Heizung: wenn’s schon EE sein muss

Die günstigste Lösung für Heizungen wären elektrische Konvektoren: die aufwändige Verrohrung bei Bauten fällt weg, auch die Wartung wäre wesentlich einfacher, d.h. Bau- und Betriebskosten würden drastisch sinken.

Notwendig wäre eine stabile und günstige Stromversorgung in Form von AKW. Selbst wenn hier die ideologischen Dämme brechen würden, wäre der Neubau von Kraftwerken eine Langzeitaufgabe. Eher denkbar sind kleine modulare Kraftwerke (SMR) mit 20 – 25 MW Leistung, bei denen Brenneinheiten komplett ausgetauscht und zentral gewartet werden. Die sind zwar derzeit noch recht teuer, aber wenn tatsächlicher Bedarf besteht, wird sich das schnell ändern.

Im Norden mit viel Windkraft wären auch altertümliche Nachtspeicherheizungen denkbar, die bei Wind aufgeheizt werden und ihre Wärme dann über längere Zeit abgeben. Bei Einsatz altertümlicher Technik (1970er-Jahre) ergibt eine Betrachtung:

Machbarkeit und Überbrückung von Dunkelflauten

  • Annahmen für ca. 150 m²:
    • Jährlicher Verbrauch: 13.500 kWh → Täglicher Durchschnitt: ~37 kWh (aber Heizsaison: 75 kWh/Tag, im kalten Winter: ~112 kWh/Tag, um Peaks zu berücksichtigen).
    • Dunkelflaute: Max. 5 Tage (längste 2025: 89h ~4 Tage; Häufigkeit: 4 in 2025 >48h, insgesamt 407 Stunden/Jahr).
    • Nachtspeicher: Laden nachts (8–12h) mit günstigem Windstrom, speichern Wärme für den Tag. Typische Kapazität pro Gerät: 5–10 kWh (elektrisch, umgewandelt in Wärme). Für dein Haus: 4–8 Geräte (z. B. in Hauptzimmern) → Gesamt-Speicherkapazität: 20–80 kWh.
  • Durchrechnung:
    • Wärmebedarf für eine 5-Tage-Dunkelflaute: ~562 kWh (112 kWh/Tag × 5).
    • Mit typischer Haus-Speicher (Mittel 50 kWh): Du könntest nur ~0,5 Tage überbrücken, bevor der Speicher leer ist. Für volle Überbrückung bräuchtest du ~11 Ladezyklen – unmöglich ohne Strom während der Flaute.
    • Fazit: Nicht machbar allein mit Windstrom. Nachtspeicher sind für tägliche Zyklen gemacht, nicht für mehrtägige Ausfälle. Bei Dunkelflaute (oft winterlich, europaweit) gäb’s keinen günstigen Windstrom zum Nachladen – du brauchst Backup (z. B. Netzstrom aus Gas/AKW, teuer bei 30–40 ct/kWh). In windreichen Gebieten wie Ostfriesland sind Flauten seltener/länger, aber immer noch riskant (z. B. Nov/Dez 2024/2025: Mehrere Tage mit <6 GW EE bundesweit).
  • Kosten-Schätzung für Umrüstung auf Nachtspeicher:
    • Anschaffung: Pro Gerät 650–2.000 € (Mittel 1.000 €). Für dein Haus (6 Geräte): ~6.000 € (plus Installation 1.000–2.000 €).
    • Laufende Kosten: Bei Windstrom-Tarif (15–25 ct/kWh): 2.025–3.375 €/Jahr (für 13.500 kWh). Günstiger als normaler Strom, aber teurer als dein aktuelles Gas (1.200–1.500 €).
    • Amortisation: 8–15 Jahre (bei Förderung bis 30–70 % via KfW – netto 3.000–5.000 € Eigenanteil).

Das betrifft allerdings mit ältere Technik. Heutige Wärmespeicher könnten bis 500°C oder mehr aufgeheizt werden und ihre Wärme längere Zeit hinweg über Luftschächte abgeben. Die Technik ist zwar auch teuer, aber bei größerem Einsatz …

Auch bei fast schon klassischer Technik wie Wärempumpen läuft viel über staatliche Förderung spricht Subvention. Wie hoch die Förderung ist, ist aber sowohl den Herstellern wie den Installateuren bekannt. Als Wärmepumpen noch bis 60.000 € bezuschusst wurden, kamen unerklärlicher Weise alle Angebote bei 60.000 € an. Inzwischen wird nur noch bis 30.000 € bezuschusst, was noch unerklärlicher Weise dazu führte, dass die Angebote ab neuem Förderzeitpunkt erstaunlicher Weise nur noch 30.000 € betrugen. Förderungen (=Subventionen) sind also eher Preistreiber und sollten sehr vorsichtig eingesetzt werden. Wenn der Investor alles über 5.000 € selbst finanzieren muss, werden sich die Preise vermutlich bei 10.000 – 15.000 € einpegeln, also dort, wo die Schmerzgrenze anfängt und der Auftrag ausbleibt.