Recherche-Pipeline: ein Praxis-Case

Die in einem vorhergehenden Artikel beschriebene Rechercher-Pipeline mag zwar eindrucksvoll aussehen, aber wie geht man mit ihr um? Ich stelle hier die Ergebnisse eines ersten begrenzten Probeschusses dar. Ziel ist eine Analyse, welche Auswirkungen die Folgen des Ukraine-Krieg auf die russische Gesellschaft haben, genauer, wie sich die Situation der Kriegsveteranen darstellt.

Von den US-Amerikanern weiß man (oder kann es in einem ähnlichen Projekt genauer ermitteln), dass die ständigen militärischen Belastungen (Stationierung in Krisengebieten, Kampfeinsätze, überlange Dienstzeiten ohne Rotation) zu erheblichen Problemen für das Gesundheitssystem der USA führen, weil viele Veteranen dauernde Unterstützung brauchen. Wie stellt sich das in Russland dar, das immerhin seit 4 Jahren im Krieg ist?

Vorab: bei solchen Themen ist es generell schwierig, zu konkreten Zahlen zu gelangen, weil die Militärs zumindest während laufender Kampfhandlungen eine Decke des Schweigens über die Gesamtlage legen.

Formulieren wir zunächst den Auftrag:

Du bist ein kompromissloser, neutraler OSINT-Analyst und Militär-Experte.
Deine Aufgabe ist es, Informationen über Veteranen der Streitkräfte der Russischen Föderation (RF-Streitkräfte, Wagner/PMCs, Mobilisierte, Rekruten aus Haftanstalten) zu sammeln und zu analysieren.

Arbeite die psychischen und physischen Folgen des Kriegseinsatzes heraus:
1. SPEZIFISCHE STRUKTUREN & POPULATIONEN:
- Differenziere nach Truppengattungen/Status: Kontraktsoldaten, Mobilisierte (Mobilizatsiya), Wagner/Storm-Z (ehemalige Häftlinge) und Wehrpflichtige.
- Erfasse das Phänomen der extremen Untererfassung und Stigmatisierung von PTBS/PTSD in der russischen Gesellschaft ("Ukrainisches Syndrom").

2. MENTALE & GESELLSCHAFTLICHE FOLGEN:
- Verbrechen und Gewalt durch Rückkehrer (Re-Kriminalisierung, häusliche Gewalt, Morde).
- Suchterkrankungen (SUD: Alkohol, synthetische Drogen wie Mephedron) und Suizidraten.
- Schädel-Hirn-Traumata (TBI) durch massiven Artillerie- und Drohneneinsatz.

3. SYSTEMISCHE BETREUUNG & ENTSCHÄDIGUNG:
- Auszahlung von Invaliditätsgeldern ("Grobovye" / Entschädigungen) und funktionelle Lücken des staatlichen Fonds "Zashchitniki Otechestva" (Verteidiger des Vaterlandes).

Wie zu sehen ist, stecken wir ein wenig Vorwissen in den Prompt hinein, nämlich dass die russischen Truppen aus unterschiedlichen Kontingenten von Soldaten bestehen. Der Rest ist eher allgemein gehalten und trifft auch auf andere Armeen zu. init_query.py erhält für die Erzeugung der Suchstrings zusätzlich die Aufgabe

Erzeuge 10 prägnante Suchstrings auf RUSSISCH.
Verwende nicht mehr als 4 Suchbegriffe pro Suchstring.
Berücksichte russische Ministerien als Quellen

Es lohnt nämlich wenig, wenn die Suche in Deutsch oder einer anderen Sprache formuliert wird, weil dann jede Menge Propaganda-Bias dabei sein wird. In einem zweiten Anlauf könnte die Suche auch auf Englisch durchgeführt werden, um ein Gegenbild zu erhalten.

search_xng.py wurde angewiesen, zu jedem der Suchstrings 10 relevante Links zu finden. Dies gelang bei 8 Suchen, lediglich 2 Suchen erbrachten nur 7 relevante Links, dafür aber mehrere PDF als „Beifang“, u.a. die offiziellen Richtlinie der Militärmedizinischen Akademie VMedA („Methodische Empfehlungen zur Behandlung chirurgischer Kampfverletzungen“), in der die Erstversorgungsmethoden und die Bemessungen des Invaliditätsgrades aufgelister sind. Da im engeren Sinn des Suchauftrags (Veteranensituation, aber nicht, wie Veteranen entstehen) nicht sinnvoll auswertbar, gehe ich nicht weiter darauf ein (das Dokument könnte mit angepassten Prompts analysiert werden). Dieser Fund zeigt jedoch, dass die Pipeline nicht nur Journalismus oder Oberflächen-HTML abgreift, sondern fähig ist, primäre militärärztliche PDF-Handbücher zu identifizieren und abzuspeichern.

