The American way of plunder

Venezuela sitzt auf den weltweit größten nachgewiesenen Erölvorkommen. Gleichzeitig ist die Fördermenge sehr bescheiden und in den letzten Jahren rückläufig. Das hat mehrere Gründe:

(1) Das venezolanische Erdöl ist sehr zäh bis fast bituminös. Das tut dem Energieinhalt erst man nichts, aber das Öl aufzuschließen, zu gewinnen, zu transportieren und schließlich zu raffinieren ist kostspieliger als bei anderen Ölsorten. Die Raffinerien müssen auf das Öl abgestimmt sein: nur wenige Raffinerien sind auf diese Ölsorten spezialisiert. Das führt zu einem höheren Preis, was die Sache zwar nicht direkt unrentabel macht, aber eben doch die Menge dämpft. Man beschränkt sich halt auf die leicht explorierbaren Mengen.

(2) Einer der Hauptabnehmer, Kuba, wird von den USA mit völkerrechtswidrigen Blockaden überzogen, die in Kaperung und rechtswidriger Beschlagnahme von Tankern und deren Inhalt mündeten.

Mit der völkerrechtswidrigen kriminellen Entführung von Staatschef Maduro haben die USA zeitgleich eine Clique von ihnen abhängigen Politikern installiert. Die Entscheidungen zu Innen- und Außenpolitik in Venezuela werden vom Weißen Haus getroffen. Das hat die US-Administration nun ausgenutzt, sich die Ölvorräte in einer Nacht- und Nebelaktion anzueignen. Die Verträge sehen vor, dass ausschließlich US-Firmen bzw. die USA das venezolanische Öl fördern darf (passende Raffinerien gibt es in Texas). Venezuela hat praktisch kein Mitspracherecht mehr bei der Exploration, bleibt aber formal Eigentümer der Ölquellen. Wird es etwas gefördert, erhält Venezuela vom Ölpreis einen fixen Anteil von ca. 12 US-$/barrel (der Marktpreis beginnt je nach Weltmarktsituaten bei 60 US-$, d.h. 80% des Verkaufserlöses bleiben bei den Amerikanern).

Der einzige Wermutstropfen: durch die verschiedenen US-Sanktionen ist die venezolanische Ölindustrie so weit herabgewirtschaftet, dass erst einmal kräftig investiert werden muss, um die Förderung anzuleiern. Kleinere Kunden wie Kuba fallen vorläufig aus, so dass das Erreichen von Fördermengen, die die Sache für die US-Konzerne lukrativ machen, derzeit mit hohen Kosten verbunden ist. Also passiert erst mal nichts und auch die venezolanische Regierung kann nicht von sich aus nach anderen Investoren Ausschau halten: die USA bestimmen absolut über die Bodenschätze eines anderen Landes und geben den Eigentümern ein Almosen, wenn sie sie ausplündern.