Netzneutralität

Wenn man 5 kg Blei aus 10 m Höhe jemandem auf den Kopf fallen lässt, ist das Stück nicht nur schneller da als 20 g Hühnerfedern, sondern es richtet auch mehr Schaden an. Das ist ungerecht und das Ende der Physik.

So ähnlich dürften Journalisten wohl einen bekannten Versuch in der Schule – vom Kopf einmal abgesehen – kommentieren, wenn sie das Ergebnis jetzt mitbekommen würden. Zumindest hört sich das so an, wenn man das unsäglich dumme Gebrabbel über den gleichschnellen Transport aller Internetpakete und das Ende des Internets, weil das nicht so ist, jetzt in Kommentaren liest.

Das Netz war noch nie neutral, was den Transport unterschiedlicher Nachrichten angeht, darf es auch gar nicht. In sämtlichen Internet-Protokollen sind Mechanismen verankert, die Priorität der Übertragung zu steuern, und zwar seit dem Tag Null. Das muss so sein, weil es Nachrichten gibt, die keine merkliche Verzögerung erlauben, und andere, bei denen selbst ein paar Sekunden keine Rolle spielen. Oder halten diese Kommentatoren es tatsächlich für wünschenswert, wenn Telefongespräche oder Videostreams alle paar Sekunden einen Aussetzer haben und sie bei Beschwerden von Provider die Antwort bekommen

Tut uns leid. Wir müssen alles gleich schnell befördern, und das große Emailaufkommen konkurriert mit Ihrem Telefonat. Sie wollen zwar jetzt sprechen und die Emails werden erst in 5 Stunden gelesen, aber das ist halt der Preis der Gleichbehandlung.

Oder dass Ihnen Facebook mitteilt

An den langen Ladezeiten unserer Seite können wir leider nichts ändern. Wir haben zwar einige Millionen Nutzer, aber unsere Nachbarin hat nur einen 100 Mbit Netzzugang, und aus Gründen der Gleichbehandlung dürfen wir auch nicht schneller werden.

Man fragt sich wirklich, wie die Aufnahmeprüfung in den Journalistenstand eigentlich funktioniert. Kommt da einer mit einer Bohrmaschine und bohrt ein Loch in den Schädel, um zu verifizieren, dass es sich wirklich um Vollpfosten handelt? Oder muss ein auf Erde liegender Journalist aus einer bestimmten Entfernung nicht von 10 m Feldweg unterscheidbar sein? Irgendsoetwas zwischen noch Arme und Beine bewegen können und völliger Hirnlosigkeit muss es doch sein.

Ich schlage vor, besagten Schulversuch zu erweitern und Köpfe von Journalisten für den Aufpralltest hinzu zu ziehen. Wahrscheinlich macht das auch gar nicht viel aus. Wo nix ist, kann auch nix kaputt gemacht werden.

Merkel sollte man gleich als Kandidatin hinzu nehmen, aber mit dem 10-fachen Bleigewicht. Ihr bedingungsloses „wir schaffen das“ ist zwar genauso hirnlos, aber weitaus schädlicher als das Journalistengebrabbel.

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