Die Dossiers der Primärsuchen wurden einer Meta-Analyse unterworfen, die einen gezielten Zusatzauftrag erhielt:

<get_main_prompt>

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INSTRUKTIONEN FÜR DIE ZUSAMMENFASSENDE ANALYSE
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Du erhältst eine Anzahl von Quellenanalysen, die nach den Regeln des Hauptprompts durchgeführt wurden. Fasse die Daten zu einer vollständigen Gesamtanalyse zusammen. Sofern Zahlen genannt werden, sind diese verpflichtend in der Gesamtanalyse zu nennen.

Gebe eine Gesamteinschätzung ab, was die Störungen für die russische Gesellschaft bedeuten könnten.

Analysiere,
- welche Punkte des Auftrags nicht in den Analysen zu finden sind,
- welche Gesichtspunkte in den Auftrag aufgenommen werden könnte, um schärfere Analyseergebnisse zu erhalten

In der Meta-Analyse wurden die Einzeldossiers recht gut zusammen gefasst, jedoch wurden einige Details und Bezüge nicht berücksichtigt, beispielsweise dass einige der Daten in den Einzeldossiers gar nicht aus russischen, sondern ukrainischen Quelle stammen, also je nach Thema mit Vorsicht zu behandeln sind (Hörensagen, propagandistischer Bias). Die Einzeldossiers enthalten solche Informationen. Mit anderen Worten: man sollte nicht nur die Meta-Analysen lesen, sondern auch einen Blick in die Einzeldossiers werfen.

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## KONSOLIDIERTE META-SYNTHESE
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### Gesamtanalyse

Die zusammengestellten Quellen bieten eine detaillierte Analyse der psychischen und physischen Belastungen, denen Veteranen der russischen Streitkräfte ausgesetzt sind. Allerdings gibt es einige wichtige Lücken in den Daten, insbesondere hinsichtlich spezifischer Informationen über die verschiedenen Truppengattungen (Kontraktsoldaten, Mobilisierte, Wagner/PMCs und Rekruten aus Haftanstalten) sowie deren individuelle Erfahrungen und Belastungen. Hier sind die Schlüsselpunkte der Analyse:

#### 1. Spezifische Strukturen & Populationen
- **Kontraktsoldaten**: Diese Soldaten dienen auf Basis von Verträgen und haben oft längere Dienstzeiten.
- **Mobilisierte (Mobilizatsiya)**: Zivilisten, die in Krisenzeiten mobilisiert werden, sind oft weniger ausgebildet und haben geringere psychologische Unterstützung.
- **Wagner/Storm-Z**: Diese Gruppen bestehen hauptsächlich aus ehemaligen Häftlingen und Kriminellen, die für private Sicherheitsdienste arbeiten. Ihre Belastungen sind besonders hoch aufgrund ihrer vorausgegangenen Strafverfolgung.
- **Rekruten aus Haftanstalten**: Diese sind Häftlinge, die in den Dienst am Kriegsfront eingesetzt werden und eine hohe Wahrscheinlichkeit haben, an PTSD zu leiden.

#### 2. Mentale & Gesellschaftliche Folgen
- **Verbrechen und Gewalt durch Rückkehrer**: Es gibt Berichte von erhöhten Verbrechensraten unter Veteranen, einschließlich häuslicher Gewalt und Mord.
- **Suchterkrankungen (SUD)**: Alkoholismus und die Verwendung synthetischer Drogen wie Mephedron sind weit verbreitet. Suizide durch Suchtprobleme sind ein ernsthafter Problembereich.
- **Schädel-Hirn-Traumata (TBI)**: Der hohe Einsatz von Artillerie und Drohnen führt zu erhöhter Rate an Schäden am Gehirn, die oft unbemerkt bleiben.

#### 3. Systemische Betreuung & Entschädigung
- **Invaliditätsgelder ("Grobovye")**: Diese Entschädigungen werden für schwer verletzte Soldaten ausgezahlt.
- **Funktionelle Lücken im staatlichen Fonds "Zashchitniki Otechestva" (Verteidiger des Vaterlandes)**: Es gibt Schwierigkeiten bei der Bereitstellung von Unterstützung und Entschädigung, insbesondere für ehemalige Häftlinge und Freiwillige.

