Die EU-Moral

Die EU (oder ein paar EU-Länder) erwägt Sanktionen gegen Israel. Für, die ihren Augen nicht trauen, noch einmal: Die EU (oder ein paar EU-Länder) erwägt Sanktionen gegen Israel.

Bevor jetzt biblisches Heulen und Zähneklappern unter den Israelfanatikern einsetzt: ich kann euch beruhigen. Es geht nicht um die x00.000 Toten in Gaza, auch nicht um die Ermordeten in anderen Gebiete, auch nicht um die Kriegsverbrechen im Libanon. Also Entwarnung: Menschenleben spielen für die EU und deren Regierungen keine Rolle, egal wie bestialisch die abgeschlachtet werden. Nein, es geht um viel bedeutendere Vorwürfe:

Israelische Händler haben Getreide gekauft, das der Ukraine gestohlen wurde!

Empörung pur! Getreidediebstahl! Von der Ukraine! Die Empörung ist zahlenmäßig auch voll begründbar. Schließlich handelt es sich um Milliarden und Abermilliarden von Weizenkörnern. Was spielen da schon ein paar Hundertausend ermordete Menschen für eine Rolle?

Immerhin reagiert Israel umgehend auf solche Vorwürfe und schiebt die Schuld Putin in die Schuhe, da der Klimawandel gerade nicht verfügbar war.

Israelische Unternehmen, die angeblich gestohlenen ukrainischen Weizen kauften, fielen einer russischen Falle zum Opfer, so eine Quelle.

In einem ungewöhnlichen Schritt erstattete die ukrainische Botschaft in Tel Aviv letzte Woche Anzeige bei der israelischen Polizei gegen zwei israelische Unternehmen. Ihnen wird vorgeworfen, an der Einfuhr von Weizen beteiligt gewesen zu sein, der von Russland aus besetzten Gebieten der Ostukraine gestohlen wurde.

Laut Anzeige erhielt eines der Unternehmen 43.800 Tonnen Getreide, darunter rund 16.500 Tonnen mutmaßlich gestohlenen Weizen. Dieser wurde am 12. April im Hafen von Haifa in Nordisrael entladen und von dem russischen Unternehmen Strategic Grain Management mit Sitz in Dubai geliefert.

Haaretz liegen zudem Satellitenbilder vor, die belegen, dass die Schiffe, die den Weizen angeblich auf das Schiff umgeladen haben, das ihn nach Israel lieferte, zu den von den Ukrainern genannten Daten in den Häfen der besetzten Ostukraine lagen.

Eines der Unternehmen, das den Weizen importierte, Dizengoff Trading, erklärte, es habe „keine weiteren Bestellungen für russischen Weizen“ und sei „überrascht gewesen, von dem Fall zu hören. Wir warten auf Anweisungen der zuständigen israelischen Behörden.“

Eine Quelle aus dem Getreideimportsektor sagte gegenüber Haaretz, dass die israelischen Unternehmen Opfer einer, wie er es nannte, „russischen Falle“ geworden seien. „In letzter Zeit kommt es vor, dass ein kleiner Teil der Ladung – nicht mehr als 20 Prozent – ​​aus fragwürdigen Quellen stammt.“