlungen-101.html

Also mal zum genüsslichen Zergehen lassen im Zerebralkortex: man braucht 3 Wochen, um ein Team zusammen zu stellen, dass sich die Sache anschauen soll, nimmt ein Tauchteam mit, das keine Ausrüstung besitzt, um zu tauchen und bekommt schließlich nicht mehr heraus als ein paar Fotos, die Hans Hass, Jacques Custeaux oder Leni Riefenstahl vor 30-50 Jahren schon besser und schneller hinbekommen hätten. Und die ARD lässt es sich nicht nehmen, diese Dokumentation geballter Unfähigkeit auch noch als Erfolg zu preisen.

Ein gutes hat die Sache aber doch, da der Täterkreis etwas eingegrenzt wird:

Die Deutschen waren es nicht, denn die sind selbst dazu zu blöd !