### Unerwähnte Aspekte
- **Stigmatisierung von PTBS/PTSD**: In der russischen Gesellschaft wird Posttraumatische Belastungsstörung oft als "Ukrainisches Syndrom" bezeichnet und negativ wahrgenommen, was die Bereitschaft zur Behandlung einschränkt.
- **Differenzierung nach Truppengattungen/Status**: Es fehlen spezifische Daten über die unterschiedlichen Erfahrungen und Belastungen der verschiedenen Gruppen von Soldaten.

### Gesamteinschätzung
Die psychischen und physischen Folgen des Kriegseinsatzes haben erhebliche Auswirkungen auf die russische Gesellschaft. Die Stigmatisierung von PTBS/PTSD ("Ukrainisches Syndrom") führt zu einer unterbewussten Ablehnung oder Ignoranz gegenüber psychischen Erkrankungen, was wiederum die Zugänglichkeit von Unterstützung für Betroffene erschwert. Dies kann zu erhöhten Verbrechensraten und gesellschaftlichen Unruhen führen.

Es ist dringend erforderlich, spezifische Daten über die verschiedenen Truppengattungen und ihre individuellen Erfahrungen zu sammeln, um eine vollständige Analyse der Situation durchführen zu können. Zusätzliche Forschung zur Stigmatisierung von PTBS/PTSD in der russischen Gesellschaft sowie Fallbeispiele könnten hilfreich sein, um diese komplexe Situation besser zu verstehen und angemessene Maßnahmen einzuleiten.

### Vorschläge für eine schärfere Analyse
- **Erhöhung der Differenzierung**: Es ist notwendig, die Erfahrungen und Belastungen der verschiedenen Truppengattungen (Kontraktsoldaten, Mobilisierte, Wagner/PMCs, Rekruten aus Haftanstalten) genauer zu untersuchen.
- **Stigmatisierung von PTBS/PTSD**: Eine detaillierte Analyse der Stigmatisierung und ihrer Auswirkungen auf die Zugänglichkeit von Unterstützung ist erforderlich.
- **Fallstudien**: Die Erfassung und Analyse spezifischer Fallbeispiele kann wertvolle Einblicke in die tatsächlichen Erfahrungen und Belastungen von Veteranen bieten.

Diese zusätzliche Forschung würde helfen, eine umfassendere und präzisere Analyse der psychischen und physischen Folgen des Kriegseinsatzes für verschiedene Gruppen von russischen Streitkräften zu ermöglichen.

Ein ausgewertetes, zum Thema passendes PDF führte zu einem zweiten Meta-Dossier, in dem Zahlen zur Versorgung der Veteranen enthalten sind.

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## KONSOLIDIERTE META-SYNTHESE
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### Zusammenfassende Analyse der russischen Veteranenunterstützung und -entschädigung

#### 1. Spezifische Strukturen & Populationen
Die Dokumente behandeln verschiedene Gruppen von Veteranen, darunter Kontraktsoldaten, Mobilisierte (Mobilizatsiya), ehemalige Häftlinge in privater Sicherheitsdienste (PMCs) wie Wagner/Storm-Z und Wehrpflichtige. Es wird jedoch keine spezifische Unterscheidung zwischen diesen Gruppen gemacht, was die Analyse der spezifischen Bedürfnisse jeder dieser Populationen erschwert. Insbesondere fehlen Daten zur Stigmatisierung von PTBS/PTSD in der russischen Gesellschaft ("Ukrainisches Syndrom"), die eine wichtige Rolle bei der psychologischen Betreuung und dem Umgang mit den Folgen des Kriegseinsatzes spielt.

#### 2. Mentale & gesellschaftliche Folgen
Die Dokumente bieten keinen direkten Einblick in die psychologischen Folgen des Krieges auf russische Veteranen, wie Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS/PTSD). Es wird jedoch erwähnt, dass es eine "Ukrainisches Syndrom" gibt, das den Stigma und der Untererfassung von PTBS in der russischen Gesellschaft entspricht. Zudem fehlen Daten zu Verbrechen und Gewalt durch Rückkehrer sowie zu Suchterkrankungen (SUD) und Suizidraten unter Veteranen.

