Die fast schon europaweiten Proteste gegen „unsere Demokratie“ nehmen eher zu als ab, und hier in Buntland hat es noch nicht mal angefangen. Und wer letzten Monat noch als Nazi und Islamhasser verschrien wurde, der auch nur leise Kritik am Migrationswahnsinn geäußert hat, ist heute der der Nazi, der verbal nicht auf die bösen Moslems einschlägt, die verantwortlich für die Gewalt gemacht werden.
Nur – muss man sich eher über die Gewalt wundern oder eher darüber, dass sie noch nicht viel weiter ausgeufert ist? Wenn man sich „unsere Demokratie“ anschaut, ist inzwischen noch nicht einmal mehr eine Demokratiesimulation übrig geblieben. Parteien gehen ungeniert vor den Wahlen mit Parolen hausieren, die Leute, die eigentlich keine Lust mehr haben, doch zur Wahl gehen lassen, und treten sie hinterher mit 10m Anlauf in den Allerwertesten. Angefangen bei Merz, der sich nicht ohne Grund von vielen Leuten als Lügner bezeichnen lassen musste, über verschiedene andere Polithansel bis hin aktuell zu den Linken in Berlin, die jedes Wahlversprechen, das sie auf Platz 1 gebracht hat, gebrochen haben, um am Fresstrog der Steuergelder mitfressen zu dürfen. Vielleicht ist es ja gut, dass ihre Wähler nun wieder erleben müssen, wohin so ein erbärmliches Geschacher um Regierungsposten führt. Vielleicht reift bei manchen die Erkenntnis, dass Parteien in einer bürgerlichen Regierung immer nur auf der Seite des Kapitals stehen können – sonst ließe das Establishment sie nie daran. Aus Parlamenten heraus kamen bekanntlich niemals Revolutionen, sondern höchstens Konterrevolutionen. Sozialdemokraten haben schon immer Arbeiter verraten.
Und einmal am Futtertrog hängen sie mehr dran als eine Hundertschaft Klimakleber am Asphalt und interessieren sich einen Scheißdreck um die Stimmung im Volk, allen voran wieder Merz, dessen Zustimmungsrate inzwischen einstellig ist, der sich aber nicht entblödet zu verkünden „Deutschland ist wieder der wirtschaftliche Motor der EU“ und „die Pleitewelle macht mir nicht so viel Angst wie Russland“. Weiter so! Proteste interessieren nicht, und wer zum zweiten Mal protestiert, dem schlägt die Bullerei die Birne ein – so geschehen zu Corona-Zeiten und jetzt in anderen EU-Ländern. Man muss es mal ganz offen sagen: friedliche Proteste bringen weniger als gar nichts, weil sie dort oben niemanden interessieren und die Polizei trotzdem ermächtigt wird, auf friedliche Demonstranten einzuschlagen. Die Junge Union geht sogar noch weiter und fordert, die Bundeswehr gegen die in Berlin angekündigten Schülerdemos einzusetzen.

„Unsere Demokratie“ pur. EU-weit haben sich die Banlieus eingemischt, allerdings eben nicht mehr gewaltfrei, und schon kommt der Ruf „Ausländer raus“. Abgesehen davon, dass die wenigsten tatsächlich Ausländer sind, ist das aber nur der Boomerang, der Jahrzehnte lang herangezüchtet wurde und nun zurück kommt. Vernachässigt, behindert, selbst wenn sie sich anstrengen, hat man aus den Jugendlichen aus diesem Milieu ausgemachte Staatshasser gemacht. Warum sollten sie einen Staat respektieren, der seit Jahrzehnten „no future“ in ihre Zeugnisse schreibt? Und warum sollte man sich wundern, wenn Jugendliche, die bisher auf der anderen Seite standen, nun merken, dass auf ihren Zeugnissen nun ebenfalls „no future“ steht, aufstehen und Verstärkung von der schon existenten „no future“-Fraktion bekommen? Und dann die Symbole des Establishments in den Protzvierteln demolieren?
Nachgeben kommt für das Establishment offenbar nicht in Frage. Die Jugendlichen können es sich aussuchen, ob sie irgendwo in ihrem Land den Boden düngen, wenn sie nicht sofort kuschen, oder in ein paar Jahren auf irgendeinem Schlachtfeld in Osteuropa vermodernd zu besseren landwirtschaftschaftlichen Erträgen beitragen dürfen.
Und woher in Deutschland außer den Einwürfen der JU der Wind weht, zeigt der Reservistenverband der Bundeswehr. Im Reservistenverband weht künftig ein schärferer Wind gegen AfD-Mitglieder, insbesondere wenn sie in dieser Partei ein Amt bekleiden. Dies teilte Oberstleutnant d. R. Dr. Nana Kwesi Afriyie Baidoo, einer der Vizepräsidenten der Organisation, auf seinem Instagram-Account nvbr_bravo mit. Nana Baidoo erläterte die neuen Regeln: Demnach müssten sich ab sofort Neu-Mitglieder beim Eintritt in den Reservistenverband zu dessen Werten bekennen. Auch wer sich um ein Amt im Reservistenverband bewerbe, werde künftig dazu aufgefordert. Als Werte, die von den Mitgliedern demnach dezidiert eingefordert werden, nannte Baidoo „die Menschenrechte, unsere Demokratie, die Ablehnung von Extremismus, Rassismus und Antisemitismus“, aber auch „ein klares Bekenntnis zur NATO, zur EU und zu unseren Bündnisverpflichtungen“.
Inzwischen sind offenbar ein paar Zugezogene aus Ghana die besseren Deutschen. Die Junge Freiheit zitiert dazu das AfD-Mitglied Christoph Weyand aus dem niedersächsischen Munster, der jüngst bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen für die AfD für das Bürgermeisteramt kandidiert. Weyand hatte vor, sich nach dem Ende seiner Dienstzeit im Reservistenverband zu engagieren, und spricht von Ausgrenzung: Als Soldat sei er verpflichtet, gegebenenfalls für Deutschland zu sterben, auch als Reservist könne er noch einberufen werden. Gleichzeitig halte man ihn für untauglich, ein Ehrenamt im Reservistenverband auszuüben. Prägnanter kann man es kaum noch ausdrücken, wie verkommen Buntland inzwischen ist. Dünger auf Schlachtfeldern ja, Mitsprache nein.