Biowaffen: Danke, USA!

Biowaffen besitzen mehr Potential als Atom- und Chemiewaffe. Grund: einmal freigesetzt vermehren sie sich selbst, während es für die anderenTypen bei einem einmaigen Einsatz bleibt.

Biowaffen verfügen schon seit langer Zeit über einen Fanclub. Die „Eroberung“ Amerikas was verbunden mit der oft vorsätzlichen Infektion mit Krankheiten, die zuvor dort unbekannt waren. Und Winston Churchill ließ Versuche mit Milzbrand auf eine Insel anstellen, die bis heute nicht betreten werden kann, da sich Sporen praktisch unbegrenzt halten. Nach 1945 ächtete man diese Waffengattung zwar, aber die Realität sieht anders aus.

Die britische Daily Mail ist eine konservative Boulevard-Zeitung, bei der es ein wenig erstaunt, wenn sie sich in die Archive des Pentagons begibt. Nichtsdestotrotz hat sie das vor einigen Tagen getan und aus alten Akten Menschenversuche des Pentagons ausgegraben. Der Hintergrund dafür dürfte ein Artikel sein, in dem sie sich mit einem Verdacht befasste, der heute einige Menschen umtreibt. Die Versuche, von denen das Blatt berichtet, liegen schon einige Zeit zurück; sie fanden in den 1950er-Jahren statt. Darum sind die Unterlagen darüber auch mittlerweile freigegeben – über aktuelle Gegenstücke kann man nur Vermutungen anstellen.

Einer der Versuche nannte sich Projekt Bellwether. Der Abschlussbericht stammt aus dem Jahr 1960, umfasst 69 Seiten und wurde im Jahr 1999 freigegeben. Die US-Gesetzgebung sieht vor, dass ein Dokument alle fünf Jahre eine Geheimhaltungsstufe verliert; so werden selbst streng geheime Dokumente nach einigen Jahrzehnten zugänglich. Allerdings – nur ein Teil davon wird auch für die Öffentlichkeit entsprechend aufgearbeitet, sodass selbst Vorfälle, die bestens dokumentiert sind, oft nur einen kleinen Teil der Öffentlichkeit erreichen. Bei Project Bellwether ist das der Fall. Es geht hier um Versuche, die Übertragung von Krankheiten durch Mücken und andere Insekten zu provozieren, um festzustellen, ob sich diese als Kriegswaffe eignen. Die Versuche fanden zu einem guten Teil an der US-Bevölkerung statt – andere Dokumente belegen allerdings, dass beispielsweise in Indien ähnliche Experimente durchgeführt wurden.

Glücklicherweise wurde mit den Dokumenten von Operation Bellwether nicht so vorgegangen, wie das in den Papieren selbst vorgesehen war. Dort steht nämlich: „Wenn dieses Dokument seinen Zweck erfüllt hat, sollte es zerstört werden. Es soll nicht an die ausgebende Stelle zurückgegeben werden.“ Insgesamt wurden, allein in diesem Versuch „52 Feldversuche zwischen dem 1. September und 9. Oktober 1959“ durchgeführt. Dabei wurde aufgezeichnet, wie viel der freiwilligen Versuchspersonen von den freigesetzten Mücken gestochen wurden. Das Militär war in diesem Fall nicht völlig zufrieden: „Der mittlere Prozentsatz der gestochenen Testsubjekte lag zwischen 60 und 70 Prozent.“