#### 3. Systemische Betreuung & Entschädigung
Die Dokumente bieten eine umfassende Übersicht der verschiedenen Formen der Unterstützung für russische Veteranen, einschließlich finanzieller Entschädigungen, medizinischer Versorgung und psychologischen Hilfe. Beispielsweise erhalten Verwundete eine einmalige Entschädigung von 100.000 Rubel für leichte Verletzungen und bis zu 2,9 Millionen Rubel für schwere Verletzungen. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass es funktionale Lücken im System gibt, insbesondere bei der Bereitstellung dieser Unterstützung.

### Zahlenextraktion
- **Einmalige Entschädigungen**: 100.000 Rubel für leichte Verletzungen; bis zu 2,9 Millionen Rubel für schwere Verletzungen.
- **Monatliche Zahlungen**: 8.794,41 Rubel pro Monat für Verwundete mit einer Behinderung.
- **Einkommensteuerentlastungen**: 3000 Rubel pro Monat für Veteranen mit Invalidität.

### Gesamteinschätzung
Die russische Gesellschaft könnte durch die psychischen und physischen Folgen des Kriegseinsatzes der Veteranen stark belastet sein. Die Untererfassung von PTBS/PTSD ("Ukrainisches Syndrom") kann zu einer Verschlechterung der psychologischen Gesundheit führen, da viele Betroffene möglicherweise keine angemessene Betreuung erhalten. Zudem könnten erhöhte Suizidraten und Suchterkrankungen unter Veteranen die soziale Stabilität gefährden.

### Empfehlungen für eine schärfere Analyse
- **Differenzierung der Bevölkerungsgruppen**: Es ist wichtig, spezifische Daten zu sammeln, um die Bedürfnisse jeder Gruppe (Kontraktsoldaten, Mobilisierte, PMCs/Wagner/Storm-Z und Wehrpflichtige) besser zu verstehen.
- **Psychologische Betreuung und PTBS/PTSD**: Es sollte eine detailliertere Analyse der psychischen Gesundheit von Veteranen durchgeführt werden, einschließlich der Auswirkungen des "Ukrainisches Syndrom".
- **Verbrechen und Gewalt durch Rückkehrer**: Zahlen zu Verbrechen und Gewalt unter Veteranen sollten erhoben werden, um die tatsächliche Auswirkung auf die Gesellschaft besser einzuschätzen.
- **Suchterkrankungen und Suizidraten**: Es ist notwendig, Daten über Suchterkrankungen (SUD) und Suizide zu sammeln, um eine vollständige Einschätzung der gesundheitlichen Auswirkungen des Kriegseinsatzes zu ermöglichen.
- **Schädel-Hirn-Traumata (TBI)**: Es sollte eine detaillierte Analyse der TBI durch massiven Artillerie- und Drohneneinsatz durchgeführt werden, um die tatsächliche Auswirkung auf die Gesundheit von Veteranen zu verstehen.

Diese zusätzlichen Analysen würden es ermöglichen, eine präzisere Einschätzung der psychischen und physischen Belastungen russischer Veteranen sowie deren Auswirkungen auf die gesellschaftliche Stabilität zu erstellen.

Wenn man die Zahlen bewerten will, wirken rein nominal zum Wechselkurs umgerechnet (z. B. bei ~100 Rubel pro Euro) 100.000 Rubel wie ca. 1.000 € oder 3.000 Rubel wie 30 €, also irgendwie wie ein Trostpreis: 2 x Pizza für ein appes Bein. Wenn man das aber ins Verhältniss zum durchschnittlichen Einkommen in der russischen Provinz setzt, ergibt sich ein anderes Bild:

