Der Drohnen-Schwachsinn

Es ist zwar jetzt ein paar Tage ruhig geblieben, aber der Drohnenschwachsinn russischer Drohen über Städten und militärischen Einrichtungen dürfte den meisten noch gegenwärtig sein. „Die Russen spionieren uns aus, weil sie uns 2029 überfallen wollen.“ – so die offizielle Darstellung aus Kindermund, äh, Politikermund. Schwachsinniger geht’s kaum noch.

Es dürfte jedem klar sein, dass die Drohnen aufgrund der Entfernungen nicht aus Russland selbst gekommen sein können, zumindest nicht, ohne aufzufallen, weil die Dinger langsam und laut sind, falls es überhaupt Drohnen mit der Reichweite gibt, was aber mehr als unwahrscheinlich ist. Also wurde das Märchen geboren, die Dinger würden hier durch Spionagezellen eingesetzt, wobeo nach wie vor weder eine Drohne russischer Bauart noch ein russischer Spion nachgewiesen werden kann.

Trotzdem sind lokale Aktivitäten natürlich nicht grundsätzliche auszuschließen. Die Ukrainer praktizieren das ja mit Unterstützung durch CIA/MI6 auch in Russland selbst, u.a. mit Morden und Mordversuchen an russischen Generälen. Aber!

Auch Russland verfügt über Aufklärungssatelliten, die genügend Informationen über militärische Einrichtungen liefern. So lange es ruhig bleibt, genügt das. Anders sieht es aus, wenn ein Angriff unmittelbar bevor steht. Da könnten feinere Daten wie die durch Drohnen ermittelbaren wichtig werden. Fassen wir das mal zusammen:

Russland wil 2029 angreifen – und betreibt Aufklärung, die auf einen Angriff in 6 – 8 Wochen hinweist ?

Solche Drohnenaktivitäten auf Feindgebiet bergen das Risiko, dass die mühsam aufgebauten Strukturen entdeckt und eliminiert werden. Also wird man sie nur unmittelbar vor einem Angriff einsetzen. Und ausgerechnet der FSB/GRU, Nachfolger des KGB, soll dieses Grundhandwerk nicht beherrschen?

Und noch eins: Russland ist durch den Ukraine-Krieg so geschwächt, dass es erst bis 2029 seine Wunden lecken muss, um angreifen zu können. Also eine derzeit hochgerüstete und laufende Militärmaschine soll noch 4 Jahre warten, bis auch der Gegner, der im Moment in der Nähe des Bereitschaftsnullpunkts operiert, bereit ist? Ist das nicht ein bisschen viel der Ritterlichkeit, die da unterstellt wird? Oder spricht einiges dafür, dass Russland tatsächlich nicht vor hat, einen Krieg zu führen, und die daraus resultierende Ruhe propagandistisch als Schwäche ausgegeben wird?

Es ist immer wieder erstaunlich, in welchem Umfang die Logik in der täglichen Desinformationspropaganda auf der Strecke bleibt.