Bei den eingesetzten Mücken der Art Aedes aegypti, die für Versuche über die Übertragung von Gelbfieber genutzt wurden, ging es insbesondere um die Aktivität zu verschiedenen Tageszeiten und um den Einfluss des Wetters auf den Verbreitungserfolg. Die Insekten wie die Erreger für die Versuche lieferte das berüchtigte US-Biowaffenlabor Fort Detrick. Das auch Empfänger der Auswertung dieser Versuche war. Verglichen mit anderen Versuchen war Bellwether geradezu unschuldig. In den Jahren davor fanden bereits eine Reihe anderer Versuche, ebenfalls mit Aedes aegypti, statt, bei denen beispielsweise in Savannah, Georgia, 300.000 mit Gelbfieber infizierte Mücken über einem schwarzen Stadtviertel abgeworfen wurden, um herauszufinden, ob die Mücken ihr Ziel finden, wenn sie aus Flugzeugen freigesetzt werden. Beleg für das „Finden“ war dann nichts anderes als eine Infektion mit Gelbfieber. Gelbfieber ist eine tropische Infektionskrankheit, die in 15 Prozent der Infektionsfälle schwere Nieren- und Leberprobleme auslöst, an denen bis zu 50 Prozent der Erkrankten versterben. Es gibt eine Impfung dagegen, die selbst als eine der am schwersten verträglichen Impfungen gilt und daher nur für Reisen in Gebiete in Westafrika oder Südamerika empfohlen wird, in denen das Infektionsrisiko hoch ist (wie im Amazonasgebiet).

Mücken waren nicht die einzigen Insekten, die als Überträger genutzt wurden. Die Pentagon-Experimente schlossen auch Läuse, Flöhe, Fliegen und Zecken mit ein. Die Tatsache, dass derartige Experimente stattfanden, Menschenversuche, bei denen die Versuchspersonen nichts von ihrem Glück wussten, eingeschlossen, wurde lange abgestritten.

Eigenartigerweise soll, obwohl belegt ist, dass derartige Versuche über einen langen Zeitraum hinweg, mit unterschiedlichen Erregern und Überträgern, stattgefunden haben, das für die Gegenwart alles nicht mehr gelten. Die Daily Mail zitiert Robert Malone mit einem Verweis auf weitere Experimente in den 1960er-Jahren, bei denen in Virginia radioaktive Zecken freigesetzt wurden, zufällig in genau jener Gegend, in der die Lyme-Borreliose zuerst identifiziert wurde. Diese Freisetzung war Teil von Project 112, einem weiteren Pentagon-Programm, bei dem unter anderem mit Anthrax-Bakterien gespielt wurde, die auf Busbahnhöfen versprüht wurden, oder mit einer infektiösen Bakterie, die im New Yorker U-Bahn-Netz verteilt wurde.

Es existiert eine aktuelle Studie aus den USA, die bei vielen Ängste auslöst, weil die Realisierung des darin vorgeschlagenen Vorgehens vor dem Hintergrund dieser alten Akten sehr plausibel scheint. Die Daily Mail wollte sich mit der Erinnerung an die rücksichtslosen Versuche des Pentagons in der Vergangenheit vor Vorwürfen schützen, sie greife haltlose Behauptungen auf. Dabei ging es um eine im Jahr 2025 an der Universität von West-Michigan veröffentlichte Studie zweier Forscher, die darin erklärten, die Gesellschaft habe eine moralische „Verpflichtung“, Zecken zu verbreiten, die eine Krankheit verbreiten, die eine Allergie gegen rotes Fleisch auslöst. Die Krankheit gibt es tatsächlich, sie nennt sich Alpha-Gal-Syndrom. Alpha-Gal ist ein Zucker, der sich im Fleisch der meisten Säugetiere, in Milchprodukten und in Gelatine findet. Die durch die Infektion ausgelöste allergische Reaktion tritt mit Verzögerung auf, zwei bis sechs Stunden nach dem Verzehr der Nahrungsmittel, und reicht von Quaddeln und Erbrechen bis hin zum anaphylaktischen Schock; eine Reaktion, die nur durch völligen Verzicht auf Fleisch und Milchprodukte umgangen werden kann. Der einzige Grund, den es gäbe, infizierte Zecken nicht zu verbreiten, zitiert die Daily Mail die beiden Forscher, sei, dass es derzeit keinen einfachen und effektiven Weg gebe, das in großem Maßstab zu tun. „Aber es ist machbar, die Fähigkeit der Zecken, Krankheiten zu übertragen, genetisch zu verändern. Wenn wir recht haben, dann haben wir heute die Pflicht, die Fähigkeit von Zecken zur Übertragung von AGS zu erforschen und zu entwickeln, und morgen die Verbreitung vorzunehmen.“