Der ökonomische Realitäts-Check in Russland

  1. Die Einmalzahlung bei schwerer Verwundung (2,9 Millionen Rubel):
    • Das entspricht ca. 2,5 bis 3 vollen Jahresgehältern eines Durchschnittsverdieners in strukturschwachen Regionen (wo das monatliche Medianeinkommen oft bei 40.000–60.000 Rubel liegt).
    • In vielen russischen Kleinstädten oder ländlichen Regionen kann man für 2,5 bis 3 Millionen Rubel eine komplette Eigentumswohnung kaufen. Für ländliche Familien ist das ein lebensverändernder, teils dynastischer Geldbetrag – was erklärt, warum die finanzielle Entschädigung trotz enormer Verletzungsrisiken ein so starker Rekrutierungsanreiz ist.
  2. Die Einmalzahlung bei leichten Verletzungen (100.000 Rubel):
    • Das entspricht etwa 1,5 bis 2 durchschnittlichen Monatsgehältern außerhalb von Moskau/St. Petersburg. Das ist kein Kleingeld, sondern entspricht eher dem Gegenwert von 3.000–4.000 € Kaufkraft im deutschen Kontext.
  3. Die monatliche Invaliditätsrente (8.794,41 Rubel) + Steuerfreibetrag (3.000 Rubel):
    • Hier greift die Kritik voll: Eine monatliche Leistung von knapp 8.800 Rubel deckt selbst in den Regionen kaum das amtliche Existenzminimum (Proschitscheski Minimum liegt regional bei ca. 15.000–17.000 Rubel).
    • Das zeigt die systemische Schwachstelle: Während der einmalige Betrag bei Verwundung hoch wirkt, ist die dauerhafte Versorgung von Dauer-Invaliden ökonomisch unzureichend und führt bei dauerhafter Erwerbsunfähigkeit direkt in die Armut.

Man kann somit bereits aus diesem 1. Schuss interessante Informationen entnehmen:

  • Bei Kriegstraumata neigt die russische Gesellschaft zur Stigmatisierung.
  • Es besteht ein nicht unerhebliches Gewalt- und Drogenproblem.
  • Die langfristige Versorgung ist nicht gewährleistet, was insbesondere bei schweren Verletzungen ein Problem werden kann.
  • Der Zugang zu den Versorgungsbezügen hängt von der Art des Militärkontraktes ab. Wagner-Leute oder Ex-Häftlinge haben oft größere Probleme, sie zu erhalten.

Es wird aber auch klar, wo die Informationslücken sind. Die Meta-Dossiers enthalten ja bereits Empfehlungen für eine weiter gehende Suche, aber was wirklich das weitere Interesse weckt, muss man natürlich selbst beurteilen.

Wie geht es weiter?

  • Eine äquivalente Suche in Englisch oder Ukrainisch dürfte zeigen, wie die Einschätzung vom Ausland aussieht.
  • In einer Sichtung der Einzeldossiers wird deutlich, dass mehr Suchstrings ohne Promptänderung vorausssichtlich keine wesentlichen neuen Erkenntnisse bringen, weil die Informationslage schon recht gesättigt ist. Man muss somit bei Fortsetzung gezielt die fehlenden Kriterien in den Prompts heraus arbeiten.
  • Um die Begrenzung der Meta-Suchmaschine zu umgehen, kann man die Suchbegriffen auch direkt auf Google oder Yandex eingeben und einige Suchseiten speichern (Sichten entfällt vermutlich bei Russisch) und manuell auswerten.

Weitere Optionen bestehen darin, in die Prompts mehr Bekanntes einzubauen und das LLM anzuweisen, nur nach Informationen zu suchen, die entweder die bekannten Daten quantifizieren oder Informationen hinzufügen, gar nicht passendes aber nicht weiter zu erwähnen. Die Dossiers werden dann noch übersichtlicher.

Auf jeden Fall wird deutlich, dass es mit einer Vollautomatik nichts wird. Man muss die Zwischenergebnisse sichten und darf sich nicht – wie generell bei Arbeiten mit KI – darauf verlassen, dass das LLM ohne zu Fantasieren die eigenen Gedanken liest und entsprechend forscht.

Wenn man doch selbst arbeiten muss, lohnt das Ganze dann noch? Es sei mal dran erinnert, dass es noch gar nicht so lange her ist, dass man nach dem Essen jeden Tag oder alle 2 Tage mehr als eine halbe Stunde mit dem Geschirrspülen beschäftigt war. Heute läuft der Geschirrspüler einmal die Woche und der Aufreger der Woche sind die 30 Sekunden, die man benötigt, um das Besteck in die Lade zu sortieren. Das Gleiche gilt hier: musste man früher mühsam alle Informationen von Hand sichten, sich dabei auf wenige Links beschränken und lief dann noch Gefahr, irgendwann die Übersicht zu verlieren, überlässt man das mit dem Übersichtverlieren der KI und beschränkt sich auf den Kern.

Für einen tieferen Einstieg in die genannten Ergebnisse hier die kompletten Dossiers:

Wer selbst mit dem System arbeiten möchte: die Grundlagen sind in anderen Beitrag genannt und bei den Installationsdetails hilft das nächste größere LLM.