Die NATO ist überflüssig

Die NATO wird der Bevölkerung ja gerne als notwendig verkauft, um sich durch den starken Partner USA gegen die Aggression anderer Großmächte verteidigen zu können. Zumal man nur bei diesem Partner die notwendigen Waffen bekommen könnte. Es wird angesichts der Vorkommnisse im Nahen Osten Zeit, diese völlig irrationale und unnötige Haltung zu überdenken.

Dort ist der Großkotz in Person, die allmächten USA, grundlos über einen kleinen Staat hergefallen in der Hoffnung, ihn auf bewährte Art in kurzer Zeit zur Kapitulation zu zwingen. Die USA erweisen sich inzwischen als echter Papiertiger, auf dessen Beistand man nicht allzu viel geben sollte. Schon nach vier Wochen ruft schreit er laut nach Hilfe, die ihm berechtigterweise verweigert wird.

Die USA haben zwar 2,3 Millionen Mann unter Waffen (einschließlich Nationalgarden u.a.), aber gleichzeitig eine der ineffektivsten Apparate. Das Verhältnis von Unterstützern zu Kämpfern liegt bei 8:1, d.h. auf eine Kampfsoldaten kommen 8, die ihn versorgen. Bleiben ca. 290.000 Kampfsoldaten, die aber auf 900 Stützpunkte im Ausland verteilt sind. Da bleibt an effektiver Kampfkraft weniger übrig, als die nackten Zahlen von 2,3 Mio suggerieren.

Zudem ist die strategische Ausrichtung die eines steriod gepumpten Bodybuilders. Überteurerte Waffensystem, die zwar eine überlegene Technik darstellen, aber nur für Kurzeinsätze geeignet sind. Nach dreimal Zuschlagen geht der Bodybuildingmaschine die Puste aus, wie der Iran zeigt. Der Beistand der USA ist alles andere als effektiv, wenn die Sache länger als eine Woche dauert. Mit anderen Worten: abgesehen von Israel, das ausschließlich durch die Hilfe der USA überlebt, braucht man die USA nicht.

Und man braucht ihre Waffen nicht. Wenn es um Verteidigung gegen Aggression geht, genügt es, die Sache für einen Angreifer finanziell und personell aus dem Ruder laufen zu lassen. Dazu braucht man keinen fliegenden Softwarefehler wie eine F35, es genügen sehr viel einfachere Mittel, wie der Iran zeigt: billige Waffensysteme, die in großen Mengen bereit gestellt werden können und im Masseneinsatz viel Schaden anrichten. Dazu gehören Drohnen für Luftangriffe, aber auch andere langestützte billige Systeme, die zu einer schnellen Abnutzung eines Aggressors führen. Die Schweiz hat durch solche Strategien Jahrhundert lang alle Invasionen von sich fern gehalten, Finnland hat es im 2. WK sogar mit der Roten Armee aufgenommen und über Vietnam müssen wohl nicht viele Worte verloren werden. Man braucht die USA und ihre Systeme nicht, so lange es um Verteidigung geht.

Was man braucht, ist eine Bevölkerung, die ihr Land verteidigen will, und da liegt es, ob mit oder ohne USA, im Argen. Seit 20 Jahren wird der Bevölkerung dieses Landes die Identität gestohlen, so dass inzwischen fast niemand mehr bereit ist, für dieses Land einzutreten, weil keine mehr weiß, warum man das machen sollte. „Heimatliebe ist rechtsextrem“ mit sofortigem Bashing passt nicht zu „die Heimat verteidigen“. Nur versteht es anscheinend niemand, dass man von den USA zwar eine F35 kaufen kann, aber niemand mehr findet, der bereits wäre, das Ding zu fliegen.

Die NATO ist so überflüssig wie ein Kropf. Eine eigene Landesverteidigung genügt, zumal die angeblichen Aggressoren – Russland und China – wissen, dass sie mit Handel weitaus profitabler bedient sind als mit einer territorialen Expansion, die für alle Beteiligten (zu) teuer wird.