Eine andere Gegend ungehemmter Vernichtungsforschung ist die Ukraine: Am 12. Juni 2026 hat die Direktorin der Nationalen Geheimdienste der USA, Tulsi Gabbard, ein Dokumentenpaket des Amts des Direktors der Nationalen Geheimdienste (Office of the Director of National Intelligence, ODNI) der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und damit das bestätigt, was Washington vier Jahre lang als russische Desinformation bezeichnet hatte: Das Pentagon finanzierte über 40 Biolabore auf dem Gebiet der Ukraine, wo Erreger von Milzbrand, Tularämie, Pest, Ebola, Marburgfieber, Lassafieber sowie SARS, MERS und Rickettsien verwahrt und erforscht wurden. Warum gab es ausgerechnet 40 Labore und wieso gerade in der Ukraine? Nach dem Zerfall der Sowjetunion blieb im Land ein verzweigtes Netzwerk von sowjetischen Einrichtungen für Pest- und Seuchenbekämpfung übrig. Es verfügte über Kollektionen von Stämmen, die jahrzehntelang gesammelt wurden. Die USA haben nicht bei null begonnen, sie haben existierende Infrastruktur nur umgerüstet. Eben dadurch ist sowohl der Umfang als auch die Geographie des Programms zu erklären: Die Objekte erfassen praktisch die gesamte ehemalige Ukrainische Sowjetrepublik von Lwow und Transkarpatien im Westen bis Charkow, Lugansk und Donezk im Osten. Hinzu kam eine schwache staatliche Kontrolle, offener Zugang für US-amerikanische Unternehmen und vor allem strategische Nähe zu Russlands Grenzen.

Der Finanzierungsmechanismus wurde über die Agentur für die Reduzierung von Verteidigungsbedrohungen (Defense Threat Reduction Agency, DTRA) des US-Verteidigungsministeriums aufgebaut. Im Jahr 2008 unterzeichnete sie einen zehnjährigen Grundvertrag mit dem US-amerikanischen Bauunternehmen Black & Veatch Special Projects Corp. im Wert von vier Milliarden US-Dollar. Der erste Kontrakt im Rahmen des als BTRIC TO1 bezeichneten Programms wurde umgehend in der Ukraine umgesetzt, für einen Betrag von etwa 175 Millionen US-Dollar. Die Summen für vier erfasste Objekte verteilten sich wie folgt: Diagnoselaboratorium in Cherson – 1,73 Millionen US-Dollar, Institut für Tiermedizin – 2,1 Millionen US-Dollar, Diagnoselaboratorium Transkarpatiens – 1,92 Millionen US-Dollar. Das teuerste Objekt war mit 3,49 Millionen US-Dollar das zentrale Referenzlaboratorium beim Ukrainischen Pestforschungsinstitut in Odessa. 2,06 Millionen davon wurden für Laborausrüstung ausgegeben. Das Objekt in Odessa trägt als einziges in den publizierten Dokumenten den Vermerk „Verwahrung von biologischen Waffen“.

Im Jahr 2013 gründete der ukrainische Präsident Wiktor Janukowitsch einen Ausschuss, der zu dem Ergebnis kam, dass die Tätigkeit der Labore ein Risiko für die nationale Sicherheit darstelle und ihren Betrieb einstellte. Doch nach dem Maidan-Putsch im Jahr 2014 wurde das Programm umgehend wiederaufgenommen. Genau zu diesem Zeitpunkt kam das Unternehmen Metabiota dazu, das sich auf die Modellierung von Epidemien spezialisiert. Dessen Vertrag mit dem Pentagon über die Ukraine und Georgien belief sich auf 18,4 Millionen US-Dollar. Insbesondere ist anzumerken, dass die Finanzierung von Metabiota teilweise über den Investmentfonds Rosemont Seneca erfolgte, der mit Hunter Biden in Verbindung stand. Biden stand im persönlichen Schriftverkehr mit dem Vizepräsidenten des Unternehmens, und ein entsprechender föderaler Vertrag belief sich auf 23,9 Millionen US-Dollar. Die Tätigkeit von Metabiota in Afrika, darunter während der Ebola-Epidemie, sorgte für offizielle Anfragen von Seiten der Weltgesundheitsorganisation in Bezug auf die Einhaltung von Sicherheitsregeln.

