Die Sache zwischen Maduro und Trump (Kidnapping des Ersteren durch den Letzteren) kann man sicher unterschiedlich sehen. Maduro ist sicher jemand, den man in Kölle als „fiese Möpp“ bezeichnen würde – andererseits: welcher Politiker ist das nicht? War das nun eine berechtigte Polizeiaktion, wie es man im Werte-Westen darstellt, oder nicht?
Das kann man vermutlich ganz neutral und zweifelsfrei beantworten, wenn man noch ein paar Tage wartet. Bleiben (oder kommen, je nach Sichtweise) die venuzolanischen Bodenschätze im Besitz des venzolanischen Volkes? Oder kommen sie unter die absolute Kontrolle von US-Firmen mit unbegrenztem Mittelabfluss aus dem Land? Äußerungen von Trump lassen letzteres vermuten, den er spricht von „unserem Öl“ und „riesigen Gewinnen“. Derzeit spricht mithin alles dafür, dass es nicht darum geht, einen Kriminellen auszuschalten, sondern wieder einmal darum. sich das Eigentum anderer Völker unter den Nagel zu reißen. Aber warten wir erst mal ab, dass es sicher dazu kommt.
Bereits jetzt kann man aber im Quervergleich mit Schneelensky und anderen bereits sicher sagen, das aus westlicher Sicht internationales Völkerrecht so aussieht:
§ 1 IVR: Wenn eine fremde Regierung nicht absolut zu Diensten ist, etwas im Land ist, das man ausplündern möchte oder einem sonst etwas nicht passt, erklärt man die nächste Wahl ohne Prüfung für gefälscht und erkennt die Regierung nicht an.
§ 2 IVR: Nach Nichtanerkennung einer fremden Regierung ist rechtlich alles erlaubt. Falls etwas rechtlich nicht erlaubt sein sollte, ist es rechtlich trotzdem erlaubt.
Ist doch spannend, wie einfach juristische Zusammenhänge sein können, oder?
Mal abgesehen von den anderen Südamerikanern, die jetzt vielleicht ins Grübeln kommen, sollten auch die Europäer ins Grübeln kommen:
- Trump wollte das venezolanische Öl, jetzt hat er es sich militärisch genommen.
- Trump will Grönland, US-Truppen stehen bereits in Grönland. Ergo?
Ein paar Kidnappingaktionen in Grönland und Dänemark dürften auch noch drin sein, oder?
Ich möchte aber an der Stelle nicht versäumen, einen „Schinkel der Hoffnung“ (Copyright A.C.A.B.) auszusprechen:
Dear Mr. President Donald Trump,
I am extremely impressed by how you and your administration handled the situation in Venezuela. Unfortunately, I must confess that I wasn’t wearing my glasses and therefore didn’t see everything. Hence my urgent request: Could you please repeat this demonstration with Friedrich Merz and the „Witches of Brussels“ to illustrate the procedure? You don’t need to return them afterward.
Sincerely,