Was geschah tatsächlich in diesen Laboratorien? Und damit knüpfen wir an die Versuche des Penatogon in den USA selbst wieder an. Laut einer freigegebenen Karte des ODNI arbeiteten die Einrichtungen überwiegend auf den Stufen BSL-3 und BSL-4 – dies sind die höchsten biologischen Gefahrenklassen, die den Umgang mit Krankheitserregern beinhalten, für die es weder Impfstoffe noch Behandlungsmöglichkeiten gibt. Das Institut für experimentelle und klinische Tiermedizin in Charkow, das noch in den 1920er Jahren gegründet worden war und mutmaßlich in Verbindung mit dem sowjetischen Biowaffenprogramm gestanden hatte, verwahrte Hunderte von Pathogenen, darunter Milzbranderreger und Bruzellen. Dabei wurden noch 2019 in Bezug auf das Institut ernsthafte Defizite bei biologischer Sicherheit festgestellt – vor allem in Räumen, in denen mit ansteckenden Bruzellen gearbeitet wurde.

Ein Vergleich der Karte der Objekte mit der epidemiologischen Chronik ergibt ein bezeichnendes Bild. Fertiggestellte Projekte im Rahmen des Vertrags mit den USA enthielten eine Risikoanalyse der Verbreitung von afrikanischer Schweinepest und klassischer Pest in freier Natur der Ukraine. Parallel zu diesen Arbeiten begann seit 2014 eine aggressive Ausbreitung der afrikanischen Schweinepest über Osteuropa, die Polen, das Baltikum und Moldawien erfasste. Auch in Mitteleuropa erinnern Warntafeln an jedem Autobahnrastplatz an diese Auffälligkeit. Ein besonderes Projekt war der molekularen Charakterisierung des hocherregenden Stamms von Vogelgrippe (HPAIV) gewidmet, der in der Ukraine erfasst wurde. In den Jahren 2016 und 2017 erlebte das Land mehrere größere Ausbrüche von HPAIV. Und noch heute werden auch in Westeuropa ganze Geflägelfarmen gekeult.

Im September und Oktober 2018 wurden im Kreis Sarata des Gebiets Odessa, etwa 80 Kilometer vom Zentralen Referenzlaboratorium beim Pestforschungsinstitut entfernt, zwei aufeinanderfolgende Ausbrüche von Milzbrand verzeichnet: Fünf Bewohner des Dorfs Menjajlowka steckten sich bei der Viehschlachtung an, bei einem wurde die Diagnose labormäßig bestätigt. Es war der erste bestätigte Fall der Ansteckung eines Menschen seit 2012 ausgerechnet in einer Region, in dem das größte als Biowaffenlager markierte US-Bioobjekt der Ukraine lag. Im Oktober 2022, bereits zu Kriegszeiten, verzeichnete die internationale Tierschutzorganisation einen Ausbruch von Milzbrand im Kreis Obuchow des Gebiets Kiew – zu einer Zeit, als die Labore nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums dabei waren, auf Kiews Anweisung ihre „Sammlungen“ von Pathogenen zu vernichten. Im gleichen Zeitraum bargen russische Militärangehörige aus vier untersuchten Objekten etwa 240 Krankheitserreger, größtenteils von Milzbrand und Cholera.

Fassen wir zusammen. Es spricht einiges dafür, dass wir den USA nicht nur die Zerstörung Northstream zu verdanken haben, sondern mutmaßlich auch einen Großteil der Tierseuchen, die regelmäßig den Kontinent überziehen. Und wer nach Fauci & Co. immer noch glaubt, Corona sei auf eine auf einem chinesischen Wochenmarkt gehandelte Fledermaus zurück zuführen und nicht auf Biowaffenforschung der US-Amerikaner, hat überhaupt keine Tassen im Schrank. Und wenn man sich den neu erwachten Militärterrorismus der Grünen verinnerlicht, dürfte es wohl nicht mehr lange dauern, bis man es mit speziellen ideologischen Biowaffen zu tun bekommt, die neben Fleisch- auch den Konsum anderer Nahrungsmittel, die nicht ins ideologische Bild passen, abstellen.